Kartoffelkäferzeiten

Buchseite und Rezensionen zu 'Kartoffelkäferzeiten' von Paul Maar
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Kartoffelkäferzeiten (Gebundene Ausgabe) Johanna ist 12 Jahre alt und lebt in einem Dorf im Deutschland der Nachkriegszeit. Anfangs fühlt sie sich noch wohl, in dem Frauenhaushalt, in dem sie lebt und in ihrer überschaubaren Welt. Doch langsam wird auch sie erwachsen. Und sie lernt: wenn sie selbstständig werden will, muss sie auch selbstständig denken und nicht immer tun, was ihre Mutter und Großmutter sagen. Ein wunderschöner Roman mit einer zarten Liebesgeschichte, in dem man auch sehr gut sehen kann, wie die Menschen in dieser politisch schwierigen Zeit gelebt haben. In Paul Maar's flotten, humorvollen Tonfall erzählt.

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:0
EAN:9783789142017

Rezensionen zu "Kartoffelkäferzeiten"

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 17. Jun 2017 

    Eine Jugend in Nachkriegsdeutschland

    Februar 1948: Die knapp 13jährige Johanna lebt in einem kleinen mainfränkischen Dorf zusammen mit ihrer Mutter, Tante und ihren Großmüttern. Das Leben ist geprägt von Mangel und Einschränkung, Essen und Kohlen sind knapp, man kommt gerade so über die Runden. Doch trotz allem ist Johanna glücklich: Sie fühlt sich geborgen in der Sicherheit ihrer Familie und wenn dann ihr Vater noch aus der Kriegsgefangenschaft zurückkehren würde... Aber Johanna wird älter und selbständiger. Die wohlmeinende Fürsorge insbesondere einer Großmutter erscheinen ihr immer mehr wie ein Käfig: Vorschriften, deren Sinn sich ihr nicht erschließen. Weshalb soll sie nicht mehr mit dem Nachbarsjungen unterwegs sein dürfen? Wieso sind Menschen schlecht nur weil sie anders sind? Als endlich der Vater zurückkehrt und Johanna die Schule beendet, scheint alles möglich zu sein. Doch der Käfig wird noch kleiner als zuvor...
    Paul Maar gelingt es überzeugend aus Sicht des Mädchens Johanna ein Bild der Nachkriegszeit zu vermitteln. Trotz aller Knappheit arrangiert man sich, die Menschen halten zusammen und haben gelernt sich an dem Wenigen zu freuen das man hat. Doch der Autor schildert auch die Schattenseiten des damaligen Lebens: die Ablehnung alles Fremden und Unbekannten, die Weigerung der jüngsten Vergangenheit ins Gesicht zu sehen, das Beharren auf überkommenen Traditionen und Gewohnheiten. Johanna lehnt sich Stück für Stück dagegen auf mit Hilfe ihrer Tante und des 'Roten Barons', einem Aussenseiter im Dorf. Und erkennt, dass sie eine Entscheidung treffen muss.
    Ein durchweg empfehlenswertes Buch ab ca. 11 bis 12 Jahre.