Ich sehe was, was niemand sieht

Buchseite und Rezensionen zu 'Ich sehe was, was niemand sieht' von Tim O'Rourke
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Ich sehe was, was niemand sieht"

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:368
Verlag: Chicken House
EAN:9783551520746

Rezensionen zu "Ich sehe was, was niemand sieht"

  1. Toller Jugendthriller

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 28. Mär 2015 

    Charley möchte nur ein ganz normales Mädchen sein, aber das ist ihr nicht vergönnt. Sie hat immer wieder Visionen, die sie Blitze nennt. In ihnen sieht sie einzelne Bilder von Morden, die an jungen Mädchen verübt werden. Außer ihrer Freundin Natalie hat ihr nie jemand geglaubt und jetzt ist auch Natalie tot. War es wirklich ein Unfall? Und dann gehen die Visionen wieder los und dieses mal kann Charley eindeutig beweisen, dass sie einen Mord miterlebt hat, denn sie kennt den Namen des Opfers. Durch Zufall lernt sie den jungen Polizisten Tom Henson kennen und erzählt ihm alles. Glaubt er ihr oder will sie er nur beschwichtigen? Können sie weitere Morde dank Charleys Hilfe verhindern, oder tun sie auch alles nur als Spinnerei ab? Gerät vielleicht auch Charley durch ihr Wissen in Gefahr?

    Was für ein toller Jugendthriller. Charley ist mir sofort ans Herz gewachsen und ich konnte mich so gut in sie hinein versetzen. Von ihren Klassenkameraden wird sie ausgelacht und als Freak bezeichnet. Keiner möchte etwas mit ihr zu tun haben. Keiner außer Natalie. Und ausgerechnet sie stirbt und lässt Charley wieder alleine zurück. Eine Mutter hat sie nicht mehr und der Vater tut alles als Spinnerei ab und wird richtig wütend wenn Charley von ihren Blitzen erzählt. Dabei möchte sie doch nur, dass ihr Vater ihr endlich glaubt. Sehnt sich nach seinem Vertrauen. Doch er ist blind und taub und will davon nichts wissen. Und als wären diese Gedankenblitze nicht schon schlimm genug, leidet sie danach auch immer noch unter starken Kopfweh- und Migräneattacken. Sie hat mir so leid getan. Wie schlimm muss das sein, wenn man auch noch den einzigen Menschen verliert, der einem je geglaubt hat und diese Gabe einfach akzeptiert hat? Charley fühlt sich einsam und allein. Ich wollte sie immer nur in den Arm nehmen und sie trösten. Ihr sagen, dass ich ihr glaube.

    Und dann trifft sie auf Tom. Sollte jetzt endlich alles gut werden? Ich habe so mit Charley gehofft. Mit ihr gebangt und ihre Ängste mit ihr geteilt. Das konnte ich nur, weil der Autor so einen lebendigen und bildhaften Schreibstil hat und seine Charaktere absolut authentisch wirken. Ich war wirklich sofort gefesselt und konnte das Buch kaum noch aus der Hand legen. Einzig der total klischeehafte Kollege von Tom, der Polizist Jackson, hat ein wenig meine Lesefreude getrübt. Er ist so vorhersehbar und immer nur der Idiot, der niemals anders agiert und immer gegen Tom und seine Meinung interveniert. Ihn hätte ich mir einfach etwas vielschichtiger gewünscht. Aber das Ende hat mich auch mit ihm versöhnt.

    Ich vergebe für dieses Buch 4 von 5 Punkten und eine absolute Leseempfehlung. Den Autor werde ich mir merken und nach weiteren Büchern von ihm Ausschau halten.

    © Beate Senft