Kälter als die Angst: Kriminalroman

Rezensionen zu "Kälter als die Angst: Kriminalroman"

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 30. Dez 2018 

    Ein spannender und dichter Krimi

    Carla Delbrück, eine ehemalige Opernsängerin, wurde grausam ermordet. Schnell gerät der Ehemann als möglicher Täter ins Visier der beiden Ermittler Charlotte Schneidmann und Peter Käfer, auch wenn er stets seine Unschuld beteuert. War er es wirklich oder ist hier ein Nachahmungstäter einer lange zurückliegenden Beziehungstat am Werk? Die Ermittler geben ihr Bestes, um die Wahrheit ans Licht zu bringen.

    Dieser Krimi hat mir sehr gut gefallen. Obwohl dies bereits der fünfte Teil einer mir bisher unbekannten Reihe ist, hatte ich keinerlei Schwierigkeiten, mich einzufinden und mit den Personen bzw. Ermittler klar zu kommen. Ich hatte nie das Gefühl, dass mir wissen aus den Vorgängerbänden fehlt.
    Der Schreibstil ließ sich sehr gut lesen und war dabei fesselnd und spannend. Ich war sofort gefangen genommen und die Seiten rauschten nur so dahin. Ich hatte viele Fragen im Kopf und konnte über die möglichen Zusammenhänge hervorragend Grübeln. Die Spannung wurde wirklich sehr gut aufgebaut und stetig gehalten.
    Die Charaktere wurden anschaulich und passend dargestellt und detailliert beschrieben, so dass ich mir von ihnen und ihren jeweiligen Gedankengängen ein prima Bild machen konnte. Die beiden Ermittler fand ich sehr sympathisch und realistisch und ich habe sie als gut eingespieltes Team wahrgenommen. Gerne möchte ich mehr von ihnen lesen.
    Der Pilot gefiel mir richtig gut. Es war für mich völlig undurchsichtig, wie alles zusammenhängt und wer der Mörder sein könnte. Was hat der damalige Täter, Till Brönne, mit dem Tod an Carla Delbrück zu tun? Er wirkt sehr gut resozialisiert und bereut seine damalige Beziehungstat. Will ihn also “nur” jemand nachahmen?
    Bis zum überraschenden Ende gab es also viele interessante Wendungen und Überlegungen, so dass nie Langeweile aufkam. 

    Ein spannender und dichter Krimi, dessen Auflösung mich überraschte. Ich vergebe 5 von 5 Sternen.

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 27. Dez 2018 

    Die Angst kann dich nicht besitzen, wenn du es nicht zulässt

    "Beherzt ist nicht, wer keine Angst kennt, beherzt ist, wer die Angst kennt und sie überwindet." (Khalil Gibran)
    Brutal ermordet und mit Grablichter drapiert wird die Opernsängerin Carla Dellbrück aufgefunden. Sofort gehen die Ermittler, allen voran Kommissar Peter Käfer, von einer Beziehungstat aus und nehmen den Ehemann der Toten fest. Doch dieser bleibt vehement dabei Unschuldig zu sein. Die Befragung der Nachbarn bringt ebenfalls wenig Neues, zudem waren ausgerechnet Dellbrücks eigentliche Nachbarn zur Tatzeit ein paar Tage verreist. Sonderbar ist das die Tote anonyme Drohbriefe erhalten hatte und wie es scheint, wurden diese nun in die Tat umgesetzt. Wer hatte ein Interesse, die Frau zu bedrohen und umzubringen? KommissarIn Charlotte Schneidmann ist nach ihrer Verletzung beim letzte Fall immer noch im Innendienst. Da erreicht sie der Anruf von Katrin Ortup, die sie von einem der vergangenen Fälle kennt. Als Katrin Charlotte von einem Drohbrief erzählt, eilt Charlotte sofort zu ihr, den Katrin hat in der Vergangenheit schon Schreckliches miterleben müssen. Doch warum hat es schon wieder jemand auf die Mutter von zwei Kindern abgesehen? Als Charlotte von Peters Mordfall erfährt und sie weiter recherchiert, kommen nicht nur Dellbrücks Vergangenheit zum Vorschein, sondern auch ein Mord vor 30 Jahren. Können die beiden diesmal verhindern, das man Katrin Ortup etwas antut?

