Jahrmarkt der Eitelkeit

Buchseite und Rezensionen zu 'Jahrmarkt der Eitelkeit' von William Makepeace Thackeray
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4 von 5 (1 Bewertungen)

»Ach! Vanitas vanitatum! Wer von uns ist auf dieser Welt glücklich? Wer von uns hat, was er wünscht, oder ist, wenn er es hat, zufrieden?« Thackerays panoramisches Bild der englischen Gesellschaft zur Zeit der napoleonischen Kriege In Thackerays großem Gesellschaftsroman »Vanity Fair« von 1847-48 ist jedes Mitglied der Upper Class der Vanitas verfallen, ob nun aus Bosheit, Dummheit oder Ehrgeiz. Die Schärfe der Kritik ist jedoch gebrochen durch Ironie, Satire, Situationskomik und spitzzüngige Dialoge; die Lektüre dieses Klassikers wird so zum reinen Vergnügen - nicht zuletzt wegen der Figur der Becky Sharp. Die charmante und ehrgeizige junge Frau aus einfachen Verhältnissen, die in die glanzvolle Londoner Gesellschaft des Britischen Empires zur Zeit der napoleonischen Kriege aufsteigen möchte, ist eine der einprägsamsten Frauengestalten der englischen Literatur. Aus dem Englischen von Theresia Mutzenbecher. Mit den Illustrationen des Autors zur Erstausgabe 1848. Format 11,5 x 19 cm. Gebunden mit Schutzumschlag.

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:916
EAN:9783538063273

Rezensionen zu "Jahrmarkt der Eitelkeit"

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 21. Sep 2018 

    Jahrmarkt der Eitelkeiten - Ein unterhaltsames Sittengemälde

    Thackeray nimmt in seinem Roman die Marotten der sog. bessere Gesellschaft zu Anfang des 19. Jahrhunderts in England auf‘s Korn. Im Mittelpunkt stehen Rebecca Sharp und Amelia Sedley. Rebecca ist die Tochter einer Balletttänzerin und eines Malers, mit der Ambition, es im Leben zu etwas zu bringen. Amelia stammt dagegen aus wohlhabenden Verhältnissen und träumt lediglich davon, ihr Leben mit George, ihrer Jugendliebe, zu verbringen.

    Das Leben hält indes für beide eine Reihe von (teils unangenehmen) Überrschungen bereit. Für beide geht es auf und ab. Rebecca schafft es von der Gouvernante zur Ehefrau eines Lords. Allerdings wird ihr Gatte daraufhin enterbt und beide werden gemeinsam Meister darin, auf Kredit bzw. von fast Nichts zu leben. Sie steigen in der Gesellschaft auf und Rebecca scheint dem erträumten Erfolg ganz nah zu sein.

    Für Amelia ziehen dagegen erste Schatten auf. Ihr Vater macht Bankrott. Georges Vater verbietet ihm daraufhin die Heirat mit Amelia. Die beiden heiraten trotzdem, woraufhin Georg enterbt wird. Amelia arrangiert sich indes mit den neuen Bedingungen. Sie bekommen einen Sohn. Als der Krieg ausbricht, muss George in die Schlacht ziehen. Er fällt in der Schlacht. Für Amelia beginnt eine Jahre lange Trauerzeit. Ihr einziger Lichtblick ist ihr heiß geliebter Sohn Georgy. Hilfe und Unterstützung bekommt sie von Dobbin, einem engen Freund ihres verstorbenen Gatten, der heimlich in sie verliebt ist.

    Das Rad der Fortuna dreht sich und bringt für Amelia und Rebecca sowohl Hochzeiten als auch Tiefpunkte. Am Ende bekommt jede von ihnen, was sie verdient.

    Der Roman zeichnet sich durch eine besondere Erzähltechnik aus. Thackeray lässt die Geschichte aus der Sicht des allwissenden Erzählers erzählen. Der Erzähler nimmt die Rolle eines Theaterdirektors ein, der den Leser häufig direkt anspricht. Die Geschichte wird dadurch präsentiert wie ein Theaterstück, das auf dem Jahrmarkt aufgeführt wird. In dieses Setting passt auch der Tonfall, den Thackeray dem Erzähler/Theaterdirektor in den Mund legt. Die Darstellung strotzt vor Ironie und Bissigkeit; aber auch kluge Lebensweisheiten werden eingestreut.

    Insgesamt erweist sich dieser Klassiker als überraschend leicht lesbar und unterhaltsam. Leider hat der Roman aber auch einige Längen, daher insgesamt vier Sterne.