Kluftinger: Kriminalroman (Kluftinger-Krimis, Band 10)

Rezensionen zu "Kluftinger: Kriminalroman (Kluftinger-Krimis, Band 10)"

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 24. Mai 2018 

    Wenn du als Kommissar zur Zielscheibe wirst...

    Gleich vorweg ich kannte vor der Lektüre dieses Buches nicht einen Kluftinger Fall, sondern war vielmehr neugierig geworden, weil ich den Roman "In der ersten Reihe sieht man Meer" des Autorenduos so gut fand.

    In der Geschichte dreht sich alles um Kommissar Kluftinger, der an Allerheiligen vor seinem eigenen Grab steht. Wer hat dieses gegraben und spielt ihm einen Streich? Da will ihm doch ein Krimineller ans Leder, oder?

    Die Handlung wird uns über zwei Handlungsstränge nahe gebracht. Zum einen erleben wir Kluftinger in der Gegenwart, zum anderen in der Vergangenheit als Teenager und jungen Polizisten. Die Ereignisse werden uns stets über einen beobachtenden Erzähler präsentiert.

    Gut gefallen hat mir vor allem das Lokalkolorit samt bayrischem Dialekt und zünftigem Gefluche. Dem Autorenduo ist es wirklich sehr gut gelungen die Atmosphäre in einer ländlichen Region einzufangen.

    Kluftinger als Hauptcharakter gefiel mir vor allem aufgrund seiner Art und Weise, die ganz sicher typisch für seine Altersklasse ist und mich immer wieder zum Lachen gebracht hat.

    Der geschilderte Fall ist sehr lange spannend und ließ sich unheimlich flüssig lesen, allerdings lässt die Spannung im letzten Drittel des Buches nach und rückte bei all dem ganzen Klamauk zu sehr in den Hintergrund.

    Für Leser, die vorherige Bände kennen, war es sicher schön über alte Begebenheiten zu lesen, die aus alten Fällen immer mal wieder eingestreut wurden. Auch wenn ich die gesamten Vorgänger nicht kenne, konnte ich der Handlung gut folgen.

    Das Ende hat mir leider nur bedingt gefallen, da ich mit einer Auflösung des Falls gerechnet hatte und auch gehofft hatte, dass bestimmte Begebenheiten noch näher erläutert werden wie zum Beispiel die Probleme von Eugen Strobl. Diese Erwartung wurde leider nicht erfüllt.

    Fazit: Ein unterhaltsamer Krimi, der reichlich Momente zum Amüsieren bietet. Da ist sicher noch Luft nach oben, ich habe mich aber dennoch gut unterhalten gefühlt.

  1. bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 18. Mai 2018 

    Kluftingers Jubiläum

    Zum zehnten Mal schicken das Autorenduo Kobr und Klüpfel ihren Kommissar auf Spurensuche. Klufti, inzwischen frischgebackener Großvater, darf endlich den recht infantilen Kosenamen „Butzele“, wie ihn seine Erika gern bezeichnet, an den Enkel abgeben. Und so wird nun auch das Geheimnis um Kluftingers Vornahme gelüftet.

    Zu Allerheiligen besucht die Familie traditionell den Friedhof, nur um ganz geschockt ein frisches Grab zu finden, auf dessen Holzkreuz Kluftingers Name steht. Ein makabrer Scherz, wie er meint, aber so ganz lässt ihn das nicht ruhen, vor allem als noch ein Nachruf und Sterbebildchen auftauchen. Tatsächlich führen die Spuren weit zurück in Kluftis Vergangenheit. Jugendsünden und Ehrgeiz als junger Streifenpolizist könnten tatsächlich etwas damit zu tun haben.

    Wie bei allen Kluftinger Krimis gibt es auch einen Fall, den es zu lösen gilt. Wichtiger ist aber immer der ganze Kosmos um ihn herum, die Langhammers, die Familie, seine Eltern, die sie immer noch um ihren „Bua“ sorgen. Witzig fand ich tatsächlich, den jungen Kluftinger zu erleben, der alles wollte – nur nicht so wie sein Vater werden. Wenn man nun die beiden vergleicht, dann muss selbst der Kommissar feststellen, dass der Apfel sehr nah zum Stamm gefallen ist.

    Aber nicht nur diese Bedrohung macht Kluftinger zu schaffen, auch in seinem Team scheint es zu brodeln. Außerdem hat der „Schutzpatron“, ein Kunstdieb, dem Kluftinger schon einmal sehr nahe kam, aber den er nicht fassen konnte, wieder zugeschlagen. Zusammen mit den üblichen familiären Ansprüchen bringt das unseren Kommissar an den Rand der Belastbarkeit.

    Auch wenn in diesem Band dankenswerter Weise der Klamauk etwas zurückgefahren wurde, hat sich für mich die Originalität der Kluftinger Romane erschöpft. Seine Macken und seine Kauzigkeit wurden einfach überreizt. Die meisten der Figuren sind mir zu überzeichnet, da sehe ich kein ironisches Augenzwinkern, sondern nur dick aufgetragene Klischees. Da hilft auch nicht viel, dass die Autoren dem Kommissar Jennerwein des Autorenkollegen Jörg Maurer einen Gastauftritt bieten.

    Da greife ich lieber wieder zu den ersten Bänden aus der Reihe und lese sie noch einmal.

  1. bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 16. Mai 2018 

    der 10. Fall für Kluftinger

    Das war er also, der Jubiläums-Kluftinger und er hat nicht zu viel versprochen. Mittlerweile ist der Kommissar Opa geworden und ganz verzückt vom Enkelkind.
    Außer seinem neuen Familienleben und den Babysitterstunden mit dem neuen Familienmitglied, erfahren wir noch so allerhand mehr an privaten Informationen über den schrulligen Ermittler aus dem Allgäu. Das größte Rätsel, Kluftingers Vorname, wird in diesem besonderen Band auch endlich aufgedeckt. Doch nicht nur Kluftingers Vergangenheit ist großes Thema in dem neuen Krimi, nein, auch ein frisches Grab taucht auf. Ein Grab an dem ein nicht unbekannter Name steht, sein Name.
    Ein schlechter Scherz oder bitterer Ernst? Genau das versucht Kluftinger nun herauszubekommen und muss dafür tief in seine Vergangenheit eintauchen.

    Im gewohnt lockeren Schreibstil führt das bekannte Autorenduo durch den neuen Kriminalfall. Mit viel Witz und Humor wie immer wird die Geschichte erzählt. Leider hat der Krimi dieses Mal seine Längen. So sehr mir Kluftinger als Opa gefällt, die Szenen wo er auf seinen Enkel aufpasst hätten etwas gekürzt werden dürfen. Das Ganze hat die Spannung etwas gemindert und den Handlungsbogen sehr in die Länge gezogen. Auch das Ende hat mich eher enttäuscht, zu viele Fragen sind offen geblieben und zu viele Fragen unbeantwortet. Daher leider nicht ganz so überzeugend wie die Vorgängerbände.