Im Schatten das Licht

Buchseite und Rezensionen zu 'Im Schatten das Licht' von Jojo Moyes
3.5
3.5 von 5 (2 Bewertungen)

Sarah und ihren Großvater verbindet die Liebe zu Pferden. Einst war Henri ein gefeierter Dressurreiter, bis das Schicksal seine Karriere beendete. Täglich trainiert er die Vierzehnjährige und ihr Pferd. Seit dem Tod von Mutter und Großmutter haben die beiden nur einander. Und als Henri einen Schlaganfall erleidet, bleibt seine Enkelin allein zurück. Natasha und ihren Mann Mac verbindet nur noch wenig. Ihre Ehe ist gescheitert, doch bis das gemeinsame Haus verkauft ist, müssen sie sich arrangieren. Für Natasha nicht leicht, denn ihre Gefühle für den Mann, der einmal die Liebe ihres Lebens war, sind alles andere als lauwarm. Als zufällig Sarah in ihr Leben tritt, nehmen die beiden das verschlossene Mädchen bei sich auf. Das Zusammenleben ist schwierig. Gibt es überhaupt etwas, was die drei miteinander verbindet? Plötzlich ist Sarah verschwunden. Und Natasha und Mac machen sich widerstrebend gemeinsam auf die Suche. Ein turbulenter Roadtrip durch England und Frankreich beginnt ...

Autor:
Format:Broschiert
Seiten:576
EAN:9783499267352

Rezensionen zu "Im Schatten das Licht"

  1. bewertet:
    2
    (2 von 5 *)
     - 23. Mär 2017 

    Triviale Liebesgeschichte

    Inhalt
    Die 14-jährige Sarah lebt bei ihrem Großvater Henri in London, der sich gemeinsam mit ihrer Großmutter Florence, die inzwischen ebenso wie ihre Mutter verstorben ist, liebevoll um sie gekümmert haben, da ihre Mutter dazu nicht in der Lage gewesen ist.
    Das Verhältnis zu ihrem Großvater ist geprägt von ihrer gemeinsamen Liebe zu den Pferden. Henri - einst Mitglied des Cadre Noir, einer militärische Eliteschule für die Pferdedressur, hat für seine große Liebe diese verlassen und ist Florence nach England gefolgt. Ein Schritt, der sein Leben entscheidend geprägt hat, eine Rückkehr war aufgrund der Erkrankung seiner Frau später nicht mehr möglich.
    So überträgt er seinen großen Traum auf seine Enkeltochter, indem er ihr ein begabtes Pferd, Boo, kauft und die beiden fast täglich trainiert. Das Tier ist einem Stall in der Stadt untergebracht, eine Erfahrung, die Jojo Moyes selbst gemacht hat. Auch sie hat inmitten der Großstadt geritten.
    Das entbehrungsreiche, aber geordnete Leben Sarahs gerät außer Kontrolle, als ihr Großvater einen Schlaganfall erleidet. Zufällig trifft sie auf die Anwältin Natasha, die auf "Kindeswohl" spezialisiert ist. Ihr Leben ist zurzeit ebenfalls außer Kontrolle, da ihr Exmann, von dem sie sich getrennt hat, nach einem Jahr plötzlich wieder im gemeinsamen Haus auftaucht, da er eine Bleibe braucht und die Dinge zwischen ihnen regeln will. Von Anfang an spürt man, dass beide sich lieben, jedoch nicht in der Lage sind, über ihren Schatten zu springen. Der charmante, gut aussehende Fotograph Mac scheint dazu eher bereit zu sein als die abweisende, kühl wirkende Natasha.
    Spontan entschließt diese sich, als sie Sarahs Lage realisiert, das Mädchen aufzunehmen. Eine Farce beginnt, denn das Ex-Paar spielt plötzlich heile Familie, vor dem Jugendamt und auch vor Sarah, was diese zwangsläufig durchschauen muss und sich daher vor beiden verschließt.
    Als sie im Pferdestall auch noch mit einem neuen, unfreundlichen Besitzer konfrontiert wird, der ihre Schulden auf besondere Weise erstattet haben möchte, flieht sie mit Boo und macht sich auf den Weg zum Cadre Noir, um ihren Traum zu verwirklichen.
    Mac und Natasha folgen ihr und man braucht keine Prophetin zu sein, um vorherzusagen, dass sich am Ende nach vielen Irrungen und Wirrungen alles in Wohlgefallen auflösen wird.

