FederLeicht. Wie fallender Schnee (FederLeichtSaga)

Rezensionen zu "FederLeicht. Wie fallender Schnee (FederLeichtSaga)"

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 17. Jun 2015 

    Wunderbar leichte und schöne Fantasy-Geschichte

    Inhalt:
    Eliza träumt die letzte Zeit immer wieder von einem Portal in ihrem Wald. Natürlich ist das nur ein Traum und doch ist es so real das sie nachschauen muss. Es ist tatsächlich da und sie stolpert durch das Tor in die Elfenwelt. Dort wird bekommt sie den Auftrag eine Schneekugel zu finden und zurück zu bringen, doch Cassian, der Elf der ihr alles Erklären soll spart mit Worten und verhält sich auch sonst nicht gerade kooperativ

    Meine Meinung:
    Federleicht Klang für mich nach eine wunderbar leichten und auch schönen Fantasy-Geschichte. Die Autorin kannte ich bisher nur von vielen positiven Rezensionen und Beides zusammen machte mich neugierig.

    Ich wurde nicht enttäuscht und auch meine Erwartungen wurden erfüllt. Ich habe ein leicht zu lesendes Buch erwartet und genau dieses Bekommen. Es ist der Beginn einer Trilogie und so ist es nur natürlich das es etwas dauert bis die Geschichte in Fahrt kommt. Gelangweilt habe ich mich aber trotzdem nie. Ich fand den Aufbau schön. Es war nicht so als ob Eliza in die Feenwelt stolpert und alles ist super. Man merkte das sie irritiert war, das sowas möglich ist.

    Positiv fand ich auch das die Anzahl der Figuren überschaubar blieb, so konnte ich mich recht schnell und leicht zurecht finden und kam nie mit irgendwelchen Namen durcheinander.
    Eliza ist die Hauptfigur, die wir als Leser begleiten und die ihre Geschichte erzählt. Ein Mädchen das in Schottland lebt und zur Schule geht. Jemand die Geschichten mag und auch der Esoterik nicht abgeneigt ist. Die Figur hat keine wirkliche Tiefe, doch das störte mich nicht. Ich wusste was sie denkt und fühlt und konnte lesen warum sie so handelt wie sie es tat, das reichte mir.
    Sky ist die Freundin von Eliza und engste Vertraute. Sie ist aber auch so ziemlich das Gegenteil von Eliza, etwas forsch und geradlinig. Viel mehr erfährt man von ihr aber auch nicht.
    Cassian ist der arrogante Elf, der mit seiner Art etwas Zündstoff rein bringt. Es ist nicht alles nur geradlinig und so macht diese Figur das Buch um einiges interessanter.
    Die Mutter wird als stetig arbeitende Person dargestellt, deren Mann selten Zuhause ist. Dann gibt es da noch einen Zwillingsbruder, der aber auch eher nebenher läuft. So wie auch die Nebenhandlung ein Beiwerk ist. Nicht uninteressant, aber eher eine Zugabe, als wirklich wichtig in meinen Augen.

    Das Ende kam dann doch recht plötzlich. Ich war schon recht weit im Buch, als die Wendung kam die zum vorläufigen Ende führte und damit hatte ich nicht so gerechnet. Eine ganze Weile dachte ich man würde mit einem fiesen Cliffhanger zurück gelassen, doch ganz so schlimm kam es dann doch nicht. Die Geschichte geht weiter auch wenn ein Bereich scheinbar abgeschlossen ist und ich bin gespannt was sich die Autorin für den nächsten Band im Herbst hat einfallen lassen.

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 01. Jun 2015 

    Vielversprechender Auftakt zu einer neuen Fantasy-Saga...

