Im Leben bleiben

Buchseite und Rezensionen zu 'Im Leben bleiben' von Paul van Dyk
3.65
3.7 von 5 (3 Bewertungen)

Gebundenes Buch
New York, Sydney, Tokio - Rollstuhl

Paul van Dyk ist einer der berühmtesten DJs der Welt. Er hat Fans auf allen Kontinenten. Fast jedes Wochenende spielt er in den angesagtesten Klubs - bis er auf einer Bühne in ein metertiefes Loch stürzt. Für die Ärzte ist rasch klar: Paul van Dyk wird ein Pflegefall im Rollstuhl bleiben. Ohne jede Erinnerung an sein früheres Leben. Ohne Musik. Aber es kommt anders.

Paul van Dyk belegt als Musiker und Produzent Top-Plätze in den Charts rund um den Globus, ist für den Grammy nominiert und wird zweimal als World's No.1 DJ ausgezeichnet. Er führt ein Leben, das die meisten Menschen nur aus Lifestyle-Magazinen kennen. Für ihn ist es normal. Er ist voller Optimismus und Lebensfreude. Bis zum 27. Februar 2016. Ein Schritt, ein Sturz mehrere Meter in die Tiefe. Diagnose: zwei Brüche an der Wirbelsäule, Quetschungen und ein Schädel-Hirn-Trauma. Und der Beginn eines anderen Lebens, das ihn zwingt, alles noch einmal zu erlernen.
In seinem Buch verarbeitet Paul van Dyk den Moment des Fallens und die Zeit nach dem Aufwachen aus dem Koma. Vor allem aber zeigt er, wie wichtig Optimismus, Motivation und insbesondere Liebe sind, um in einer fast aussichtslosen Situation wieder ins Leben zurückzufinden.

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:200
Verlag: Benevento
EAN:9783710900310

Rezensionen zu "Im Leben bleiben"

  1. bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 08. Jun 2019 

    Rezension zu Im Leben bleiben

    Ich weiß nicht so richtig wie ich dieses Buch bewerten soll und kann. Paul van Dyk möchte hier mit diesem Buch aufgrund von seinen Erfahrungen bei den Lesern Verständnis für komatöse Patienten in Intensivstationen vermitteln. Was vollkommen okay und interessant wäre. Dieses Vermitteln der Situation der Patienten passiert auch. Nur hat mir hier in diesem Buch der rote Faden gefehlt. Es wäre für dieses Ziel besser gewesen, einen erfahrenen Autor zu benutzen. das hätte sicher ein besseres Ergebnis bewirkt. Bitte nicht missverstehen! Aber der Aufbau des Buches ist deutlich überarbeitungswürdig. Wenn man überhaupt von einem Aufbau/einer Gliederung sprechen kann.

    Ich habe gehofft in diesem Bericht Näheres über den Unfall und die Verletzungen, Hintergründe über den Genesungsprozess und die Therapie zu erfahren. Aber weder auf den zeitlichen Rahmen wird näher und gegliedert eingegangen, noch erfährt man Näheres über die stattgefundene Therapie. Sehr sprunghaft und abgehackt werden das Befinden und der langsame Genesungsprozess von Paul geschildert. Sicherlich ist es auch für einen Betroffenen sehr schwer über diese dunkle Zeit ein Buch zu schreiben. erschwert wird ein Verstehen noch durch ein abwechselndes Beschreiben der Situation, einmal berichtet Paul, dann berichtet Margarita, seine Frau. Damit wird vermittelt was dieses Paar durchmachen muss. Die Beschreibung dieses Prozesses wäre in meinen Augen aber sicher besser, informativer und vollständiger gegangen. In einem einfachen Schreibstil gehalten, für eine breite Leserschaft vollkommen geeignet, versucht der Autor einiges biographisches darzulegen und seine Verbundenheit mit der Musik, beides klappt ganz gut und informativ, nur die Krankengeschichte wäre in meinen Augen dringend zu überarbeiten gewesen.

