Gotteslüge

Buchseite und Rezensionen zu 'Gotteslüge' von Kathrin Lange
5
5 von 5 (3 Bewertungen)

Der zweite explosive Fall für Faris Iskander


Was anfangs wie eine Geiselnahme aussieht, entpuppt sich für Faris Iskander als ein Fall mit ungeahnt persönlicher Dimension: Ein mit einem Sprengstoffgürtel bewaffneter Mann überbringt Faris eine Botschaft. Sie lautet: »Das nächste Mal wirst du auf den Auslöser drücken.« Faris kann sein eigenes Leben retten, als die Bombe explodiert. Doch er ahnt, dass ein alter Feind einen teuflischen Plan für ihn ersonnen hat. Und der schreckt weder vor Entführung zurück noch vor kaltblütigem Mord. Denn schließlich will er Zeuge werden, wie Faris selbst zum Attentäter wird.


Format:Taschenbuch
Seiten:416
EAN:9783442383467

Rezensionen zu "Gotteslüge"

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 17. Apr 2015 

    Spannend und überzeugen - unbedingt mehr davon

    Meisterhaft versteht es Kathrin Lange den Leser in eine Hetzjagd zu verwickeln. Man leidet körperlich mit Faris Iskander mit.
    Sehnsüchtig erwartet, nun ist er endlich da, der zweite Fall für Ermittler Faris Iskander. Nach "40 Stunden" hat Kathrin Lange noch einen oben drauf gelegt und präsentiert einen spannende Fall, der erneut in Berlin spielt. Schon auf den ersten Seiten geht es steil in die Geschichte hinein, die an Spannung nicht zu übertreffen ist. Faris Iskander wird zu einer Geiselnahme gerufen, denn der augenscheinliche Selbstmordattentäter verlangt ausdrücklich nach ihm. Doch schnell wird nicht nur Iskander, sondern auch dem Leser klar: das ist keine einfache Geiselnahme, sondern überaus persönlicher Fall für Faris. Der Mann, mit einem Sprengstoffgürtel bewaffnet, überbringt Faris eine Botschaft. Sie lautet:

    "Das nächste Mal wirst du auf den Auslöser drücken."

    Die Bombe explodiert. Faris kann jedoch sein eigenes Leben retten. Dann beginnt die Hetzjagd durch Berlin, bei der Faris einiges einzustecken hat. Auch das Misstrauen seiner eigenen Kollegen.
    Kathrin Lange hat mit diesem Plott ihr "40 Stunden" noch um einiges getoppt. Die schlüssige Geschichte lässt viel Raum für eigene Ermittlungen. Wer ist der Feind? Wer bitte denkt sich so ein Katz und Maus Spiel aus? Es hat lange gedauert, bis ich auch nur den Hauch einer Idee hatte. Die Ereignisse überschlagen sich und die Spannung steigt von Seite zu Seite ins Unermessliche. Einige Kapitel sind aus der Sicht des "Mannes, der Vergeltung will" geschrieben, doch schlauer über die Motive wird der Leser dadurch nicht. Wer schlussendlich „der Böse“ ist, war eine große Überraschung.

    Eindrucksvoll beschreibt Lange die Gedanken und Beweggründe von Faris Iskander. Einmal mehr wird er hier als charismatischer Protagonist dargestellt. Wirkt sympatisch, sexy, kann einstecken und ist doch sehr verwundbar und tat mir stellenweise echt richtig leid. Man leidet fast körperlich mit.

    Mehr darf man eigentlich nicht verraten, die Spoiler-Gefahr ist viel zu groß. Mich hat "Gotteslüge" absolut mitgerissen und daher gibt es auch volle Punktzahl.

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 13. Apr 2015 

    Blick in den Abgrund

    Inhalt:
    Faris Iskander ist noch traumatisiert vom letzten Fall, als er zu einer Geiselnahme gerufen wird. Der Täter besteht auf ihn als Ermittler. Als Iskander an den Tatort kommt wird ihm das Ausmaß bewusst. Recht schnell ist klar. Es geht nicht nur um diese Geiselnahme von einem mit Sprengstoffgürtel bewaffneten Mann sondern um viel mehr. Es gibt jemanden der will Vergeltung und verlangt Iskander alles ab...

    Meine Meinung:
    Sehnsüchtig habe ich auf die Fortsetzung von 40 Stunden gewartet und auch wenn ich immer wieder versuche meine Erwartungen trotz gutem ersten Buch zu zügeln ist mir das hier nur schwer gelungen. Zu Beginn sei gleich gesagt ich wurde nicht enttäuscht.

    Gotteslüge baut auf 40 Stunden auf, deswegen denke ich sollte man auf jeden Fall den ersten Band lesen. Da es eins meiner Highlights ist würde ich ihn sowieso jedem Empfehlen, aber wer Gotteslüge lesen und durchweg verstehen möchte muss das tun.

