INSEL: Thriller

Buchseite und Rezensionen zu 'INSEL: Thriller' von Ragnar Jónasson
5
5 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "INSEL: Thriller"

Hulda Hermannsdóttir, Kommissarin bei der Polizei Reykjavík, ist auf dem Höhepunkt ihrer Karriere und wird zu einer abgelegenen Insel geschickt. Was ist dort in dem Haus geschehen, das von der Bevölkerung als das isolierteste Haus Islands bezeichnet wird? Huldas Ermittlungen kreuzen Vergangenheit und Gegenwart – und plötzlich ist sie einem Mörder auf der Spur, der möglicherweise nicht nur ein Leben auf dem Gewissen hat …

Format:Broschiert
Seiten:384
Verlag:
EAN:9783442758616

Rezensionen zu "INSEL: Thriller"

  1. Huldas zweiter Fall

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 26. Mär 2021 

    Eine einsame Insel, vier Freunde und ein Todesfall:

    Vor zehn Jahren war die Clique von fünf Jugendlichen unzertrennlich. Doch dann wurde eine von ihnen Opfer eines Mordes. Mit dem Erwachsenwerden ging jeder von den übrigen seine eigenen Wege. Doch auch nach dieser langen Zeit ist das Wiedersehen noch immer von den damaligen Ereignissen überschattet und wieder kommt es zu einer tödlichen Auseinandersetzung.

    Hulda Hermannsdottir, Kommissarin bei der isländischen Kriminalpolizei, wird eher zufällig zu den Ermittlungen hinzugezogen und beginnt Zusammenhänge zu erkennen und unangenehme Fragen zu stellen.

    INSEL ist der zweite Teil der Rückwärtstrilogie um Hulda Hermannsdottir. Aus dem ersten Teil kennen wir Huldas Geschichte, kennen einen Teil ihrer Vergangenheit, aber auch ihrer Zukunft. Die „jüngere“ Hulda, die uns Ragnar Jónasson hier präsentiert ist noch nicht ganz so emotional distanziert, wie wir sie später erlebt haben werden. Die 40-jährige ist am „Höhepunkt“ ihrer Karriere, sie erkennt, dass sie nicht mehr viel weiter kommen wird in ihrem Job. Dass sie trotz ihrer Kompetenz in dem von Männern dominierenden Berufsstand auf der Stille tritt. Dennoch bleibt sie hartnäckig, hat keine Scheu auch weit hinter die Fassade zu blicken und Missstände in den eigenen Reihen aufzudecken.

    „Einen Moment lang dachte sie an ihre eigene Zukunft. Was wäre mit ihr in zwanzig, fünfundzwanzig Jahren? Würde sie immer noch allein sein? Gequält von Schuld und Reue? Würde sie enden wie dieser gebrochene Mann? Würde sie je ihre eigenen Sünden beichten?“

    Hulda ist eine eigenwillige Protagonistin, die ich sehr gerne lese. Daneben legt Ragnar Jónasson auch den Fokus auf eine stimmige Atmosphäre, wo Spannung, Charaktere und Beschreibungen perfekt aufeinander abgestimmt sind. Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen und das ist ein unbedingtes Kompliment für das Buch!

  1. Ein packender, großartiger Pageturner

    5
    (5 von 5 *)
     - 15. Jul 2020 

    „Ihre eigene Arbeit hatte sich im Laufe der Jahre immer weiter spezialisiert, sodass sie mittlerweile fast ausschließlich mit Gewaltverbrechen beschäftigt war, eine Kategorie, unter die auch ungeklärte Todesfälle fielen, die in Island allerdings relativ selten waren. Hulda wusste, dass sie gut war in dem, was sie tat.“ (Zitat Seite 185)

    Inhalt
    Vor zehn Jahren war ihr bei der Beförderung ein Kollege vorgezogen worden, der nun ihr direkter Vorgesetzter ist und Hulda Hermannsdóttir, Kommissarin bei der Polizei Reykjavík, hat inzwischen das Gefühl, mit Ende vierzig schon an der Spitze ihrer Karrieremöglichkeiten angelangt zu sein. Ebenfalls vor zehn Jahren ist ihre Tochter Dimma gestorben und zwei Jahr später ihr Ehemann Jón. Seither gibt es für Hulda nur mehr ihre Arbeit und sie spezialisiert sich auf ungeklärte Verbrechen. Als ihr ein eigenartiger Todesfall auf einer entlegenen kleinen Insel gemeldet wird, übernimmt sie den Fall selbst. Plötzlich stößt sie bei den Ermittlungen auf einen direkten Zusammenhang mit einem Mordfall in der Vergangenheit, der damals rasch aufgeklärt worden war – oder doch nicht?

    Thema und Genre
    In diesem packenden isländischen Thriller geht es um Familie, Verluste, vor allem aber um nachhaltend prägende Ereignisse, die das weitere Leben beeinflussen.

    Charaktere
    Nach dem Tod ihrer jungen Tochter und dem späteren Verlust ihres Ehemannes rettet Hulda Hermannsdóttir sich in ihre Arbeit. Da keine Familie mehr auf sie wartet, gibt es für sie auch keine Bürozeiten in ihren Ermittlungen, nichts lenkt sie ab. Ihre Erfahrung lässt sie prinzipiell auch angebliche Fakten und Beweise hinterfragen und hartnäckig sucht sie nach der Wahrheit.

    Handlung und Schreibstil
    Der Aufbau umfasst einen Prolog, einen Teil I, der im Jahr 1987 spielt und den Hauptteil, Teil II, der zehn Jahre später, 1997, stattfindet. Ein kurzer Epilog ergänzt fehlende Details. In Teil I untersucht Kommissar Lýður, später Huldas Vorgesetzter, einen Mordfall. In Teil II ermittelt Hulda. In einigen Kapiteln steht, abwechselnd mit Hulda, auch jeweils eine Person des Freundeskreises, um den es bei den Ereignissen auf der Insel geht, im Mittelpunkt: Dagur, Klara, Benedikt, Alexandra. So erhält man beim Lesen unterschiedliche, zusätzliche Informationen, die Hulda nicht wissen kann und dies sorgt gekonnt für ein sehr packendes Lesevergnügen, realistisch und nachvollziehbar. Dieser zweite Band der Hidden Iceland Trilogie beginnt die Lücke zu schließen, zwischen dem ersten Band, der im Zeitablauf der letzte ist, und dem noch nicht erschienenen dritten Band, der am weitesten in die Vergangenheit zurückreicht.

    Fazit
    Zwei Ereignisse in einsamen, abgeschiedenen Gegenden Islands, mitten in der ungezähmten Landschaft, dazu eine erfahrene, menschlich sehr sympathische Ermittlerin. Zusammen ergibt das einen sehr spannenden Nordic Noir Thriller, einen Pageturner, der nächtliche Lesestunden garantiert.