    Bewertung
    Den ersten Roman, den ich von Jojo Moyes gelesen habe, war "Ein ganzes halbes Jahr", der mich aufgrund seiner ernsten Thematik - Unter welchen Umständen sollte ein Mensch seinen Tod selbst bestimmen dürfen? - lange beschäftigt hat. Die Liebesgeschichte hat mich berührt, auch wenn mir bewusst war, dass es sich letztlich vor allem sprachlich um Unterhaltungsliteratur handelt.
    Die Fortsetzung fand ich weniger überzeugend. "Ein Bild von dir" und "Über uns der Himmel, unter uns das Meer" sind letztlich ebenfalls Liebesromane, deren ernsthafte und gut recherchierte Geschichte jedoch überzeugen können. Letztlich weiß ich, worauf ich mich bei Moyes einlasse. Eine Liebe, die vor unlösbaren Aufgaben zu stehen scheint, sich jedoch nach vielen Hürden, Umwegen und Hindernissen wieder findet. Das ist im vorliegenden Roman nicht anders. Im Gegensatz zu den genannten Vorgängern fehlt jedoch eine Erweiterung der Liebesgeschichte um ein ernsthaftes Thema oder einen interessanten zeitgeschichtlichen Einblick, wie die Verschiffung australischer Bräute nach England in "Über uns der Himmel, unter uns das Meer" oder die Besetzung Frankreichs im 2.Weltkrieg in "Ein Bild von dir". Die Einblicke in die renommierte Pferdeakademie Cadre Noir sind zwar ebenso interessant wie die autobiografische Dimension oder die Entwicklungsgeschichte Sarahs, sie tragen die Geschichte aber nicht über einen trivialen Liebesroman hinaus.
    Ich persönlich bin enttäuscht, da weder die Figuren überzeugen noch das Ende mit all seinen "künstlichen" Hindernisse, wobei man die ganze Zeit genau weiß, dass am Ende alles gut wird. Die Geschichte ist extrem vorhersehbar und zumindest das war bei den Vorgängerromanen nicht so offensichtlich der Fall, schade - definitiv mein letzter Moyes-Roman!

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 09. Feb 2017 

    Wo Schatten ist ist auch Licht

    Der Prolog dieses Romans greift die Vergangenheit auf. Es wird beschrieben wie Sarahs Großvater Henri seine Frau kennen und lieben lernte. Er steckte mitten in der Ausbildung im Cadre Noir. Diese Eliteschule gibt es wirklich und kann auf langjährige Tradition zurückgreifen. Henri beherrscht sein Pferd perfekt, doch ein Kamerad ist ihm nicht wohlgesonnen und provoziert bei einer schwierigen Dressurübung einen Ausbruch des eh schon reizbaren Hengstes Phantasme. Henri der wegen seiner beginnenden Liebelei zu Florence schon mehrfach verwarnt wurde, dass seine Diziplin zu wünschen übrig lässt, sieht rot und schlägt dem Kameraden seine Faust ins Gesicht, dies hat leider einen Ausschluss von dieser Eliteschule zur Folge.

    Weiter geht es in der jetzigen Zeit. Der Leser erfährt das Sarah, Henris Enkelin, und er allein leben. Die Großmutter ist verstorben, es gibt nur noch die beiden und ihre gemeinsame Liebe zu den Pferden, die Henri an Sarah weitergegeben zu haben scheint. Ihr Großvater trainiert sie und ihr Pferd Boo nach allen Regeln der Kunst. Alles scheint gut so wie es ist, bis Henri einen Schlaganfall erleidet, der es ihm unmöglich macht sich um seine Enkelin Sarah zu kümmern.

    Im zweiten Handlungsstrang erfährt man viel über Natasha Macauley, sie arbeitet in einer Kanzlei und vertritt dort die Interessen von Kindern. Sie lebt von ihrem Mann Mac getrennt, hat eine neue Beziehung mit einem Geschäftspartner aus der Kanzlei.

    Als sich Sarahs und Natashas Wege durch einen unglücklichen Zufall kreuzen, kommt eins zum anderen und das Leben von Sarah, Natasha, Mac und Boo wird ein turbulentes Knäuel aus Enttäuschungen und Hoffnungen.

    JoJo Moyes hat mit "Im Schatten das Licht" einen sehr emotionalen Roman geschaffen. Die Kombination aus Vergangenheit und Gegenwart hat mir sehr gut gefallen. Das Leben einiger Menschen wird miteinander verknüpft, und alle müssen erst lernen aufeinander zuzugehen und sich zu vertrauen, dies fällt keinem der Beteiligten leicht. Natasha beispielsweise hat große Probleme aus sich heraus zu gehen. Sarah hat Angst ehrlich zu sein, sie will ihr Pferd schützen. Mac ist eher unbedarft, aber auch er hat gerade in der Vergangenheit allzu leichtfertig alles abgetan.
    Womit wir bei den Charakteren wären......Sie haben mir sehr gut gefallen. Moyes beschreibt sehr bildhaft, und für mich nachvollziehbar die Gefühlswelt ihrer Protagonisten. Lediglich einige Dialoge zwischen Mac und Natasha bezüglich des Scheiterns ihrer Ehe langweilten mich ein wenig.

    Im Schatten das Licht hat mir sehr gut gefallen. Man erkennt unverkennbar die Feder von JoJo Moyes, dennoch sollte man dieses Werk als solches stehen lassen, und es nicht mit einschlägigen Vorgängern vergleichen der Autorin vergleichen.Diese Erwartungen könnten in dem Fall unerfüllt bleiben.
    Dieser Roman bezaubert den Leser aber auch sehr, nur auf einer anderen Ebene.