Kein anderes Meer: Roman

Rezensionen zu "Kein anderes Meer: Roman"

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 07. Jan 2019 

    Farbenprächtig und poetisch

    Claire ist sieben Jahre alt, als sie am Strand von Ville Rose verschwindet. An diesem Tag wollte ihr Vater Nozias das Mädchen der reichen Tuchhändlerin Gaelle überlassen, damit diese für das Mädchen sorgt. Was dann passiert ist ein Reigen von Handlungen, Rückblicke in die Vergangenheit, Kettenreaktionen, ein Netz aus kleinen Einzelteilen einer Geschichte wird verwoben.
    Edwidge Danicat schreibt über ihre Heimat Haiti, diesem armen, gebeutelten Land. Armut, Korruption, Mafia, Kriminalität, das karibische Paradies existiert nur scheinbar.
    Bildgewaltig, poetisch und stark symbolhaft leben wir mit Claire von ihrem siebten Geburtstag rückwärts. Claire Limyè Lanmè lautet ihr voller Name, Claire vom Meereslicht. Ihr Vater ist ein einfacher Fischer, die Mutter bei der Geburt des Mädchens verstorben. In die reiche Witwe Gaelle setzt der Vater alle Hoffnungen, doch auch diese Frau ist stark von Verlusten geprägt. So viele Begegnungen finden in diesem Buch statt, die wiederum verhängnisvolle Ereignisse nach sich ziehen. Die Menschen in und um Ville Rose streben nach einem besseren Leben, ob redlich oder nicht. Die Szenen sowie die Sprache dieses Buches sind so farbenprächtig und geheimnisvoll, wie das wunderschöne Cover, undurchdringlich und voller Rätsel. Das Buch ist ein kleines Kunstwerk, ungewöhnlich in seiner Erzählweise, kraftvoll, traurig und schön zugleich.