Feind des Volkes: Max Hellers letzter Fall

Buchseite und Rezensionen zu 'Feind des Volkes: Max Hellers letzter Fall' von Frank Goldammer
4.75
4.8 von 5 (8 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Feind des Volkes: Max Hellers letzter Fall"

August 1961: Hauptmann Max Heller von der Dresdner Kriminalpolizei ist von seinem neuen Vorgesetzten in den Innendienst versetzt worden. Ein Affront für Heller, der kurz vor seinem Ruhestand steht. Als er eines Tages ein Paket mit Beweismaterial aus einem längst aufgeklärten Mordfall erhält, ist er alarmiert. Bald ist klar, der wahre Täter von damals ist zurück und fordert Heller zu einem perfiden Kampf um Leben und Tod heraus. Eine atemlose Mörderjagd beginnt, die Hellers Familie in größte Gefahr bringt. Auch die politische Lage in der DDR spitzt sich zu. Nahezu unbemerkt von der Welt wird der Bau der Berliner Mauer vorbereitet. Am 10. August 1961 müssen Karin und Max Heller eine dramatische Entscheidung treffen: gehen oder bleiben.

Format:Broschiert
Seiten:352
Verlag:
EAN:9783423263009

Rezensionen zu "Feind des Volkes: Max Hellers letzter Fall"

  1. Ein spannender letzter Fall für Max Heller

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 01. Dez 2021 

    Max Heller, zum Innendienst versetzt, steht kurz vor seinem Ruhestand, als ein Doppelmord geschieht. Dann erhält er eines Tages ein Paket mit Beweismaterial eines längst aufgeklärten Mordfalles. Schnell wird klar, dass der damalige Täter zurück ist. Als ein Verdächtiger gefasst wird, der die Tat gesteht, scheinen alle beruhigt zu sein.

    Dies war bereits der siebte und letzte Band um Max Heller, für mich war es jedoch das erste Buch, das ich aus dieser Reihe gelesen habe.
    Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, ich bin ohne Probleme in die Geschichte hineingekommen und konnte sehr gut folgen. Die Beschreibungen waren authentisch und bildhaft. Toll gefallen hat mir der detaillierte Einblick in die DDR und die damaligen Gegebenheiten.
    Die Charaktere wurden anschaulich beschrieben und ich konnte sie mir gut vorstellen. Max Heller hat mir aufgrund seiner Art, sich nicht anzupassen, sehr gut gefallen. Er hatte es dadurch zwar nicht leicht, aber ist sich selbst treu geblieben. Auch die Einblicke in sein Privatleben fand ich sehr gelungen.
    Der Fall war spannend und undurchsichtig aufgebaut. Die Verbindung zu Hellers Privatleben hat für mich die Spannung noch zusätzlich erhöht. Durch die interessanten Wendungen blieb die Spannung bei mir konstant auf einem guten Level, so dass ich immer weiterlesen wollte.

    Ein spannender und atmosphärischer Krimi, der von mir 5 von 5 Sternen erhält.

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  1. Immer auf der Suche nach Recht und Gerechtigkeit

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 25. Nov 2021 

    Der aufrechte und etwas sturköpfige Hauptmann Max Heller war für seine Vorgesetzten noch nie bequem. Auf der Suche nach Recht und Gerechtigkeit stößt er immer wieder an die Grenzen des gerade geltenden politischen Systems. Doch in diesem letzten Band hat sich die Situation noch etwas verschärft. Nicht nur, dass Heller kein Vertrauen in seinen Vorgesetzten Appelt hat und dieser ihm ständig neue Steine in den Weg legt, auch Heller selbst zeigt sich aggressiver und widerborstiger.