    Ich bin sehr beeindruckt wie das Paar, aber vor allem natürlich Paul diese Situation gemeistert hat und es ist schrecklich so etwas erleben zu müssen. Beide verdienen definitiv Respekt für ihr Handeln. Dieses Buch ist aber in meinen Augen nicht so gut geworden, wie es Paul's Geschichte eigentlich verdient und verlangt! Schade!

  1. bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 20. Mai 2019 

    Sein Schicksal erträgt man besser mit viel Liebe

    "Wir müssen bereit sein, uns von dem Leben zu lösen, das wir geplant haben, damit wir das Leben finden, das auf uns wartet." (Oscar Wilde)
    Paul van Dyk einer der berühmtesten deutschen DJ, zweimal ausgezeichnet mit dem als World's No.1 und nominiert für einen Grammy. Er führt ein erfülltes Leben, reist für seine Musikauftritte mehrmals um die Welt um in den angesagtesten Clubs zu spielen. Bei seinem Auftritt am 27. Februar 2016 in Utrecht, kommt es zu einem folgenschweren Unfall. Paul tritt in ein nicht gesichertes Loch, das nur mit Tüchern abgedeckt war und stürzt über 6 Meter in die Tiefe. Dabei verletzt er sich an der Wirbelsäule und erleidet ein schweres Schädel-Hirn-Trauma. Mehrere Tage liegt er im Koma, die Ärzte geben wenig Hoffnung das er danach je wieder laufen kann. Dass er seinen Namen, den seiner Mutter oder Verlobten je wieder weiß ist bis dahin ebenfalls fraglich, genauso ob er je wieder Musik machen kann. Doch dann geschieht das unmögliche, mit der Liebe, Kraft und Geduld seiner Verlobten Margarita beginnt Paul zu kämpfen. In seinem Buch verarbeitet Paul van Dyk den Schicksalsschlag, doch er will auch aufzeigen was man mit Optimismus, Motivation und viel Liebe alles erreichen kann.

    Meine Meinung:
    Bis zu dem Buch sagte mir der Name Paul van Dyk gar nichts, mich hatte lediglich der Klappentext und Pauls Leidensweg angesprochen und interessiert. Wie meist üblich für biografische Bücher zierte auch hier das Bild von Paul van Dyk das Cover. Der Schreibstil war gut, allerdings konnte es mich emotional wenig berühren. Außerdem irritierte mich ein wenig der ständige Gedankenwechsel von Paul und Margarita. Dadurch merkte ich oft erst im Laufe des Lesens, ob dies nun von Paul oder von Margarita stammte. Ich hätte es besser gefunden, wenn man diese verschiedenen Personenwechsel besser gekennzeichnet oder gar mit einer anderen Schriftform präsentiert hätte. Das Pauls Part dabei recht einfach geschrieben war, lag sicher an den Auswirkungen seines Unfalls. Außerdem hatte es mich verwirrt, da ich nicht damit rechnete, dass doch viel Inhaltliches nicht vom Paul stammte. Zudem fand ich sehr irritierend, dass Passagen aus seiner DDR Vergangenheit und speziell, technisches seiner Musikszene ebenfalls hier aufgeführt wurde. Dabei waren für mich die meisten Dinge daraus wenig relevant, weil sie für mich vieles zu technisch und unverständlich war. Ich hatte da kurz den Eindruck, dass sich der Autor oder der Verlag nicht entscheiden konnte zwischen Leidensgeschichte oder Autobiografie. Für mich wäre eine tiefgründigere Leidensgeschichte, wo man auch mal von Paul Niederschlägen, seine Therapien usw. mehr erfahren hätte, weitaus interessanter gewesen. Ich vermute mal, das ist eher für seine Fans interessant. Von daher war dieses Buch für mich nicht ganz ausgereift, zumal er es ja auch für Angehörige von Komapatienten sein sollte. Außerdem schweifte man thematisch viel zu viel hin und her, da wäre sicher eine bessere Gliederung, in dem man mit seiner Vergangenheit zuerst beginnt, weitaus besser gewesen. Trotzdem mich dieses Buch emotional wenig berührt hatte, waren ein paar Passagen recht interessant. Besonders beeindruckt hatte mich, was man mit viel Liebe und Musik doch alles bewirken kann und wie viel Auswirkungen dies für den Genesungsprozess von Paul hatte. Von mir bekommt das Buch 3 von 5 Sterne, wobei ich es doch eher den die Paul van Dyk Fans empfehlen würde.

