Heimweh

Buchseite und Rezensionen zu 'Heimweh' von Marc Raabe
4.25
4.3 von 5 (4 Bewertungen)

Carly und ihre kleine Schwester Jen sind unterwegs – allein und zu Fuß. Etwas Furchtbares ist passiert. Etwas, das Carlys Glauben an die Menschheit zerstört hat und sie zwingt, die Verantwortung für sie beide zu übernehmen. Sie weiß, sie brauchen Hilfe. Aber sie hat Angst, dass sie und ihre Schwester getrennt werden. Sie haben nur einander.

Carly will mit Jen zu der einzigen Person zurück, der sie vertrauen konnte – ihrem Stiefvater. Aber Jen weiß ein Geheimnis über ihn, das sie beide, sollte es wahr sein, in größere Gefahr bringen wird, als sie ahnen können.

So beginnt eine Reise über Hunderte von Meilen, wie sie keines der beiden Mädchen hätte vorhersehen können. Es ist kein einfacher Weg und häufig gefährlich. Aber ihnen begegnet dabei auch unerwartete Freundlichkeit von Fremden. Und schließlich ergeben sich neue Beziehungen, die alles zu ändern vermögen – sollten sie sich denn dafür entscheiden, sich darauf einzulassen.

Autor:
Format:Broschiert
Seiten:432
EAN:9783548286907

Rezensionen zu "Heimweh"

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 16. Mai 2017 

    Alles was ein guter Thriller benötigt.

    Gastrezension Lesefuchs

    Klappentext
    Jesse Berg ist ein erfolgreicher Kinderarzt. Frisch geschieden, kümmert er sich liebevoll um seine kleine Tochter Isa. Über seine Vergangenheit spricht er nicht. Bis plötzlich seine Exfrau ermordet und seine Tochter entführt wird. Der Täter hinterlässt für Berg eine Nachricht: Sie gehört dir nicht. Du musst sie vergessen. Berg ist klar, dass er selbst das Ziel des Anschlags ist. Eine langvergessene Schuld drängt ans Licht. Um Isa zu finden, muss er das tun, was er nie wollte: zurück in seine Vergangenheit. Zurück ins Heim. Dort hat er gelernt, sich zu wehren, und dort wäre er beinahe getötet worden. Berg nimmt die Kampfansage an. Denn für Isa würde er alles tun. Auch ein zweites Mal durch die Hölle gehen. Vom Autor der Spiegel-Bestseller »Schnitt« und »Schock«.

    Der Autor
    Marc Raabe, 1968 geboren, ist Geschäftsführer und Gesellschafter einer Fernsehproduktion. Seine beiden Thriller Schnitt und Schock waren viele Wochen auf der Bestsellerliste. Marc Raabe lebt mit seiner Familie in Köln.

    Meine Meinung

    Story
    Die Story kam ziemlich schnell in Fahrt und war ziemlich fesselnd. Raabe hält die Spannung bis zum Showdown und drüber hinaus und führt den Leser dazu, Charakteren zu misstrauen. Ist man mit Thrillern und Filmen dieser Art vertraut, kann man sich ab einem gewissen Zeitpunkt allerdings denken, was los ist. Ich lag mit meinen Vermutungen richtig, war aber nicht enttäuscht und weiterhin gefesselt von dem Buch.

    Schreibstil
    Marc Raabe schreibt spannend und lässt den Leser immer wieder am Protagonist zweifeln. Er schreibt sehr verständlich, wechselt vom Kapitel zu Kapitel die Sicht. So wird aus der Vergangenheit von Jesse als auch aus der Gegenwart erzählt, sowie aus der Sicht von anderen Charakteren.

    Charaktere
    Auch wenn Raabe immer wieder an Jesse zweifeln lässt, ist er dennoch sympathisch und authentisch. Man hofft und fiebert mit ihm mit und hofft, dass er seine Tochter endlich findet.

    Mein Fazit

    „Heimweh“ hat mich wirklich sehr begeistert. Das Buch ist super geschrieben, die Spannung gut aufgebaut und gehalten. Unter fünf Lesefüchsen und einer Leseempfehlung kommt es nicht davon!