    Meine Meinung:
    Der Klappentext machte mich neugierig dieses Ermittlerduo aus Münster kennenzulernen. Der Schreibstil war sehr gut, informativ, gut recherchiert und spannend. Besonders die Einschübe mit den Buchkapiteln, wo es um das Buch eines ehemaligen Mörders ging. Vor allem hier aber auch an der ganzen Geschichte, merkte man, das die Autorin zuvor ein Psychologiestudium absolviert hatte und auch fürs Fernsehen schreibt. Trotzdem ich von den Vorgängerbänden bisher keines gelesen hatte, kam ich gut in diese Geschichte. Und ich muss sagen mich hat dieses Buch neugierig auf die anderen Fälle von Peter Käfer und Charlotte Schneidmann gemacht. Vor allem da man in diesem Buch auf Katrin Oltrup traf, mit der die beiden schon in "Schattenfreundin" zu tun hatten. Diesmal ging es jedoch um einen Täter, der sein Opfer tötet und darstellt, als ob man es mit einem Ritualmord zu tun hätte. Bei den Recherchen taucht dann ein alter Fall auf, der schon 30 Jahre zurückliegt und bei dem ein Ehemann seine Frau ebenso getötet und drapiert hatte. Der Krimi besticht vor allem durch gute Charaktere, allen voran die beiden sympathischen Ermittler Käfer/Schneidmann die auch im Privatleben sehr gut harmonieren. Dazu die verängstigte Katrin Ortup, die bedroht wurde und die inzwischen für Charlotte eine gute Freundin geworden ist. Und natürlich die restlichen Charaktere, die ebenfalls gut dargestellt wurden. Dabei hatte ich bis zum Ende keine richtige Ahnung, wer der eigentliche Täter ist. Vielleicht hätte man den Spannungsbogen noch ein bisschen mehr über das Buch verteilen können, doch das ist schon meckern auf hohem Niveau, den inhaltlich war das Buch sehr gut gewesen. Deshalb gibt es hier von mir 5 von 5 Sterne.

  1. 4
    (4 von 5 *)
     - 26. Dez 2018 

    Morden in Münster

    Mit „Kälter als die Angst“ präsentiert Christine Drews ihren mittlerweile fünften Band rund um das Ermittlerduo Charlotte Schneidmann und Peter Käfer. Der Münster-Krimi ist im Dezember 2018 bei Bastei Lübbe erschienen und umfasst 304 Seiten.
    Nach ihrer Scheidung versucht sich Katrin Ortrup gemeinsam mit ihren beiden Söhnen ein neues Leben aufzubauen. Doch das Glück währt nicht lange: Bald erhält sie mysteriöse Drohbriefe. Werden diese anfangs nur bedingt ernst genommen, ändert sich dieses, als Carla Delbrück erschlagen wird. Sie nämlich wohnte jahrelang in Katrins neuer Wohnung. Als sich dann auch noch herausstellt, dass vor Jahren im Nachbarhaus ein ähnlicher Mord wie der an Carla geschah, spitzt sich die Lage zu.
    Mit einem Prolog, in dem ein Verbrechen geschildert wird und der unter die Haut geht, schafft es die Autorin gleich zu Beginn, einen Spannungsbogen aufzubauen, der sich nach und nach steigert und bis zum Ende anhält. Gemeinsam mit dem Ermittlerteam wird man auf falsche Fährten und in Sackgassen geführt, sodass man permanent grübelt, was wohl hinter dem Mord und den Drohbriefen stecken mag. Das Ende ist sehr überraschend, aber dennoch logisch und nachvollziehbar. Die eine oder andere kleine Frage bleibt am Ende zwar offen, dieses tut dem Lesegenuss jedoch keinen Abbruch.
    Drews erzählt ihren Roman aus drei Perspektiven: aus der Sicht des Täters, der eines ehemaligen, geläuterten Gefängnisinsassen und der des dominierenden Er-Erzählers, welcher die Ermittlungsarbeiten nachzeichnet. Besonders gefallen hat mir beim Lesen, dass die Gedanken des Ex-Häftlings „ein Buch im Buch“ darstellen.
    Die Charaktere sind detailliert, lebensnah und durchaus vielschichtig gezeichnet. Viele scheinen nicht diejenigen zu sein, die zu sein sie vorgeben. Gerade Letzteres leitet die Lesenden immer wieder in die Irre, führt zu Nervenkitzel und Überraschungsmomenten.
    Katrin Ortrup ist einigen sicher schon bekannt aus Drews Roman „Schattenfreundin“. Auch im weiteren Verlauf des Romans gibt es immer wieder Anspielungen auf Schneidmanns und Käfers ältere Fälle, doch dürfte dieses auch für Neueinsteiger/innen in die Reihe kein Problem darstellen, da diese für den aktuellen Fall von wenig Relevanz sind. Zusätzlich machen sie Lust, auch zu den älteren Bänden zu greifen.
    Drews Sprache ist eingängig und flott zu lesen, was gemeinsam mit dem durchgehenden Spannungsbogen für ein flüssiges und aufregendes Leseerlebnis sorgt. Ich jedenfalls mochte während des Lesens den Roman kaum aus der Hand legen.
    Wie es sich für einen Regionalkrimi gehört, ist auch das vorliegende Werk gespickt mit Lokalkolorit. Dieses wird gekonnt in die Handlung eingeflochten und zeugt davon, dass die Autorin mit dieser westfälischen Stadt vertraut ist.
    Mit „Kälter als die Angst“ konnte Christine Drews mich wieder einmal überzeugen, und ich warte schon gespannt auf weitere Münster-Krimis mit diesem sympathischen Ermittlerduo. Ein Buch, das ich allen Liebhabern deutscher Kriminalliteratur einfach nur ans Herz legen kann.