Ich bin der Schmerz: Thriller (Ein Shepherd Thriller, Band 3)

Rezensionen zu "Ich bin der Schmerz: Thriller (Ein Shepherd Thriller, Band 3)"

  1. bewertet:
    2
    (2 von 5 *)
     - 08. Dez 2019 

    Familienbande...

    Die Shepherd Organization wurde gegründet, um besonders grausame Fälle aufzuklären. Diesmal haben es Marcus Williams und sein Team mit dem »Anstifter« zu tun, einem Killer, der zuerst die Familie eines unbescholtenen Mannes entführt, bevor er diesem befi ehlt, einen anderen unbescholtenen Mann zu töten. Weigert sich der Erpresste, werden seine Lieben brutal ermordet. Auf der Jagd erhält Marcus Hilfe von seinem Halbbruder, dem Serienkiller Francis Ackerman jr. Denn dieser weiß, wer hinter dem Anstifter steckt: sein Vater. Der, der ihn zu dem gemacht hat, was er ist: dem absolut Bösen…

    Band drei der hochgelobten Reihe um den Serienkiller Francis Ackerman junior habe ich gerade beendet - und komme auch diesmal aus dem Kopfschütteln nicht heraus. Was ist das für ein Serie? Für mich ist das bestenfalls eine Persiflage, denn hier ist schlichtweg alles überzogen, kaum etwas vorstellbar, die Hauptcharaktere allesamt mit Superkräften gesegnet und fast unkaputtbar - hier könnte ich endlose Szenen aufzählen.

    Die Shepherd Organization rückt hier zunehmend in den Hintergrund, nur deren Ermittler Marcus Williams und seine Freundin Maggie - beide unterwegs im Namen des Guten, versteht sich - spielen eine wichtige Rolle. Im Grunde geht es hier um Familienbande - in einer Sippschaft aus Monstern. Allen liegt das Morden im Blut, nur Marcus - ja, auch er gehört zu dieser Familie - weigert sich (noch), den letzten Schritt zu tun. Er gerät jedoch in die Fänge seines Vaters, ebenso wie sein eigener Sohn, von dem er selbst gerade erst erfahren hat. Enkel, Sohn und Opa - ist es nicht niedlich?

    Ach, und natürlich nicht zu vergessen auch noch der Halbbruder von Marcus: der berühmtberüchtigte Serienkiller Francis Ackerman junior - auch er mischt hier natürlich wieder mit. Und ist betroffen, als er 'Monster' genannt wird. Nee, wat sind wir sensibel. Ackerman schlägt sich jedenfalls auf die Seite seines Halbbruders, und als Marcus entführt wird, unterstützt er Maggie bei ihrem Versuch, ihn zu retten. Klingt verwirrend? Ja, mag sein, aber für mich ist das einfach kein ernst zu nehmender Thriller - bereits bei den vorherigen Bänden kam ich auf den Gedanken einer Persiflage, hier lässt er mich gar nicht mehr los...

    Auf den Punkt gebracht ist dieses immerhin 432 Seiten starke Buch hanebüchen, haarsträubend, gewaltverherrlichend, splatterhaft, unglaubwüridg. Nur mal ein Beispiel zur Verdeutlichung: jemand, der monatelang gefangengehalten und brutal gefoltert wird, sprüht bereits nach wenigen Stunden im Krankenhausbett wieder vor Tatendrang, Mut und Kämpfergeist? Gewaltszenen werden hier ausgeschlachtet und episch ausgebreitet, eine brutale Tat übertrumpft die nächste...

    Wenn sich Szenen häufen, die einfach nicht vorstellbar sind, wenn sich Charaktere unglaubwürdig verhalten, wenn die Zahl der Leichen keine Rolle spielt - dann stimmt für mich vieles nicht. Und statt der erhofften Spannung stellte sich bei mir eine zunehmende Genervtheit ein und gepflegte Langeweile. Denn wirklich Überraschendes geschieht hier nicht, und selbst der erwartete (und natürlich gewaltvolle) Showdown am Ende konnte mich nicht begeistern.

    Die Reihe geht weiter - zwei weitere Bände sind bereits auf Deutsch erschienen - aber ohne mich. Ethan Cross und ich gehen ab sofort getrennte Wege. Da die Thriller dieser Reihe im Allgemeinen gute Bewertungen erhalten, muss sich der Autor deshalb wohl keine Sorgen machen. Aber ich fühle mich hier eher veräppelt denn unterhalten. Kann lesen, wer will - ich nicht.

    © Parden

  1. bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 30. Nov 2019 

    Das Monster

    Noch immer ist die Shepherd-Gruppe auf der Jagd nach Verbrechern, denen die normale Polizei nicht beikommen kann. Dabei dürfen ihre Mitglieder Grenzen überschreiten, wie es der normalen Polizei nicht erlaubt ist. Im Moment haben sie es mit einem zu tun, der der Anstifter genannt wird. Dieser erpresst bis dahin unschuldige Menschen dazu, andere zu töten. Der Anstifter macht es sich grausam zu nutze, dass jemand zu vielem bereit ist, um seine Familie zu schützen. Marcus Williams hält die Verbrecherjagd kaum noch aus, er ist fahrig und findet keine Ruhe. Trotzdem setzt er alles daran, den Anstifter dingfest zu machen.

    Auf der Suche nach dem Anstifter, gelingt es Marcus und seiner Partnerin Maggie fast, einen der angestifteten zu retten. Aber leider nur fast. Ihr Versagen zieht weitere Opfer nach sich und die Suche nach dem Anstifter gerät immer fieberhafter. Hilfe kommt von einer Seite, von der es nicht zu erwarten war. Marcus’ Bruder Francis, der Serienmörder, steht den Ermittlern bei. Allerdings auf seine ganz eigene Art. Und so nimmt der dritte Band um Francis J. Ackerman und die Shepherd Gruppe seinen Lauf. Wie schon gewohnt, geht es von einer Gewaltorgie zur nächsten. Allerdings erfährt der Leser auch einiges zum Familienhintergrund der Ackermans.

    Man mag die Reihe oder man mag sie nicht. Wenn man eher zu Letzteren gehört, hat man es auch mit diesem Band der Reihe nicht ganz leicht. Als Leser von Kriminalromanen kann man sich mit der Ermittlung beinahe anfreunden, da zumindest anfangs recht geradlinig nach dem Täter gesucht wird. Ob man jedoch die Anwendung von Gewalt in vielen Formen auch durch sogenannte Gesetzeshüter gutheißen möchte, muss jedoch jeder für sich entscheiden. Einige Male treibt es der Autor vielleicht doch etwas arg. Und auch die Unkaputtbarkeit seiner benötigten Protagonisten wird schon sehr strapaziert. Auch wenn man nach der Lektüre eher zwiegespalten ist, so lässt sich dieser gemeine Thriller doch gut lesen und fesselt.