Ihr Blut so rein - Lacey Flint 3: Thriller

Buchseite und Rezensionen zu 'Ihr Blut so rein - Lacey Flint 3: Thriller' von Sharon Bolton
4
4 von 5 (2 Bewertungen)

Fünf tote Jungen in fünf Wochen. Und der Blutdurst
des Killers ist noch nicht gestillt …


Barney weiß, dass der Killer bald wieder zuschlagen wird. Das Opfer wird wieder ein Junge sein wie er. Er wird ihm die Kehle durchschneiden, ihn verbluten lassen und die Leiche am Ufer der Themse ablegen. Die Polizei wird keinen Hinweis auf den Täter finden und keine Warnung, wen es als nächstes treffen könnte. Doch der elfjährige Barney hat etwas gesehen – und nun sammelt er akribisch jeden Hinweis, um den Fall zu lösen. DC Lacey Flint, Ermittlerin in Sonderurlaub, könnte den Fall guten Gewissens ihren Kollegen überlassen. Wenn Barney Roberts nicht ausgerechnet ihr Nachbar wäre …


Format:Taschenbuch
Seiten:448
EAN:9783442483525

Rezensionen zu "Ihr Blut so rein - Lacey Flint 3: Thriller"

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 17. Mär 2018 

    Großartiges Verwirrspiel...

    Traumatisiert von den Geschehnissen im letzten Fall, ist DC Lacey Flint derzeit krankgeschrieben. Sie schottet sich vor allen ab und geht auch ihrem Kollegen Mark Josebury aus dem Weg. Mit viel Sport versucht sie sich abzureagieren und dadurch möglichst wenig über die Ereignisse der jüngeren Vergangenheit nachzudenken. Das letzte was Lacey derzeit möchte, ist ein neuer Fall. Doch eine neue Mordserie erschüttert London - kleine Jungen werden ausgeblutet an der Themse abgelegt, und die Abstände zwischen den Morden werden immer kürzer. Und neben Lacey wohnt der elfjährige Barney Roberts mit seinem Vater - der Junge hat etwas gesehen und ahnt, dass der Killer bald wieder zuschlagen wird. Als Lacey schließlich eingreift, ist es fast zu spät...

    Nachdem mich die vorherigen Fälle wirklich überzeugt hatten, war ich auf den dritten Band der Reihe um Lacey Flint sehr gespannt. Tatsächlich knüpft dieser zeitlich fast nahtlos an den Vorgänger an, so dass deutlich wird, wie es der jungen Ermittlerin nach den Vorfällen in Cambridge geht - nachvollziehbar, dass Lacey ernsthaft darüber nachdenkt, ob sie überhaupt bei der Polizei bleiben soll. Doch die aktuellen Ereignisse um die toten Kinder an der Themse spitzen sich immer mehr zu, so dass Lacey letztlich zwangsläufig in die Mordserie um die ausgebluteten Jungen hineingezogen wird - und keine Minute zu früh!

    Bei der Lektüre empfand ich wieder vor allem zu Beginn dieses Gefühl einer ständigen unterschwelligen Bedrohung, punktuell fast unerträglich, was mich einfach noch zusätzlich rasch durch die Seiten trieb. Das Gestalten solch düsterer Atmosphären hat Sharon Bolton wahrlich drauf. Ebenso beherrscht die Autorin das Spiel mit den Fragezeichen, die im Kopf des Lesers nur so aufploppen - und schließlich auch das Verwirrspiel um den möglichen Täter. Bis kurz vor Schluss war ich mir nicht sicher, wer denn nun hinter diesen Gräueltaten steckt, was für einen sorgfältig und intelligent konzipierten Thriller spricht.

