Im Augenblick des Todes: Thriller

Rezensionen zu "Im Augenblick des Todes: Thriller"

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 10. Nov 2015 

    Was - Ist - Da - Los?!

    Bei seinem zweiten Fall genießt Kommissar Severin Boesherz zunächst seinen freien Tag bei einem Spaziergang am Berliner Schlachtensee. Gerade als er auf einer Bank in der Sonne seine Zeitung liest, tritt ein Unbekannter an ihn heran und lädt ihn zu einem Ausflug ein. Boesherz ahnt, dass hinter dem adretten Auftreten des Fremden mehr steckt und lässt sich wider alle Vernunft auf eine Fahrt in einer Limousine der gehobenen Klasse ein. Als der Kommissar das Haus am Ziel der Reise betritt, erwartet ihn ein schockierender Anblick: Dr. Friedemann Praetorius sitzt ausgeweidet und skalpiert an seinem Schreibtisch, dem Arzt gegenüber ein Skelett, ausgestattet mit dessen Haaren und Organen. Doch nicht der Anblick selbst ist es, der Boesherz zusammenfahren lässt, sondern die Tatsache, dass er diesen Anblick bereits kennt. Sechzehn Jahre zuvor gab es im Rheingau bereits eine Mordserie, die genauso begann - der einzige Fall, den der geniale Kommissar nie aufklären konnte...

    Als Dezernatsleiterin Daniela Castella erfährt, dass bei dem aktuellen Fall Spuren in die Vergangenheit des Kommissars führen, erwägt sie zunächst, Boesherz ganz aus den Ermittlungen herauszuhalten. Doch die Umstände zeigen rasch, dass genau er es ist, der mit seinem scharfen analytischen Verstand die Rätsel lösen und überhaupt erst erkennen kann. Der Mörder spielt ein böses Spiel mit ihm, ein Mord nach dem anderen wird entdeckt, und Boesherz gerät zunehmend selbst in den Fokus der Ermittlungen. Als sein früherer Vorgesetzter Hauptkommissar Rupert Schirlo zu dem Fall hinzugezogen wird, spitzt sich die Lage noch weiter zu...

    Hui, was für ein Thriller!! Ich lese wirklich viele Bücher dieses Genres, aber Reaktionen wie 'Was ist hier eigentlich los?!' und 'Nein, bitte nicht!!' sowie 'Das kann doch gar nicht sein!!' locken die wenigsten noch bei mir hervor. Was kann ich sagen, ohne zu viel zu verraten? In jedem Fall so viel: bis kurz vor dem Ende wusste ich einfach überzaupt nicht mehr, was ich glauben sollte. Und so geht es auch den Kollegen von Severin Boesherz, die zunehmend nicht mehr wissen, wie sie sich verhalten sollen und was zum Teufel eigentlich hinter dem ganzen steckt. Denn eines ist mal klar: der hochbegabte Kommissar spielt alles andere als mit offenen Karten.

    Hach, ich liebe einfach die Thriller von Vincent Kliesch - aber mit diesem hat er in meinen Augen alles bisher dagewesene übertroffen. Gut und böse, richtig und falsch, glauben und misstrauen, alles verschwimmt und Unsicherheit macht sich breit. Immer weniger war ich bereit, das Buch noch zur Seite zu legen, denn ich musste doch einfach hinter des Rätsels Lösung kommen. Tief sind die aktuellen Morde mit der Vergangenheit Severins verknüpft, und nach und nach entfaltet sich vor des Lesers Augen ein zunehmend plastisches Bild des Ermittlers. War nach dem ersten Band im Grunde nur bekannt, dass der stattliche Hauptkommissar stets adrett und stilvoll gekleidet ist, gutes Essen und exzellenten Wein liebt und sich am ehesten bei einer Opernarie entspannt sowie durch seinen analytischen Verstand und seine teilweise zynischen Bemerkungen teilweise auch recht arrogant erscheint, wird einem hier ein zunehmender Blick hinter die Fassade gewährt.

