Kerls!: Eine Safari durch die männliche Psyche

Buchseite und Rezensionen zu 'Kerls!: Eine Safari durch die männliche Psyche' von Angelika Hager
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4 von 5 (1 Bewertungen)

Die weltweite #MeToo-Debatte hat den tiefen Fall vieler prominenter Männer ausgelöst. Das Image des Mannes ist lädiert, die Definition von Männlichkeit muss nach dem Diskurs neu gestaltet werden. Übrig bleiben viele Fragen:
. Wie viel Tier steckt im Mann? Gibt eine Erektion tatsächlich einen Weg vor?
. Wie erkläre ich meinem Sohn, wie ein Mann zu sein hat? Versauen viele Mütter
ihre Söhne?
. Warum reden Männer anders als Frauen? Was sagt uns ihr Schweigen?
. Warum verschleppen Männer ihre Krankheiten und psychischen Probleme oft so
lange?
. Wie sehen sie ihre Identität als Väter?

Dieses Buch ist kein Ratgeber, sondern ein Reiseführer. Angelika Hager hat mit Männerforschern, häuslichen Gewalttätern, Psychiatern, Bobo-Vätern, prekären Rechts-Wählern, Narzissmus-Forschern und Arbeitslosen gesprochen. Die langjährige profil-Journalistin und Autorin hinter dem Pseudonym Polly Adler zeichnet mit "Kerls!" ein so spannendes wie konstruktives Psychogramm eines stark in Verruf geratenen Geschlechts.

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:192
EAN:9783218011266

Rezensionen zu "Kerls!: Eine Safari durch die männliche Psyche"

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 12. Jan 2019 

    Das Drama des Mannes

    Kerls! Eine Safari durch die männliche Psyche: So begeben wir uns mit Angelika Hager auf eine Beobachtungsreise. Die Autorin ist bekannt durch ihre Kurier Kolumne über den Fortpflanz (veröffentlicht unter dem Alias Polly Adler) und Profil(ierte) Journalistin. Ich habe auch ihr Buch Schneewittchenfieber sehr gerne gelesen. Ihre offene, witzig bissige Art liegt mir.
    Nach sehr vielen Büchern von Frauen über Feminismus, die ich so nach und nach in der letzten Zeit gelesen habe, war ich neugierig, wie ist es denn nur mit den „Kerls!“? Alles Bunnies (also die mit dem kleinen Haarknödelchen…) oder martialische Muskelpaket mit all over Tatöwierungen? Und dazwischen all die Männer, die ihre Identität erst (wieder)finden müssen?
    „Das Drama des Mannes ist, dass er nicht weiß, wo die gute Männlichkeit aufhört und die schlechte beginnt. Und niemand hilft ihm dabei, es herauszufinden.“ So meinte schon vor 20 Jahren die Feministin und Schriftstellerin Erica Jong. Wo sind wir heute? Wann ist ein Mann ein Maaann!? Zwischen Waschlappen und Macho immer noch auf der Suche. Die Krise des Mannes existiert, aber ist sie tatsächlich das Resultat der Arbeit von Feministinnen, die den Männern erklären, was für Mistkerle sie seien. „Eine von Männern entsorgte Gesellschaft, wollen wir das? Erstens: Nein, zweitens Nein und nochmals Nein.“
    Angelika Hager fragte nach, bei ExpertInnen, bei Gewalttätern, Obdachlosen, Pornosüchtigen…. und sucht nach Antworten. Sie analysiert die männlichen Gefühslwelt, verliert bei der #metoo Debatte nicht das Augenmaß, zerpflückt archaische Weltbilder. Hager ergreift dabei nicht Partei, wertet nicht, bietet ihre Sicht der Dinge an. Pointiert, intelligent, lesenswert!