Geteilt durch zwei: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Geteilt durch zwei: Roman' von Barbara Kunrath
4
4 von 5 (2 Bewertungen)

Eine aufwühlende und inspirierende Geschichte über Schwestern, Resilienz und Heilung

Seit Langem hat Nadja Kleman das Gefühl, dass in ihrem Leben etwas Entscheidendes fehlt. Sie wusste schon immer, dass sie adoptiert ist und hat damit kein Problem, auch wenn ihr die genauen Umstände und die Geschichte ihrer biologischen Eltern nicht bekannt sind. Eigentlich könnte sie also zufrieden sein, sie ist verheiratet, ihre Tochter erwachsen, sie fühlt sich geliebt und gebraucht. Ihr beschauliches Leben ändert sich allerdings schlagartig, als sie durch einen Zufall erfährt, dass sie eine Zwillingsschwester hat. Diese Neuigkeit stürzt sie in ein Wechselbad der Gefühle, einerseits ist da endlich dieses fehlende Puzzleteil in ihrem Leben, andererseits ergeben sich jetzt jede Menge neue Fragen und auch schmerzhafte Erkenntnisse. Gemeinsam mit ihrer neuen Schwester macht sie sich daran, die gemeinsame Vergangenheit aufzuarbeiten. Gelingt es den Frauen, die Wunden der Kindheit zu heilen?

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:400
EAN:

Rezensionen zu "Geteilt durch zwei: Roman"

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 15. Jan 2020 

    Eine komplexe Familiengeschichte

    Nadja Kleman führt ein zufriedenes Leben. Sie ist glücklich verheiratet und hat eine erwachsene Tochter. Auch dass sie adoptiert wurde und sie ihre biologischen Eltern und deren Geschichte nicht kennte, stört sie nicht. Bis sie eines Tages zufällig erfährt, dass sie eine Zwillingsschwester hat. Durch diese Neuigkeit gerät ihr Leben durcheinander. Gemeinsam mit ihrer Schwester macht sie sich daran, die gemeinsame Vergangenheit aufzuarbeiten. 

    Die berührend klingende Beschreibung hat mich sofort neugierig auf das Buch gemacht, so dass ich das Buch unbedingt lesen wollte. 
    Der Schreibstil war angenehm und ruhig, dabei auch sehr einfühlsam. Ich konnte den Handlungen stets sehr gut folgen. 
    Die Geschichte hat mich positiv überrascht. Zu Beginn ging es recht ruhig los, so dass ich schon befürchtete, dass es eventuell langatmig werden könnte. Doch dann gab es spannende Entwicklungen und es entstand ein regelrechter Sog, sodass ich das Buch nicht mehr beiseite legen konnte. 
    Die Geschichte wurde überwiegend aus Sicht von Nadja erzählt. Ich konnte daher ihre Gefühls- und Gedankenwelt sehr gut nachempfinden. Wo sind die Wurzeln und wie kam es zu der Adoption? Diesen und weiteren Fragen ging ich als Leser gemeinsam mit Nadja, auch durch Rückblicke, auf die Spur. Zum Vorschein kamen komplexe und bewegende Details. Ich fühlte mich mittendrin und habe die Dinge praktisch mit Nadja gemeinsam erfahren. 

    Eine komplexe und tiefgehende Familiengeschichte, die mich bewegt hat. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 04. Jan 2020 

    Die andere Hälfte

    An dem Tag, an dem Nadja im Radio eine Stimme hört, die ihr vertraut vorkommt, beginnt ihr Leben eine neue Richtung einzuschlagen. Schon immer hat Nadja das Gefühl gehabt, das ihr etwas fehlt. Ihre Ehe ist gut, ihre Tochter wohlgeraten, aber da ist einfach eine Leere, die sie nicht recht füllen kann.

    Zu der vertraut klingenden Stimme gibt es bald auch ein Gesicht und das sieht aus wie das ihre. Nadja wusste zwar, dass sie ein Adoptivkind ist, aber mehr wollte ihr die Mutter nie verraten, nun tritt also Pia, ihre Zwillingsschwester in ihr Leben und alles, was bisher als wahr galt, wird auf den Kopf gestellt.

    Die Autorin hat ein sehr schwieriges Thema gewählt, das sie sensibel umgesetzt hat. Zwar ist es hauptsächlich die Sicht von Nadja, aus der erzählt wird, aber auch Pia und die beiden Adoptivmütter bekommen eine Stimme. Dabei wählt Barbara Kunrath Zeit- und Perspektivwechsel als Stilmittel und damit bekam ich als Leserin eine ganz unmittelbare Nähe zu den Protagonistinnen. Ähnlich wie Nadja die blinden Flecken ihrer Vergangenheit allmählich füllen konnte und ihre Schwester kennenlernen konnte, wurden auch mir die Figuren immer vertrauter. Gerade, dass in der Vergangenheit die leibliche Mutter und der Vater eine Stimme bekamen, macht die Geschichte der beiden Schwestern sehr intensiv. Dabei bleibt es nie oberflächlich und nie gleitet der Roman in kitschige Szenen ab.

    Eine wirklich schön geschriebene, dramatische Lebensgeschichte mit eine versöhnlichen Ausblick.