Ich bin die Angst: Thriller (Ein Shepherd Thriller, Band 2)

Rezensionen zu "Ich bin die Angst: Thriller (Ein Shepherd Thriller, Band 2)"

  1. bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 29. Sep 2019 

    Die Wahrheit

    Und wieder ist Marcus Williams einem Monster auf der Spur. Immer wieder verschwinden junge Frauen und wenn sie wieder gefunden werden, sind sie tot. Ein normaler Mensch kann nicht so grausam sein. Der Täter wird der Anarchist genannt. Ihm ist es bisher gelungen, sich gut zu tarnen, so dass er nie gefunden wurde. Möglicherweise hat er eine normale Identität mit einer normalen Familie. Wird Williams als Mitglied der Shepherd Organisation dem Täter auf die Spur kommen? Francis Ackerman jr. scheint der einzige zu sein, der ihm helfen kann und Ackerman wähnt sich im Besitz der ganzen Wahrheit.

    Im zweiten Band der Reihe um Francis Ackerman jr. ist Marcus Williams schon eine Weile Mitglied bei Shepherd. Er zweifelt an sich selbst. Rechtfertigt seine Tätigkeit für die Organisation alle seine Handlungen. Was für ein Mensch ist er überhaupt. Sein Partner liegt schwer verletzt im Krankenhaus und seine Beziehung mit Maggie läuft auch nicht so. Die Taten des Anarchisten überschatten jede Nachdenklichkeit. Dieser Killer muss einfach gefasst werden. Doch wem kann Marcus trauen, wenn allem Anschein nach nicht einmal der Boss die ganze Wahrheit sagt. Und wieso scheint der Anarchist immer einen Schritt voraus zu sein.

    Wenn man die Handlung von allen Gewaltschilderungen und Dämlichkeiten befreit, bleibt ein eigentlich geschickt konstruierter Fall, der mit einigen Überraschungen daherkommt. Allerdings bliebe dann auch nur ein recht dünnes Heftchen. Und so muss man sich von etlichen Grausamkeiten, Gewalttätigkeiten und Dummheiten ablenken lassen. Irgendwann wird das etwas zu viel. So hat man einen übertrieben wilden Wildwestroman, der in Chicago spielt, rasant und spannend und mit einem Twist in der Rahmenhandlung, der bei Erstveröffentlichung des Buches sicher für einen Knalleffekt gesorgt hat. Gut vorstellbar, dass diese Reihe gerade das Richtige für den Urlaub ist.

  1. bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 25. Sep 2019 

    Ein Monster übertrumpft das andere...

    Der "Anarchist", ein mysteriöser Killer, verbreitet in Chicago Angst und Schrecken. Er zwingt jedes seiner Opfer, ihm unentwegt in die Augen zu schauen. Sie sollen sein wahres Gesicht sehen. Nicht das Gesicht des liebevollen Ehemannes und Vaters, das er seit Jahren für seine Familie aufsetzt, sondern das Gesicht des absolut Bösen. Um ihn auszuschalten, ist Marcus Williams auf die Hilfe seines schlimmsten Feindes angewiesen: Francis Ackerman junior, der berüchtigste Serienkiller der Gegenwart.

    Band zwei der hochgelobten Reihe um den Serienkiller Francis Ackerman junior habe ich gerade beendet - und kann das Kopfschütteln immer noch nicht lassen. Doch dazu gleich mehr.

    Der erste Band 'Ich bin die Nacht' konnte mich schon nicht so recht überzeugen, was v.a. daran lag, dass die Charaktere sich gar nicht richtig präsentieren konnten, weil die Handlung nur so vor Blut und Gewalt strotzte. Meine Hoffnung war, dass sich dies im Folgeband ändern würde.

    Nun, hier geht es zwar auch nicht gerade zimperlich zu, aber ja, der Fokus liegt in diesem Band tatsächlich nicht mehr ausschließlich auf den Gewaltszenen, sondern - ja, worauf eigentlich? Allein das finde ich schon schwer zu beantworten, denn hier gibt es nicht nur den 'Anarchisten', der in Chicago mit seinen brutalen Morden für Aufruhr sorgt, sondern auch Francis Ackerman junior im Hintergrund, der schön dafür sorgt, dass Marcus Williams, der eben solche Serienkiller jagt um sie ein für alle mal auszuschalten, auch wirklich alle relevanten Informationen und Hinweise erhält.

    Damit hätten wir dann gleich drei Serienkiller, denn im Grunde handelt Marcus ja auch nicht anders als diejenigen, die er jagt, da er sie kompromisslos tötet, um das Böse zu tilgen. Dabei hadert er durchaus mit seiner Rolle, aber nicht mehr, wie noch im ersten Band, weil er eben erkennt, dass ihn kaum etwas von den zur Fahndung ausgeschriebenen Serienkillern unterscheidet, sondern deshalb, weil er merkt, dass er Spaß daran zu gewinnen beginnt.

    Und als ob das nicht ausreichen würde, präsentiert Ethan Cross hier auch noch einen vierten Serienkiller, das personifizierte Böse, dessen größte Gabe die Manipulation ist, der aber durchaus nicht vor Gräueltaten zurückschreckt. Vier Serienkiller in einem Band - und der Autor entfaltet hier eine makabre Posse darum, wer von ihnen wohl das größte Monster ist. Wirkliche Spannung habe ich hier nicht erlebt, weil ich die meiste Zeit mit hochgezogenen Augenbrauen las - und bestenfalls nur staunte.

    Da bislang keiner der vorgestellten Charaktere auch nur einen Funken Sympathie bei mir auslösen konnte, war es mir auch herzlich egal, wenn einem von ihnen etwas zustieß. Ich war einfach neugierig darauf, wie Ethan Cross dieses Sammelsurium wohl auflösen würde, und ja, es gab etliche wirre Passagen und auch einige logische Fehler. Zudem amüsierten mich die meisten blutigen Szenen tatsächlich nur noch, weil sie teilweise wie ein schlecht inszenierter Western wirkten. Zwischenzeitlich fragte ich mich ernsthaft, ob der Autor tatsächlich einen Thriller schreiben wollte oder aber eine Persiflage - und der Verlag hat es einfach nicht bemerkt?

    Ganz ungeschickt ist Ethan Cross allerdings nicht. Denn am Ende, als selbst Marcus seinen Job eigentlich schmeißen wollte, ergab sich noch eine erstaunliche Wendung. Marcus wie dem Leser wird mit dem letzten Satz noch ein Brocken hingeworfen, der einen doch zögern lässt. Marcus wird dem angedeuteten Geheimnis sicher im dritten Band auf die Spur kommen wollen - ich bin noch nicht so recht überzeugt. Aber ausschließen will ich es eben auch nicht. Hm.

    Auch Band zwei bot für mich also wieder keine überzeugende Vorstellung, aber ich bleibe neugierig...

    © Parden

    ***

    Bislang gelesen aus der Reihe um Francis Ackerman junior:

    Ich bin die Nacht
    Ich bin die Angst