Gut gegen Nordwind

Buchseite und Rezensionen zu 'Gut gegen Nordwind' von Daniel Glattauer
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Gut gegen Nordwind"

Emmi Rothner möchte per E-Mail ihr Abo der Zeitschrift „Like“ kündigen, doch durch einen Tippfehler landen ihre Nachrichten bei Leo Leike. Als Emmi wieder und wieder E-Mails an die falsche Adresse schickt, klärt Leo sie über den Fehler auf. Es beginnt ein außergewöhnlicher Briefwechsel, wie man ihn nur mit einem Unbekannten führen kann.

Format:Taschenbuch
Seiten:224
Verlag: Goldmann
EAN:9783442465866

Rezensionen zu "Gut gegen Nordwind"

  1. Hin- und mitreißend...

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 19. Jun 2014 

    Dieses Buch ist anders. Es ist so, als ob die Personen tatsächlich existieren, hin- und mitreißend.

    Der Stil - das Buch ausschließlich in Form von E-Mails zu schreiben - ist einfach genial gewählt, temporeich, und man ist sofort mitten im Geschehen, in einer Situation, die absolut jedem passieren könnte. Das macht es einem auch so leicht, sich hineinzuversetzen in die beiden, ja, sowohl in Leo als auch in Emmi, und die Entwicklung ihrer Geschichte bleibt immer stimmig.

    Der E-Mail-Austausch besteht aus einem wahren Feuerwerk an Worten, Sätzen und Dialogen. Herrlich direkt, sehr zeitgemäß und emotional immer nachvollziehbar lesen sich die Nachrichten von Leo und Emmi, die sich aufgrund eines "Buchstabendrehers" virtuell begegnen - und immer mehr voneinander fasziniert sind. Man kennt den anderen nicht, bleibt in der virtuellen Welt auf beruhigende Weise anonym, und kann sich viel freier ausdrücken als im realen Leben, kann ein wenig anfangen zu flirten, hat ein spielerisches Ventil entdeckt, dem Alltag zu entfliehen.

    Aber Leo ist für Emmi nicht nur "gut gegen Nordwind", der sie nicht schlafen lässt, Leo wird zu ihrem Lebensmittelpunkt, und sie für ihn zu jemandem, den er nicht mehr missen möchte - aber Emmi ist gebunden.

    Man fragt sich automatisch die ganze Zeit, was man selber machen würde. Und weiß, man wäre wahrscheinlich genauso hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch, den anderen endlich, endlich persönlich zu sehen und der Furcht, dadurch den einzigartigen Zauber dieser außergewöhnlichen Beziehung - fast schon Affäre - zu zerstören... und nicht nur das.

    Das Ende - will ich natürlich nicht verraten... ich fand es passend.

    Und ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung!

    © Parden