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 27. Dez 2015 

    Ein Alptraum wird lebendig

    Marc Raabe hat mit "Heimweh" einen tollen Psychothriller geschaffen. Das Cover sieht gut aus, ist aber wie ich finde nicht besonders spektakulär. Aber das ist nicht weiter schlimm, denn auf den Inhalt kommt es ja bekanntlich an.
    Das Buch beginnt mit einem Prolog der im September 1981 spielt. Ein Junge wird gefangen gehalten, erleidet große Angst. Es geht soweit das er in eine Grube geworfen wird, die wie es scheint für ihn ausgehoben wird. Und noch nicht genug, er wird mit Erde überschüttet, wie in einem Grab.
    Die weitere Geschichte des Buches spielt 32 Jahre später in Berlin. Der Arzt Jesse Berg schreckt aus einem schlimmen Traum auf. Doch der Schrei von dem er wach wurde, gehört nicht zu seinem Traum, sondern zu dem Alptraum seiner Tochter Isa. Er tröstet sie, es wird klar das er ein toller und fürsorglicher Vater ist. Isas Mutter Sandra und Jesse sind getrennt. Isa ist aber regelmäßig bei ihrem Vater. Auch scheint die Beziehung des ehemaligen Paares untereinander manchmal sehr kompliziert zu sein. Trotz der gemeinsamen Erfahrungen im Heim Adlershof lebten die beiden sich auseinander.
    Sandra bittet Jesse am nächsten Abend auf Isa aufzupassen. Er verspätet sich, weil er im Krankenhaus aufgehalten wird. Ein Mädchen wird ihm vorgestellt, welches von einer befreundeten Betreuerin namens Jule zur Untersuchung gebracht wird. Jule ist eine Freundin von Sandra die Jesse nicht ganz unvoreingenommen entgegen tritt. Das zu behandelnde Mädchen flüchtet, und als Jesse sich umziehen will, um schnell zu Isa zu fahren, bemerkt er das seine private Kleidung, sein Portemonnaie und Ausweis entwendet wurden.
    Er fährt in Arztkleidung zu Sandras Wohnung und findet sie unverschlossen vor. Was er in der Wohnung vorfindet ist der schlimmste Albtraum. Seine Exfrau liegt tot im Wohnzimmer und seine Tochter ist verschwunden. In ihrem Zimmer ist eine Botschaft für Jesse hinterlassen worden. Diese lautet: Du hast sie nicht verdient. Nun stolpert Jule in die Wohnung und kommt zu dem Schluss, dass Jesse Sandra ermordet hat. Jesse bleibt nichts anders über, als Jule zu zwingen mit ihm in die Vergangenheit zu reisen. Denn der Entführer hat sich gemeldet, und Jesse per Telefon mitgeteilt, das er Isa vergessen soll. Jesse ist klar, das er Antworten nur in Adlershof finden wird, und macht sich mit der rebellierenden Jule auf den Weg dorthin.
    Es wird ein spannendes Gerüst um die alten Geschichten und die neuen Ereignisse gewoben. Die Personen aus der Vergangenheit sind mit Jesses Schicksal eng verknüpft. Es wird eine enorme Spannung aufgebaut, die immer wieder mit neuen brisanten Bröckchen aufrecht erhalten wird. Wirklich spitze, habe mich kein einziges mal gelangweilt. Dieses Buch hat mich tatsächlich in seinen Bann gezogen.

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 29. Nov 2015 

    Der Alptraum von Adlershof

    Inhalt lt. Amazon:
    Jesse Berg ist ein erfolgreicher Kinderarzt. Frisch geschieden, kümmert er sich liebevoll um seine kleine Tochter Isa. Über seine Vergangenheit spricht er nicht. Bis plötzlich seine Exfrau ermordet und seine Tochter entführt wird. Der Täter hinterlässt für Berg eine Nachricht: Sie gehört dir nicht. Du musst sie vergessen. Berg ist klar, dass er selbst das Ziel des Anschlags ist. Eine langvergessene Schuld drängt ans Licht. Um Isa zu finden, muss er das tun, was er nie wollte: zurück in seine Vergangenheit. Zurück ins Heim. Dort hat er gelernt, sich zu wehren, und dort wäre er beinahe getötet worden. Berg nimmt die Kampfansage an. Denn für Isa würde er alles tun. Auch ein zweites Mal durch die Hölle gehen.

    Zusammen mit Jule einer Freundin seiner Frau geht er nach Adlershof um dort seine Suche nach Isa zu beginnen. Was wie ein Alptraum beginnt wird schließlich zur Hölle für Jesse, Jule und Isa.