    1959 werden in einer Rasthütte in einem Waldstück bei Dresden zwei Tote gefunden. Max Heller und seine Kollegen sollen den Fall möglichst rasch und möglichst ohne Aufsehen aufklären. Schnell wird er von seinem Vorgesetzten in die Schranken verwiesen und sehr bald ist auch die Stasi mit im Spiel. Ein autistischer junger Mann kommt da als Verdächtiger gerade recht. Dieser gesteht auch gleich die Tat, um endlich in Ruhe gelassen zu werden. Heller ist zwar keineswegs von diesem Geständnis überzeugt, kann aber nichts weiter tun.
    Als er jedoch zwei Jahre später ein Paket mit Beweismaterial aus diesem alten Mordfall erhält, weiß Heller, dass der falsche Mann im Gefängnis sitzt. Der wahre Täter ist zurück und fordert Heller zu einem Spiel um Leben und Tod heraus. Damit geraten auch Heller und seine Familie in tödliche Gefahr.
    Wie immer bei Goldammers Krimireihe um Max Heller spielt der historische Hintergrund eine große Rolle. 1961 spitzt sich die Lage in der DDR zu, viele Menschen verlassen die DDR in Richtung Westen. Auch Heller und seine Frau Karin standen schon einmal vor dieser Entscheidung. Doch jetzt wird der Bau der Berliner Mauer heimlich vorbereitet, und für eine Flucht könnte es bald zu spät sein.
    Dieser letzte Fall führt die Reihe um Max Heller, die 1944 in der Bombennacht in Dresden begonnen hatte, zu einem runden Abschluss.
    Allerdings erscheint dieser Fall und seine Auflösung etwas überkonstruiert, auch ein paar Figuren weniger hätten der Handlung meiner Meinung nach gutgetan. Doch die Figur Max Hellers, seine Gedanken, Zweifel, seine Gefühle in Bezug auf seine Heimat und seine Familie, stehen für mich stärker im Vordergrund, weshalb ich auch diesen letzten Band gerne gelesen habe.

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  1. Hellers letzter Fall

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 23. Nov 2021 

    Der Fall mit dem Heller im Spätsommer 1959 zu tun hat, ist in seiner Brutalität und Grausamkeit einzigartig. Die Ermittlungen gestalten sich schwierig, da es sich bei den beiden Opfern um angesehene, hochrangige Bürger der DDR handelt. Da wird dann auch schnell mal die Staatssicherheit bei den Ermittlungen mit einbezogen. Aber die Schwierigkeit ist, es darf so richtig niemand etwas erfahren, denn Mord und Totschlag gibt es in der DDR nicht. Als ein potentiell Verdächtiger die Morde gesteht, sind alle erleichtert.

    Doch es zeigt sich zwei Jahre später im Sommer 1961, dass es weitere Todesopfer gibt, die alle auf eine ähnliche Weise umgebracht wurden, wie in dem Fall vor zwei Jahren. Heller, den man mittlerweile im Büro bis zum Ruhestand geparkt hat, wird in die erneuten Ermittlungen miteinbezogen, da sich der Täter bei ihm persönlich meldet und ihn und seine Familie bedroht.

    Spannend war in diesem Buch die gelungene Verknüpfung zwischen dem Privatleben Hellers, den Ermittlungen der Polizei und den schwelenden Veränderungen damals in der DDR. Heller, der zunehmend weniger bereit ist, sich die Einschränkungen und Bevormundungen seiner Vorgesetzten gefallen zu lassen und daraus kurzerhand die Konsequenzen zieht. Man merkt beim Lesen deutlich, wie sehr die Luft brennt. Beim Lesen wird einem auch bewusst, wie sehr die Stasi Einfluss auf die Ermittlungen und auch auf das Leben der Beteiligten nahm. Wer die richtigen Leute an der richtigen Position kannte, dem konnte einfach nichts passieren. Die wurden von Oben geschützt, auch wenn es vielleicht Verdachtsmomente in die richtige Richtung gab. In dem Falle gab es für Heller große Sympathie, denn er ließ sich von den Oberen nicht einschüchtern.

    Ich finde es schade, dass dies nun der letzte Ermittlungserfolg von Heller ist und die Reihe damit endet. Vielleicht hat der Autor und lässt den Kommissar unter veränderten Bedingungen weiter wirken.

    Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung und verdiente fünf Lesesterne.

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  1. Bei zunehmendem Druck muss man sich entscheiden

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 19. Nov 2021 

    "Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer." (Lucius Annaeus Seneca)
    Dresden 1961:
    Max Heller soll seine letzte Zeit bis zur Pension im Innendienst verrichten, da kommt es zu einem Doppelmord. Eines Tages erhält er dann ein Paket mit Beweismitteln zu einem alten Fall und anonyme Anrufe. Ist der Täter von damals wieder da oder spielt hier jemand ein Spiel mit ihm? Nicht nur das Max mit seinen Kollegen einen Mörder jagen muss, sieht er seine Familie ebenfalls in großer Gefahr, den der Täter weiß nun, wo er wohnt. Auch die politische Lage wird immer angespannter, sodass sich die Regierung zum Bau einer Mauer entschließt. Dieser wird heimlich in Berlin vorbereitet, sodass Karin, Annie und Max sich nun entscheiden müssen, bleiben oder gehen.

