Kaugummi verklebt den Magen

Buchseite und Rezensionen zu 'Kaugummi verklebt den Magen' von Christina Röckl
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Kaugummi verklebt den Magen"

Format:Taschenbuch
Seiten:52
EAN:9783942795630

Rezensionen zu "Kaugummi verklebt den Magen"

  1. manche Gerüchte halten sich hartnäckig

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 17. Apr 2018 

    Wenn man einen Apfelkitsch (=Kerngehäuse eines Apfels) isst, wächst einem ein Apfelbaum aus dem Popo."
    .....
    "Vorsicht vor Ohrenkneifern - die krabbeln ins Ohr, fressen sich bis zum Gehirn durch und kommen am Ende aus der Nase wieder raus."
    ......
    "Wenn du nicht aufisst, gibt es morgen schlechtes Wetter."
    .....
    "Wenn eine Frau mit 30 Jahren noch nicht verheiratet bist, kriegt sie nie einen Mann."
    .....
    Manche Gerüchte halten sich hartnäckig und werden von Generation zu Generation weitergegeben. Denn Erwachsene sind sehr traditionsbewusst, wenn man bedenkt, welchen liebevollen Blödsinn sie Kindern erzählen. Und was noch komischer ist: Trotzdem die Kinder irgendwann herausfinden werden, dass ihre Eltern geflunkert haben, werden auch sie die gleichen Lügenmärchen ihren Kindern einmal erzählen. Na ja, vielleicht nicht alles, aber vieles davon. Und selbst, wenn sie sie nicht weitererzählen, werden sie die Prophezeiungen ihrer Eltern und Großeltern niemals vergessen. Und die Unwahrheiten werden bei jeder sich bietenden Gelegenheit wieder präsent sein. (So wie bei mir, s. Einleitung)

    Christina Röckl räumt mit diesen Flunkereien in ihrem sehr kurzweiligen Buch "Kaugummi verklebt den Magen" auf sehr amüsante Weise auf. Sie treibt es mit diesen besonderen Geschichten auf die Spitze, durchleuchtet jede These, fragt nach Hintergründen und sucht nach dem Fünkchen Wahrheit, das hinter der einen oder anderen Behauptung stecken könnte. Dabei sucht sie sich Hilfe bei 3 Erwachsenen - ich nenne sie Prof. Dr. Dr. Gernegroß, Prof. Dr. Alleswisser und Dr. Dr. Pinocchio (der mit der langen Nase). Die Drei sind auf Sendung. Live im Fernsehen warnen sie den Zuschauer (und natürlich den Leser dieses Buches) vor den Gefahren, die im Alltagsdschungel auf uns lauern. Themen der Sendung in Christina Röckls Buch sind:
    der Kaugummi
    das Schielen
    Fernsehkonsum und seine Folgen
    das Nasepopeln
    Dank intensiver Recherche klären die drei Akademiker den Zuschauer (und Leser) über alles Wissenswerte im Zusammenhang mit diesen Gefahren auf - natürlich mit Unterstützung überbordender Phantasie, die den Zuschauer (und Leser) lachen und zweifeln lässt. Denn wer weiß, vielleicht ist doch das eine oder andere Fünkchen Wahrheit dabei ;-)

    Ich habe mich auf jeden Fall köstlich amüsiert und hatte viele Aha-Erlebnisse. Am Ende habe ich in meinen Erinnerungen gekramt und habe außer den bereits genannten Behauptungen in der Einleitung noch einige andere zutage gebracht, die ich zu meiner Schande auch bereits schon an meinen Sohn weitergegeben habe (was ich nicht glauben wollte, aber er hat es mir bestätigt).

    Dank der unbändigen Fabulierfreude von Christina Röckl ist das Buch ein Riesen-Vergnügen. Man wird den Eindruck nicht los, dass sie sich geradezu in das Ausschmücken der Unwahrheiten sowie das Drumherum-Erzählen hineingesteigert hat und dabei selbst viel Spaß hatte. Dies äußert sich auch in einem wahren Farbrausch, mit denen sie ihre Texte illustriert. Da ist viel los in den Bildern. Daher sollte man sich Zeit für dieses Buch nehmen, denn es wäre schade um jedes Detail, das man übersehen könnte.

    Dieses lustige Buch ist für jede Altersklasse geeignet: für Erwachsene, damit sie sich erinnern und an die eigene Nase packen; für Kinder, damit sie früh genug lernen, dass auch Erwachsene viel Blödsinn erzählen können. Und dass man nicht alles für bare Münze nehmen soll, was ein Erwachsener erzählt.

    Und was die Flunkereien angeht, die man mir als Kind aufgetischt hat

    - Bisher musste ich mein Sitzverhalten nicht ändern, geschweige denn Löcher in meine Unterbuxen und Hosen schneiden. Der Wald aus Apfelbäumen lässt immer noch auf sich warten.

    - Ohrenkneifer heißen eigentlich Ohrwürmer und wurden von der Antike bis zur Neuzeit in pulverisierter Form als Medizin gegen Ohrkrankheiten und Taubheit verabreicht. Sie fressen andere Insekten und Pflanzenteile. Nur derjenige, der Stroh im Kopf hat, läuft Gefahr, ein gefundenes Fressen für einen Ohrenkneifer zu sein.

    - Manche Gerüchte halten sich hartnäckig ... das mit dem Wetter und dem Aufessen ist so eines.

    - Und was das Heiraten bis 30 angeht: Tja liebe Omi, ich habe trotzdem einen Mann abgekriegt, und was für einen!

    © Renie