Geschichte des Papsttums im Mittelalter

Buchseite und Rezensionen zu 'Geschichte des Papsttums im Mittelalter' von  Klaus Herbers
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5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Geschichte des Papsttums im Mittelalter"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:368
Verlag:
EAN:9783534257089

Diskussionen zu "Geschichte des Papsttums im Mittelalter"

Rezensionen zu "Geschichte des Papsttums im Mittelalter"

  1. Geschichtsschreibung wie sie sein sollte!

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 02. Mai 2021 

    Bitte? Im 21. Jahrhundert ein Buch über Päpste im Mittelalter lesen? Aber ja, denn zum einen ist das Papsttum „eine der wenigen geschichtlichen Institutionen, die von der Antike über das Mittelalter bis in die Gegenwart Bestand hatten“, zum anderen hat es maßgeblich die Geschichte Europas geprägt. Und viele kennen zumindest vom Namen her Gregor den Großen, den Gang von Canossa, die Borgias…. Klaus Herbers hat ein wissenschaftliches Buch geschrieben, auf Basis neuster Forschungen, das sich aber nicht nur für Kenner der Materie eignet - ein gewisses Interesse am Thema ist aber sicher kein Schaden.

    Alle Kapitel haben einen kurzen einleitenden Überblick und ein Fazit – bestens geeignet, auch später noch einmal gezielt nachzulesen. Und das Buch ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie Geschichtswissenschaft aussehen sollte: Fundiertes Quellenstudium als Basis, kritische Einbeziehung bestehender Studien, kein wertender Rückblick aus neuzeitlicher Sicht, sondern immer (soweit das geht – klassische Historikerdiskussion) aus der Zeit heraus. Denn nur so kann man sich Themen, die für die meisten heute nur schwer zugänglich sind, wie den Kreuzzügen, der Inquisition, den Borgia-Päpsten oder für uns kuriosen Ereignissen wie der Leichensynode von 897/898, wertfrei nähern. Aber das ist eben ein Qualitätsmerkmal guter historischer Arbeit. Klaus Herbers hat dabei auch immer alle wichtigen Aspekte seines Themas im Blick: (Macht)politische und strukturelle Entwicklungen des Papsttums innerhalb der römischen Kirche, die Auseinandersetzung mit dem oströmischen Christentum, das Zusammenspiel und die Konflikte mit weltlichen Herrschern, theologische Fragen…

    Mich hat das Buch in jeder Hinsicht begeistert, aber ich bin auch vorbelastet – so war Innozenz III. u.a. Thema meines mündlichen Examens – und da habe ich keine unangenehmen Erinnerungen daran.