    Meine Meinung:
    Mit diesem Buch beendet der Autor eine für mich bedeutungsvolle und interessante Krimireihe. Sie begann bei Band eins in der Bombennacht von Dresden und endet kurz vor dem Mauerbau. Durch die vielen Fluchtversuche der Bevölkerung stehen die Politiker immens unter Druck. So kommt es in den frühen Morgenstunden des 13. August 1961 dazu, dass man den östlichen Teil Berlins abriegelt. Doch Max und seine Familie merken davon nichts, zu sehr ist er mit einem Doppelmord beschäftigt. Dabei tritt er immer häufiger bei seinem neuen Vorgesetzten Appelt ins Fettnäpfchen, weshalb er ihn in den Innendienst beruft und er zusehends immer mehr unter Druck gerät. Einige Fehlentscheidungen und Ungereimtheiten lassen Max zweifeln, ob er nicht langsam zu alt für diesen Job ist. Jetzt muss er wohl doch für sich und seine Familie eine Entscheidung treffen. Die Beziehung zu Sohn Klaus ist inzwischen ganz unterbrochen, was sicher mit an seiner Parteizugehörigkeit liegt. Bei den Briefen von Erwin fällt ihnen auf, dass sie kontrolliert werden. Zwar hat Max dies schon länger vermutet, doch es lässt ihn grübeln, wie es weitergehen soll. Auch Tochter Anni bekommt die ersten Eindrücke davon, was es heißt, sich dem Staat nicht vollkommen zu beugen. Ihre Versuche zum Studium zugelassen zu werden, wird abgewiesen. Mit diesem letzten Band hat der Autor noch einmal viel Wirrungen und Rätsel ins Spiel gebracht, sodass ich bis zum Ende keine Ahnung vom Täter hatte. Vor allem ein großes Rätsel für mich ist, dass der Täter nur mit Max in Kontakt tritt. Erneut nimmt er mich mit in die Zerrissenheit von Max und Karin, ob sie bleiben oder in den Westen gehen sollen. Ich stelle mir das sehr schwer vor, wenn man sich zwischen seinen Kindern und Ost oder West entscheiden muss, den es ist ja ein Entschluss für immer. Vor allem für den heimatverbunden Max ist die Entscheidung, eventuell Dresden zu verlassen, nicht einfach. Zwar konnte mich das Ende mit diesem Täter nicht befriedigen, doch dafür hatte alles andere wieder Hand und Fuß. Darum gibt es von mir 4 1/2 von 5 Sterne dafür.

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  1. Max Hellers letzter Fall

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 19. Nov 2021 

    In einer Rasthütte im Prießnitzgrund bei Dresden sind zwei Tote gefunden worden Max Heller, der es nicht mehr lange bis zur Rente hat, und seine Kollegen sollen den Fall aufklären, allerdings möglichst ohne Aufsehen zu erregen. Doch wie soll man einen Mordfall klären, wenn einem überall Steine in den Weg gelegt werden? Heller ist seit vielen Jahren Polizist und möchte seine Fälle aufklären, auch wenn er damit dem ein oder anderen auf die Füße tritt. Sein neuer Vorgesetzter Appelt hat mit Hellers Vorgehen seine Schwierigkeiten. Dann nehmen sie einen Verdächtigen fest, der die Tat gesteht, um in Ruhe gelassen zu werden. Max ist nicht überzeugt, dass sie den Richtigen haben. Er wird in den Innendienst versetzt. Zwei Jahre später meldet sich der Täter bei Max und fordert ihn zu einem perfiden Spiel heraus. Max muss noch einmal ermitteln und bringt damit sich und seine Familie in Gefahr.
    Dies ist der siebte und letzte Band der Reihe um Max Heller.
    Max‘ unangepasste Art gefällt dem Regime in der DDR nicht und auch, dass er kein SED-Mitglied ist, wird ihm angekreidet. Er muss feststellen, dass er überwacht wird und dass ihm Briefe seines Sohnes Erwin aus der BRD nicht zugestellt wurden. Aber auch Max gefällt es nicht, dass ihm immer wieder Beschränkungen auferlegt werden, die seine Ermittlungen erschweren. Seine Frau Karin hat immer zu Max gehalten, auch wenn sie gerne zu Sohn nach Köln gegangen wäre, denn zu ihrem anderen Sohn Klaus, der bei der Staatssicherheit ist, haben sie kaum Kontakt. Aber Max mag seine Heimat und er mag seinen Beruf. Doch nun muss Anni, Hellers Adoptivtochter, darunter leiden; sie darf nicht studieren. Hellers Kollege Salbach soll über Heller Bericht erstatten. Aber sie sind auch gute Kollegen, die sich aufeinander verlassen können.
    In diesem Roman wird es sehr deutlich, wie eingeschränkt das Leben in der DDR war. Wer nicht für den Staat war, dem wurde es schwer gemacht – sowohl in der Ausbildung, im Beruf als auch im Privaten. Die Lage verschärft sich immer mehr. Am Ende muss Max eine Entscheidung treffen.
    Dieser Fall nimmt immer neue Wendungen und so bleibt es spannend. Auch wenn ich ziemlich sicher war, aus welcher Richtung der Täter kommt, so hatte ich die Person dennoch nicht im Visier.
    Ein schlüssiges und spannendes Ende dieser Krimi-Reihe. Lesenswert!

