Heimweh

Buchseite und Rezensionen zu 'Heimweh' von Graham Norton
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4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Heimweh"

Sechs junge Leute fahren ans Meer. Auf dem Rückweg ein schrecklicher Unfall: Es sterben ein Paar, das am nächsten Tag heiraten wollte, und eine Brautjungfer; die andere überlebt schwer verletzt. Kaum blessiert sind Martin, der Arztsohn, und Connor, der eigentlich nicht zur Clique gehört. Er saß am Steuer. Der ganze Ort Mullinmore ist wie gelähmt. Und nach dem Prozess wird Connor nach England geschickt. Niemand weiß, dass er noch vor etwas ganz anderem flieht. 20 Jahre später betritt ein Gast eine Bar in New York. Er versteht sich sofort gut mit dem jungen Barkeeper. Dann stellen sie fest, was sie verbindet. Und jenseits des Atlantiks, in Mullinmore, löst dies eine dramatische Kette von Ereignissen aus.

Format:Audio CD
Seiten:0
Verlag: Argon Verlag
EAN:9783839819241

Rezensionen zu "Heimweh"

  1. Ein einziger Moment...

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 11. Jan 2022 

    Mullinmore, Irland: Es ist ein Sommertag im Jahr 1987. Sechs junge Menschen machen einen Ausflug zum Meer. Auf der Heimfahrt kommt es zu einem tragischen Autounfall, den drei von ihnen nicht überleben. Ein Mädchen wird ihr Leben lang im Rollstuhl verbringen. Nur zwei Burschen sind völlig unbeschadet geblieben, Martin der Sohn des Arztes und der stille unscheinbare Connor.

    Connor wird bedingt verurteilt. Er verlässt Irland, geht zunächst nach England und später nach New York. Erst mehr als 20 Jahre später kehrt Connor in seine Heimatstadt zurück.

    „Dieser Tag, dieser grauenvolle Tag. Er hätte ihn am liebsten aus seinem Leben herausgerissen, wie eine unerwünschte Seite in einem Roman. Sein ödes Leben vor Barrys Kreisel kam ihm jetzt vor wie ein heiteres und sonniges Idyll, strotzend vor Möglichkeiten und Verheißungen. Welche Zukunft konnte es für Connor Haines noch geben.“

    Heimweh ist der Titel des dritten Romans des irischen Fernsehmoderators und Schriftstellers Graham Norton. Die kleine irische Gemeinde Mullinmore ist beispielhaft für das konservative Irland der 1980er. Es gibt kaum Gründe für Connor, weiterhin dort leben zu können.

    Ein einziger Tag, ein einziger unbedachter Moment und die Leben vieler Menschen sind nachhaltig anders. Der Unfall löst eine Kette vieler kleiner Ereignisse aus, zieht Kreise, bis in die nächste Generation. Wir lesen in diesem Buch viel von Scham und Schuld, von Verdrängung, Verleugnung, von Trauer und Traurigkeit. Aber auch vom Verzeihen und von Veränderung.

    Norton zeigt uns hier Menschen, einige möchte man tröstend umarmen, einige feiern für ihren mutigen Schritt, andere wegen ihrer Feigheit und Unverfrorenheit am liebsten mit einem nassen Fetzen prügeln. Mit dieser Palette an Gefühlen bleibt das Buch dennoch leicht lesbar.

    Wer die Hörbuchvariante vorziehen mag: Charly Hübner macht seine Sache richtig gut!

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