Glück reimt sich nicht auf Leben: Na ja, so ist das eben

Rezensionen zu "Glück reimt sich nicht auf Leben: Na ja, so ist das eben"

  1. bewertet:
    2
    (2 von 5 *)
     - 07. Nov 2017 

    Zur Unterhaltung an einem bierseligen Abend okay...

    »Es ist doch wirklich wie ein Fluch, jeder Promi schreibt ein Buch.«

    Alles fing mit einem einsamen, verregneten Urlaub in Thailand an. Anstatt am Traumstrand in der Sonne zu liegen, saß Bjarne Mädel bei strömendem Regen in einem indischen Lokal und dachte sich:

    »Is ja kindisch, ich sitz’ in Thailand und ess’ indisch!«.

    Die Absurdität seiner Lage in einem kurzen Reim verdichtet, lockerte seine Stimmung dermaßen, dass er das Reimen fortan öfter probte.

    Seine Gedichte sind mitten aus dem Leben gegriffen. Es geht schlichtweg um alles, was zählt: um Anarchie und den Morgen danach, um Thai-Massagen und die liebe Bandscheibe, um Stars im Urlaub und Zwiegespräche mit der eigenen Lunge. Brüllend komisch und doppelbödig – denn hinter jedem guten Witz steckt bekanntlich eine Katastrophe …

    Übrigens: Die komplizierten Gedichte sind vorsichtshalber illustriert...

    Mit diesem Klappentext ist tatsächlich alles Wesentliche zum Buch gesagt. Großmundig taucht dort auch noch der Vergleich zu Heinz Erhardt auf, was ich mal optimistisch als Ironie verbuche, denn alles andere wäre tatsächlich eine Beleidigung. Tatsächlich läuft dieser Versuch des spielerischen Umgangs mit der Sprache bestenfalls unter: 'Er hat sich stets bemüht.'

    Zwei oder drei Gedichtchen gab es, die mich schmunzeln ließen, alles andere war wenig bis gar nicht überzeugend. Bjarne Mädel weist in seinem Vorwort allerdings ehrlicherweise darauf hin, dass er vom Verlag angesprochen wurde, ob er etwas Druckreifes zu bieten hätte - doch das Papier hätte man sich lieber sparen sollen.

    So begnadet Bjarne Mädel auch als Schauspieler sein mag, so sehr sollte er ansonsten einsehen, dass das Talent sich nicht zwangsläufig auch auf andere Bereiche erstrecken muss. Für den Hausgebrauch und zur Unterhaltung an einem bierseligen Abend okay, als Buch dagegen nicht empfehlenswert...

    © Parden