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  1. Leider der letzte Band

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 16. Nov 2021 

    Max Heller muss in seinem letzten Fall in Dresden einen Doppelmord aufklären. Wie schon früher macht er bei den Ermittlungen die Erfahrung, dass die Polizeiführung gern ein schnelles Ergebnis ohne großes Aufsehen möchte. Sein neuer Chef Appelt ist sehr linientreu und als sich hier ein Verdächtiger mit mentalen Defiziten findet, ist das der ideale Täter. Zumal sich der Mann durch die Verhöre so unter Druck gesetzt fühlt, dass er gesteht um seine Ruhe zu haben.

    Heller hätte gerne noch andere Spuren untersucht, aber das passt der Führung nicht und er wird in den Innendienst versetzt. Jetzt kurz vor seiner Pensionierung hält er still, die Lebenssituation ist immer schwieriger geworden. Es gibt deutliche Anzeichen, dass Heller überwacht und abgehört wird.

    Doch dann meldet sich nach zwei Jahren der wahre Täter bei Heller und kündigt neue Morde an, so muss er wieder aktiv werden und dies unter ständiger Beobachtung und deutlicher Ausgrenzung.

    Die politische Lage der DDR im Jahre 1961 ist so fragil, wie noch nie. Die Staatsführung will der Massenflucht etwas entgegensetzen. Wir wissen, dass es der Bau der Mauer war, aber Heller nimmt nur die zunehmende Unruhe der Partei wahr, für Personen wie ihn, die auf ihrer Meinung bestehen und kein SED Mitglied sind, werden die Zeiten rauer.

    Ich habe alle Bände von Goldammers großartiger Krimi-Serie gelesen. Nicht nur, weil sie spannend sind, sondern weil ich sie auch als Zeitdokument der jungen DDR gelesen habe. Es beginnt unmittelbar nach dem Krieg, als die „Zone“ noch unter sowjetischer Verwaltung stand und die Hoffnungen auf einen eigenen Staat noch sehr jung waren. Alle Figuren werden vom Autor sehr lebensecht dargestellt und das macht den zeitgeschichtlichen Hintergrund besonders erlebbar.

    Die Figur des Max Heller, der sich nicht den Nazis beugen wollte und der zunehmend merkt, dass im neuen Staat die Freiheit anders interpretiert wird, sich aber trotzdem nicht gleichschalten lassen möchte, ist beeindruckend. Er ist ein loyaler Beamter, der aber sein Umfeld kritisch sieht. Es geht ihm dabei nicht nur um die Knappheit in fast allen Dingen des täglichen Bedarfs, sondern um die fehlende echte Demokratie. Sein Sohn Klaus, als aktiver Mitarbeiter der Staatssicherheit ist ihm längst entfremdet. Seine Frau möchte zu ihrem jüngeren Sohn Erwin in die Bundesrepublik ausreisen, vor allem als spürbar wird, dass ein Studium für Tochter Anni nahezu aussichtslos ist. Der Zwiespalt zwischen Heimatliebe und Freizügigkeit zerreißt Heller fast.

    Das ist ein großartiger und gelungener Abschluss für diese Reihe.

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  1. Eine Garage für Hugo

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 06. Nov 2021 

    Hauptmann Max Heller lässt es ruhiger angehen, lange dauert es nicht mehr bis er in Rente geht. Gerne hätte er die Garage für seinen Trabi fertig, doch Material ist schwer zu bekommen, ebenso die Arbeiter. Als in der Nähe zwei schlimm zugerichtete Leichen gefunden werden, macht er sich mit seinen Kollegen sofort auf den Weg. Bei den Toten handelt es sich um Arbeitskollegen, die auch privat bekannt waren. Die Ehefrauen reagieren wie erstarrt auf die Todesnachricht, doch ein Motiv ist erstmal nicht zu erkennen. Es dauert auch nicht lange, bis die Staatssicherheit sich für die Sache interessiert.