    Ein wenig enttäuscht war ich über die Entwicklung der Charaktere. Dass beispielsweise Mark Josebury hier größtenteils kaum eine Rolle spielt, obwohl er Lacey im letzten Band seine Liebe gestand, habe ich erstaunt zur Kenntnis genommen. Vor allem aber Laceys und Marks Vorgesetzte Dana Tulloch benimmt sich hier durchgehend merkwürdig. Die Mordfälle nehmen sie mehr mit als gewöhnlich, und nachdem sie sich in den beiden Fällen davor nach anfänglichen Vorbehalten doch mit Lacey arrangiert zu haben schien, stellt Dana hier wieder alles in Frage. Sie verdächtigt Lacey nicht nur, etwas mit den ausgebluteten Jungen zu tun zu haben, sondern entwickelt geradezu einen Widerwillen gegen die junge Ermittlerin. Dadurch wirkt sie trotz aller Kompetenz und Erfahrung phasenweise eher wie eine Berufsanfängerin, was mir nicht gefallen hat. Auch die Profilerin, die zu der Mordserie hinzugezogen wird, ist alles andere als überzeugend, so dass letztlich der gesamte Polizeiapparat als eher stümperhaft rüberkommt, was ich in dieser Serie nicht unbedingt notwendig finde.

    Insgesamt jedoch hat Sharon Bolton hier wieder einen überaus spannenden Thriller konzipiert, und auch wenn der Humor diesmal eher auf der Strecke blieb und am Ende ein paar kleine Fragezeichen offen blieben, konnte mich auch der dritte Band wieder überzeugen. Eigentlich impliziert der Schluss des Buches das Ende der Reihe, doch es gibt noch einen vierten Band. Darauf bin ich nun wirklich gespannt...

    © Parden

    ************************

    Die Bücher der Reihe um Lacey Flint:

    Dunkle Gebete
    Dead End
    Ihr Blut so rein
    Schwarze Strömung

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 13. Mär 2018 

    Themsewasser

    Noch hat Lacey Flint ihre Erlebnisse aus dem letzten Fall nicht überwunden, noch ist sie dienstunfähig. Doch sie kann nicht wegschauen als in der Nähe der Themse die Leichen von mehreren Jungen auftauchen. Den Kindern wurde die Kehle durchgeschnitten und sie verbluteten. Der 11jährige Barney hat etwas beobachtet, er ist ein sehr guter Beobachter, eigentlich sucht er nach seiner Mutter, die seit er ein Kleinkind war verschwunden ist. Und nun versucht er nicht nur herauszufinden, was mit der Mutter geschah, er will auch den nächsten Jungen retten, der in die Fänge des Täters gelangen könnte.

    Barney wohnt in Laceys Nachbarschaft, sie pflegen eine lockere Bekanntschaft. Wenn Lacey laufen geht, sehen sie sich manchmal. Ihre Häuser haben sie gegenseitig im Blick. Zunächst möchte sich Lacey ihrer Genesung widmen, obwohl sie ihrer Psychologin nicht richtig vertraut. Insgeheim möchte sie den Polizeidienst verlassen, sie befürchtet wegen ihrer Vergangenheit, die keiner so richtig kennt, immer wieder anzuecken. Aber wenn es um Kinder geht, kann sie nicht einfach wegsehen. Vielleicht ist Barney in Gefahr, Lacey muss einfach herausfinden, was und wer hinter den Taten steckt.

    Lacey ermittelt, Barney ermittelt und die Polizei ermittelt. Daraus ergibt sich eine sehr spannende Konstellation, in der der Leser mehr weiß als jeder einzelne Ermittler und doch im Dunkeln tappt. Man wünscht sich, dass Lacey sich so langsam ihrer Vergangenheit stellt und einen festen Platz bei der Polizei oder einem anderen Arbeitgeber findet und auch in Joesburys Leben. Von diesem ist einiges über seinen privaten Hintergrund zu erfahren. Danas Misstrauen gegenüber Lacey erscheint durchaus übertrieben. Barney, dieser tapfere Junge erweckt viel Sympathie, wie schwer ist es ohne Mutter aufzuwachsen und wie einfallsreich geht er vor, wenn er versucht, den Täter finden. Zwar kann man nicht jeden Gedanken nachvollziehen, der in den Köpfen der handelnden Personen steckt, doch tritt dies zurück hinter einem packenden Thriller, der es wirklich in sich hat.