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 25. Apr 2019 

    Jeder Tag ist gut

    Er ist oben, einer der Trance-Pioniere der ersten Stunde. Paul van Dyk reist um die Welt, seine DJ-Sets sind gesucht und gebucht. Doch bei dem Utrecht Festival im Februar 2016 stürzte Paul van Dyk wegen einer ungesicherten Gefahrenstelle von der Bühne. Mit schwersten Verletzungen wurde er ins nahegelegene Krankenhaus gebracht. Die Prognose war nicht gut. Seine Freundin Margarita reist aus Los Angeles an, seine Mutter aus Berlin. Der Ernst der Lage ist klar erkennbar. Mit der Energie der Liebe hält Margerita alles Negative von Paul fern und Schritt für Schritt kämpft sich der DJ ins Leben zurück.

    Man kennt sie, die DJs, mit deren Namen man den Beginn der elektronischen Musik verbindet. Man hat die Zeit miterlebt, Techno, Rave, Trance, House und wie die Stile heißen. Nicht jede Richtung ist für jeden angenehm. Musik ist halt, was gefällt und das ist individuell verschieden. Doch es gibt die Lieder, bei denen man abhebt, bei denen der Rhythmus sofort ins Blut beziehungsweise in die Beine geht. Man hat einige Sets besucht und sich den Wind der unvergessenen Love-Parade in Berlin um die Nase wehen lassen. Natürlich ist die Zeit irgendwann vorbei und man genießt die Musik eher am Computer. Dennoch bleibt einem die Musik nahe und man hört von den Festivals und man hört auch von dem Unfall. Nicht in seinem ganzen Ausmaß.

    Und nun drei Jahre später hat Paul van Dyk mit seinem Buch das Leben nach dem Unfall beschrieben. Zum Teil aus seiner eigenen Sicht und zum anderen aus Sicht Margaritas wird dem Leser die schwere Zeit nahegebracht. Margarita, der zunächst niemand so richtig erzählt, was geschehen ist. Paul, schwer verletzt im Krankenhaus. Mit emotionalen und mitreißenden Worten wird geschildert, wie es um Paul stand, wie Margarita mit dem Mut einer Tigerin alles unternimmt, um Paul ins Leben zurückzuhelfen. Ein schwerer Weg, der mit der Zeit wohl etwas leichter wird, der aber nie aufhört. Doch Paul van Dyk nimmt die Einschränkungen an, die ihm der Unfall auferlegt. Er akzeptiert, dass es gewisse Grenzen gibt und er versucht doch immer wieder sie zu verschieben. Und in kleinen Schritten glückt es. Es gibt keinen Tag ohne Schmerzen, doch jeder Tag am Leben, jeder Tag, an dem er seine Musik leben kann, ist ein guter Tag.

    Paul van Dyk ist einer der sich aus einfachen Verhältnissen hochgekämpft hat. Vielleicht hat er zur richtigen Zeit, am richtigen Ort, das richtige Thema erwischt. Doch sein begünstigtes Leben konnte ihn nicht vor dem Unfall schützen. Er musste beinahe von Null anfangen, mit dem Beistand vor allem seiner Freundin kam er ins Leben zurück. Aufgeben ist keine Option und so kann das Beispiel Pauls jedem in einer schwierigen Situation Mut machen.