Kampfsterne: Roman

Rezensionen zu "Kampfsterne: Roman"

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 23. Mai 2019 

    Ganz normaler Wahnsinn in der Reihenhaussiedlung...

    Ich habe mir zu diesem Buch eine Lesung angeschaut und war danach so angetan von dem Stoff, dass ich mehr erfahren wollte. Aufgrund der seltsamen Buchoptik wäre ich ohne Lesung wohl nie darauf gekommen dieses Buch zu lesen.

    In der Geschichte geht es um 3 Ehepaare samt Kindern, die mit ihren Alltagsproblemen zu kämpfen haben. Da gibt es Ulla, Rainer. Rita, Georg sowie Ella und Bernhard. Werden sie Lösungen für ihre Probleme finden oder etwa ihre Ehen zerbrechen?

    Die Handlung wird immer aus der Ich- Perspektive dem Leser nahe gebracht. Das Besondere daran ist nur, dass nicht eine Figur aus ihrer Sicht alles schildert, sondern jeder Protagonist, der im Buch vorkommt.

    Der Roman spielt ja in den Achtzigern, aber bis auf wenige Anspielungen hätte er auch in der heutigen Zeit spielen können, da es die dargestellten familiären Probleme auch heute noch in der Form gibt. Dennoch fand ich es schön mal von einem Kassettenwechsel zu lesen.

    In der Erzählung haben es mir vor allem die Kinder angetan. Der Autorin gelingt es enorm gut die Gefühle und Ängste der Kids darzustellen. Hier habe ich ehrlich gesagt auch am meisten mitgefiebert, auch wenn mich natürlich die Probleme der Erwachsenen nicht kalt gelassen haben.

    Bei den Kindern mochte ich am liebsten Lexchen, da ich sie mir am besten vorstellen konnte und ich ihre herzliche und einfühlsame Art sehr mochte.

    Bei den Erwachsenen fand ich Ulla und Georg am besten, wahrscheinlich weil sie zu den Unterdrückten in ihrer Beziehung zählen. Ich habe sehr bewundert was Ulla alles aushält für ihre Kinder. Und Georg fand ich dufte, weil er sich so liebevoll um seinen behinderten Bruder kümmert und seine Lage annimmt, ohne den Kopf in den Sand zu stecken.

    Ansonsten hat der Roman einen guten Blick auf die Gesellschaft wie sie damals war und heute noch ist. Da ist die Nachbarin neidisch und wäre gern wie Ulla und weiß dabei nicht was Ulla alles hinter verschlossener Tür ertragen muss. Als Leser denkt man dabei immer wieder nur: wünsch dir das bloß nicht, du hast ein viel besseres Leben.

    Fazit: Mich hat der Roman nicht nur gut unterhalten, sondern auch emotional komplett packen können, daher spreche ich sehr gern eine Leseempfehlung aus.