    Max Hellers letzter Fall beginnt im Jahr 1959 und kommt im Jahr 1961 zu Abschluss. Kurz vor der Rente hat Heller schon fast mit seiner Arbeit abgeschlossen. Sein Vorgesetzter macht ihm das leicht. Allzu linientreu geht es Appelt manchmal nicht so sehr darum, einen Fall aufzuklären, eher scheint er Lösungen zu wünschen, mit denen kein Aufsehen erregt wird. Und so werden Max’ Nachfragen zu der Vergangenheit der Toten nicht sehr gern gesehen. Schwierig ist für die Hellers auf das Verhältnis zu ihrem Sohn Klaus. Als überzeugter Sozialist und treuer Mitarbeiter der Staatssicherheit sind die Auffassungen von ihm und seinen Eltern einfach zu unterschiedlich.

    Auch mit Hellers letztem Fall versteht es der Autor, seine Leser zu fesseln. Auch wenn die Untersuchung etwas kompliziert erscheint und die Taten grausam, die Schilderung von Hellers Gedanken, seinem Hadern mit dem Staat, seiner Liebe zu seiner Familie, sein Streben danach, seine Arbeit ordentlich zu machen, das reißt einen bei der Lektüre mit. Diese unterschwellige Enge durch die mögliche Beobachtung durch die Stasi, Karins Sehnsucht nach ihrem zweiten Sohn, der im Westen lebt, Anni, die letztlich unter Max’ kritischer Einstellung zu leiden hat. Aber Dresden ist ihre Heimat und eigentlich haben sie auch alles, sie bekommen alles, es dauert nur etwas länger. Der Zwiespalt zwischen Kritik am Staat und Heimattreue, in dem sich Max Heller befindet, trägt diesen spannenden Roman. Die lebensnahe Zeichnung der handelnden Personen ist ausgesprochen gelungen.

    4,5 Sterne

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  1. Würdiger Abschluss der Reihe

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 01. Okt 2021 

    Es heißt Abschied nehmen von der Reihe, denn bereits der Untertitel von Frank Goldammers "Feind des Volkes - Max Hellers letzer Fall" macht klar, dass der Autor sich von dem Kommissar verabschiedet hat, sehr zu meinem und sicher andererer Leser Bedauern. Der letzte Fall beginnt im Jahr 1959, in einer Wanderhütte werden die die Leichen zweier Männer entdeckt. Einer von ihnen arbeitet in einem Kernforschungszentrum, weshalb von Anfang an die Staatssicherheit mit im Spiel ist. Doch nicht nur die, sondern auch sein Chef werfen Heller und seinen Leuten laufend Knüppel zwischen die Beine, denn jedensmal, wenn er einen vielversprechenden Ermittlungsansatz verfolgt, wird er zurückgepfiffen. Doch, auch für Heller, überraschenderweise bietet sich dann eine einfache, durch die Beweislage aber scheinbar gesicherte Lösung des Falles an. Der etwas zurückgebliebene Kellner einer der Wanderhütte nahe gelegenen Waldgaststätte wird als Täter überführt.

    Der zweite Teil des Romans spielt dann im Sommer des Jahres 1961. Heller, inzwischen kurz vor seinem Ruhestand und in den Innendienst versetzt, bekommt anonyme Anrufe, die ihn zu einem mörderischen Spiel auffordern. Es scheint, dass der damals überführte Täter zu unrecht in Haft sitzt. Tatsächlich werden weitere Menschen ermordet, z.Z. mit der gleichen Tatwaffe wie in der Walthütte. Heller bleibt wenig anderes übrig als sich auf das Spiel einzulassen, denn seine eigene Familie gerät in Gefahr. In einem halsbrecherischen Akt gelingt es ihm, den Vernatwortlichen der damalligen und der aktuellen Taten zu überführen, was allerdings erneut politische Implikationen mit sich bringt. Am Ende sieht sich Heller zu einer dramatischen Aktion gezwungen.

    Leider ist nun nach dem siebten Roman der Reihe deren Ende besiegelt, was angesichts des Alters Hellers ja nun auch nicht ganz unerwartet kommt. Aber vielleicht hat Herr Goldammer ja doch noch Ideen für weitere Fälle, die zwischen den Jahren 1945, dem Beginn der Reihe und 1961 platziert werden könnten, seinen Fans würde er damit sicher einen großen Gefallen erweisen.

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