    Iskander ist noch traumatisiert vom ersten Fall, der bereits ein wenig zurück liegt. Ist in Behandlung und wird zu einem nächsten Fall gerufen. Gegen den Rat seiner Therapeutin fährt er hin und lässt sich auf den Täter ein. Dieser spielt wiedermal ein perfiden Spiel mit ihm. Soweit ähnlich wie im ersten Teil und doch ganz anders. Ich bewundere die Fantasie der Autorin und das Können alles so zu verknüpfen das sich keine Fehler einschleichen. Alles hier ist gut durchdacht und bringt die Spannung gleich zu Beginn von Null auf Hundert. Diese verliert sich an keinem Zeitpunkt und an keiner Stelle. Sie steigt immer weiter und hält sich auch noch über den Schluss hinaus.

    Dieser Fall ist ein Rätselraten, der zu keinem eigenen guten Ergebnis kommen kann. Irgendwann dachte ich:"Ja das ist es derjenige ist der Täter" und dann ....nichts, wieder eine andere Richtung. Hier gibt es einige Wendungen und Überraschungen.

    Was ich an den Iskander-Thrillern besonders mag ist Iskander selbst. Er ist eben nicht der Vorzeige-Bulle, der Held der alles mit Links macht. Er hat seine Ecken und Kanten und macht Fehler, reitet sich immer tiefer rein und übersteht vieles nur durch sein Team und Vertraute die auf ihn zählen. Er ermittelt und stellt sich gegen höhere, er hat seinen eigenen Kopf und er ist Menschlich. Ich glaube das ist wirklich das wichtigste an dieser Figur. man hat nie das Gefühl das er unecht ist.
    Sein Team steht hinter ihm und zweifelt auch an ihm wenn es nötig ist und doch machen sie alles um den Fall zu einem guten Abschluss zu bringen. Wichtig ist hier vor allem Tromsdorff, er will nicht zweifeln und steht vollends hinter Iskander, auch wenn er dafür schon mal in den Abgrund schauen muss.

    Der Fall an sich ist abgeschlossen und doch gibt das Ende Aussicht auf einen nächsten Fall für Iskander. Wie war das Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude...

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 16. Mär 2015 

    lesenswerter Nachfolgethriller

    Die Fans haben knapp ein Jahr darauf gewartet, doch nun ist Faris Iskander, muslimischer Ermittler der Berliner SERV (Sondereinheit für religiös motivierte Verbrechen), zurück.

    Schon der knappe aber brisante Prolog lässt darauf schliessen, daß es sich bei “Gotteslüge” erneut um einen spannenden, Nerven zerfetzenden Thriller handeln wird, und der Leser wird in der Hinsicht nicht enttäuscht.

    Faris sieht sich an einem Tatort mit seiner ermordeten Ex-Verlobten konfrontiert und wird direkt, noch unter Schock stehend, zu einer Geiselnahme gerufen, da der Selbstmordattentäter nach ihm verlangt. Faris kann die Explosion nicht verhindern und erkennt, daß der Kopf hinter der Aktion weitere üble Pläne schmiedet. Doch sind die Motive religiöser Natur oder handelt es sich um das Begleichen einer alten Rechnung?

    Wie auch im ersten Band kommt es zu einem atemberaubenden Katz-und Mausspiel, welches Faris an seine äußersten Grenzen führt. Faris´ Ritt auf der Rasierklinge ist dieses Mal noch emotionaler, und als Leser reitet man unweigerlich mit.

    Sprengstoff, Bomben, Geiseln? Auf den ersten Blick scheint es so, als ob Kathrin Lange sich des Strickmusters des ersten Thrillers bedient hat. Das scheint aber nur auf den ersten Blick so, denn sie hält einige unerwartete Wendungen parat, die den Leser an die Geschichte fesselt und mitreisst.

    Das Erzähltempo ist erneut rasant, der Schreibstil flüssig und die Cliffhanger am Ende der Kapitel perfekt gesetzt, vor allem in Kapitel 15, wo selbst mir für einen Augenblick der Atem gestockt hat. Die handelnden Personen,ihre Gedankengänge und Handlungen sind detailliert beschrieben, so daß ich “Gotteslüge” atmosphärisch als noch dichter empfunden habe als den ersten Band.

    Das Ende dieses Thrillers könnte meiner Ansicht nach noch für einige Diskussionen unter den Fans führen. Für mich ist diese letzte Wendung zwar handwerklich passend angesetzt, hinterlässt bei mir dennoch ein etwas schales Gefühl, da nicht alle Fragen abschließend beantwortet werden. Aber wer die James Patterson-Thriller mit Alex Cross kennt, weiß nach einer gewissen Bedenkzeit damit umzugehen.