    Meine Meinung:
    Also ich muss sagen nach dem ich den Prolog gelesen hatte, war ich sehr neugierig auf das Buch, vor allem weil ich den Autor nicht kannte.
    Doch leider plätscherte die Story meines Erachtens nach zu sehr dahin und manchmal war mir das Buch dann fast zu langatmig vom Inhalt.
    Klar kam so der eine oder andere Vorfall aber eine richtige Spannung wie es für ein Psychothriller üblich ist wollte nicht aufkommen. Erst so aber der Mitte des Buches wurde es dann so richtig interessant bis es manchmal sogar fast etwas verwirrend wurde.
    Das Ende war dann das spannendste vom ganzen Buch und ich bin froh das der Autor im Epilog doch das eine oder andere noch aufklärt und es so ein schönes Ende gibt.
    Gut fand ich die kurzen Kapitel und das die Passagen aus der Vergangenheit in einem anderen Schriftbild gehalten sind. Im großen und ganzen ist es ein interessantes Buch aber für mich kein herrausragender Psychothriller, weil er einfach vom Inhalt her strichweise zu lang war.
    Deshalb bekommt der Roman auch nur gute 4 von 5 Sternen.

  1. bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 09. Aug 2015 

    entsprach nicht ganz meinen Erwartungen

    Selten habe ich so einen beklemmenden und fesselnden Prolog gelesen, der mich innerlich schaudern liess. Leider blieb dieser Punkt bis zum Showdown der einzige, der mich wirklich in den Bann gezogen hat.

    Jesse Berg findet seine Ex-Frau in ihrer Wohnung ermordet auf, und seine Tochter Isa ist entführt worden. Die Nachricht „Du hast sie nicht verdient.“, über Isas Bett geschrieben, lässt auf Eifersucht als Motiv des Täters schliessen. Am Tatort begegnet ihm Jule, die beste Freundin, seiner Frau, die er erst langsam und allmählich davon überzeugen kann, daß er nicht der Täter ist.

    Gemeinsam machen sie sich auf den Weg, um nach Isa zu suchen. Der Schlüssel zu ihrer Entführung liegt im Heim Adlershof, in dem Jesse aufgewachsen ist und dort auch Sandra, seine Ex-Frau kennengelernt hat.

    In Rückblenden erfährt der Leser nach und nach die Details aus Jesses schmerz- und kummervollen Vergangenheit.

    Insofern wird auch einem Leser die Doppeldeutigkeit des Buchtitels bewusst, der keine solchen Heimerfahrungen gemacht hat. Denn hier bedeutet Heimweh nicht nur der Schmerz nach Hause, sondern den Schmerz im Heim. Einen gelungeneren Titel hätte man kaum wählen können.

    Auf der Suche nach dem Täter begegnen Jesse viele Personen aus der Leidenszeit, und man rätselt, wer der Mörder und Entführer sein mag. Dadurch, daß manche der in Frage Kommenden auch ihr Leben lassen, dezimiert sich die Zahl der Verdächtigen allmählich, und die Lösung ist schon recht verblüffend.

    Die Geschichte in ihrer Gesamtheit ist schlüssig dargestellt, und der Schreibstil des Autors lässt keine Langeweile aufkommen.

    Leider blieben die handelnden Personen größtenteils blass. Gerade Jesses Sorge um seine Tochter wurde für mein Empfinden zu wenig heraus gearbeitet, so daß man sich gelegentlich fragt: treibt ihn wirklich die Suche nach seiner Tochter um oder ist es die Suche nach verschütteten Kindheits- und Jugenderinnerungen?

    Hier ist Jesse in den Rückblenden eindeutig eindrucksvoller und nachvollziehbarer dargestellt.

    Angesichts der Vorkommnisse -Tochter entführt, Ex-Frau ermordet – war mir der Erzählstil und das Tempo für die Passagen in der Gegenwart zu behäbig, für die Rückblenden aber genau passend gewählt, um Jesse zu charakterisieren und Licht ins Dunkel zu bringen.

    Mein Fazit: für ein Psychogramm eine gut geschriebene und lesenswerte Geschichte, für einen Psychothriller an sich war es mir persönlich ein wenig zu dünne, um mich zu packen und zu fesseln.