    Ein flüssiger Schreibstil, spannende Wendungen, kurz gehaltene Kapitel - all dies treibt den Leser noch zusätzlich durch das Buch. Einer der besten Thriller, die ich in diesem Jahr gelesen habe. Unglaublich spannend und geschickt konzipiert, ein perfides Spiel mit den Nerven des Lesers, richtig klasse.

    Für alle Thrillerfans eine unbedingte Empfehlung!

    © Parden

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 04. Sep 2015 

    Dieser Thriller hat mich um den Schlaf gebracht

    Inhalt:
    Severin Boesherz wird von seiner Vergangenheit eingeholt. Das sieht er sofort als er an den Tatort kommt zu dem ihn ein mysteriöser Mann gefahren hat. Ein Arzt skalpiert und ausgeweidet, dem ein Skelett gegenüber sitzt. Ein Bild des Schreckens und doch für Boesherz kein unbekanntes Bild. Es ist die Kopie eines Falls von vor sechszehn Jahren. Dem einzigen Fall den er nie aufgeklärt hat...

    Meine Meinung:
    Im Augenblick des Todes ist der zweite Band mit Severin Boesherz als Kommissar und ich hoffe das es auch nicht der letzte sein wird. Mir ist dieser etwas andere Kommissar doch ans Herz gewachsen.

    Dabei macht es Vincent Kliesch nicht unbedingt leicht diesen etwas grummeligen Kommissar zu mögen. Boesherz ist sehr eigen. Hoch Intelligent, was in diesem Band mehrfach besonders zur Sprache kommt und auf jeden Fall außergewöhnlich. Er ist ein Einzelgänger und bekommt direkt von Anfang an die Freigabe so zu ermitteln wie er es für richtig hält. Somit braucht sich der Leser über Alleingänge auch gar nicht erst zu Ärgern.

    Geärgert habe ich mich auch über nichts. Es war am Anfang etwas schwer Boesherz zu folgen. Es gab Gedankengänge, die für "Normalsterbliche" und nicht hoch begabte wohl einfach zu kompliziert waren um ihnen zu folgen. Doch das störte mich hier nicht, denn Rätseln konnte ich trotzdem, kam eben nur nicht auf das was raus kommen sollte. Der Spannung tat das auch keinen Abbruch. Die baute sich schon im Prolog auf und stieg weiterhin an um dann am Ende ihren Höhepunkt zu haben. Talfahrten gab es nicht. Somit ziemlich geradlinig. Wie auch die Geschichte selber, das bewirkte zwar das ich schon recht schnell ahnte, wer der Täter sein könnte und wie sich manch anderes am Ende zusammen setzt. Trotzdem gab es für mich dort keinen Spannungsabfall.

    Boesherz habe ich ja schon ein wenig beschrieben. Hier in dem Band zeigt er Gefühl und das sorgt dafür das er mir als Mensch näher kam. Ein Kommissar, der ähnlich wie Der Mentalist aus Gegebenheiten Fakten zaubert ist schon etwas abgehoben, doch diese Gefühlsseite macht aus diesem Superhirn ein Mensch und das bringt Vincent Kliesch hier auch gut rüber.
    Seine Kollegen lässt er auch nicht außer Acht, auch wenn er ziemlich alleine ermittelt gibt es doch ein Team was um ihn herum ist. Besonders benannt werden müsste hier aber keiner. Sie sind seine Gehilfen und schützen ihn stellenweise.
    Es gibt drei Figuren, die hier neu dazu kommen, aber ohne wirklich zu Spoilern auch nicht genauer beschrieben werden können. Ihre Funktion wurde mir aber recht schnell klar. Nur eine Figur barg da eine Überraschung.

    Insgesamt hat mich Im Augenblick des Todes so gut unterhalten das ich lieber auf Schlaf verzichtete als das Buch zur Seite zu legen. Selbst die Erahnung des Endes sorgte nicht dafür das die Spannung sank. Ganz im Gegenteil. Es motivierte mich weiter zu lesen um zu sehen ob meine Theorien stimmten.

    Wie zu Beginn schon geschrieben, hoffe ich das hier nicht Ende ist und bin gespannt auf den nächsten Fall.