    "Eliza, jedem Anfang wohnt ein Zauber inne", hat meine Großmutter mir mal erklärt. Damals habe ich nicht verstanden, was sie damit meinte, und heute war ich immer noch nicht schlauer. Denn jetzt stecke ich mittendrin in einem Anfang - aber von zauberhaft kann keine Rede sein. Ausgerechnet ich soll eine magische Schneekugel für die Elfen zurückholen. Wenn sie wenigsten nett wären - diese Elfen. Aber nein - sie sind eingebildet, arrogant und bockig (einer jedenfalls). Im Grunde kann das alles nur ein schlechter Scherz sein. Ich bin bestimmt die Letzte, die sich mutig in ein Abenteuer stürzt. Denn die erlebe ich maximal mit einer Tüte Chips und meiner besten Freundin Sky vor dem Fernseher. Wäre ich bloß nicht in den Wald gegangen und durch das blöde Portal gestolpert. Dann wäre die Geschichte, die meine Welt völlig auf den Kopf stellte, vermutlich nie passiert. Aber das ist nicht mehr zu ändern und so leicht lasse ich mich nicht unterkriegen - schon gar nicht von einem Elf.

    Schon seit einer gefühlten Ewigkeit habe ich kein Fantasy-Buch mehr gelesen, doch die zahlreichen guten Bewertungen der Bücher von Marah Woolf haben mich neugierig werden lassen. Ihr neuestes Werk ist der Beginn einer neuen Fantasy-Saga, und so viel steht fest: davon möchte ich mehr!

    Eilza McBrierty lebt mit ihrem Zwillingsbruder Fynn in einem kleinen Ort in Schottland. Die Mutter betreibt im Haus ein kleines Café, und nach der Schule ist Eliza dort oft zum Helfen eingespannt, was ihr nicht sonderlich recht ist. Sie würde ihre Freizeit lieber mit ihrer Freundin Sky verbringen, oder noch lieber, so gesteht sie sich heimlich ein, mit dem Mädchenschwarm der Schule, Frazer. Manchmal stiehlt sie sich sehr zum Missfallen der Mutter heimlich davon, um auf dem nahegelegenen Friedhof oder im Wald auf einer zauberhaften Lichtung ihren Tagträumereien nachzugehen.
    Auf dieser Lichtung entdeckt Eliza eines Tages ein lichtumflutetes Tor, das sie magisch anzieht. Als sie hindurchtritt, scheint alles wie immer - bis sie von jemandem angesprochen wird. Einem frechen kleinen Troll! Doch bei dieser einen unglaublichen Begegnung bleibt es nicht, denn schon bald trifft Eliza auf Cassian, einen Elfen. Hübsch aber arrogant, eingebildet und menschenfeindlich. Doch er ist dazu ausersehen, sich um Eliza zu kümmern, denn sie ist nicht zufällig dort hin geraten. Er bringt das Mädchen nach Leylin, der Stadt der Elfen, wo ein abenteuerlicher Auftrag auf sie wartet...

    "Ist es schwer? Ist es gefährlich? Ich meine, muss ich gegen Drachen oder Orks oder so was kämpfen? Nur damit du es weißt, ich bin nicht besonders mutig. So etwas mache ich nicht." - "Ach du lieber Himmel, wieder so ein Mensch, der auf Tolkien reingefallen ist. Gibt es bei euch nichts anderes zu lesen?" (S. 136 f.)

    Mit dem Abschnitt nimmt Marah Woolf allen Kritikern schon gleich den Wind aus den Segeln, denn natürlich wird jedes Buch, das sich mit der Welt der Elfen beschäftigt, automatisch mit dem Großmeister dieser Zunft verglichen. Dieser Schachzug hat mir in der Tat ein Schmunzeln entlockt.
    Aber auch sonst waren viele der Passagen wirklich amüsant, was vor allem den screwballreifen Dialogen zuzuschreiben ist, die Eliza und Cassian immer wieder führen. Ein witziger Aspekt dabei: Cassian kann auch Gedanken lesen, und Eliza beherrscht noch nicht die Kunst, diese vor anderen zu verbergen. Und auch wenn Eliza sich dagegen wehrt - trotz seiner schroffen Art beginnt sie Cassian zu mögen.

    Keine wirklich neue Welt hat Marah Woolf da erschaffen, aber eine, die den Wunsch erweckt, mehr davon kennenzulernen. Die Charaktere schälen sich langsam heraus - im Rahmen einer Saga haben sie ja Zeit, sich zu entwickeln. Eliza erscheint authentisch als sympathische Jugendliche, auch das Umfeld wird glaubhaft skizziert. Keine einfache Beziehung zu ihrer Mutter hat das Mädchen, dafür aber eine enge und vertraute zu ihrer Großmutter, die erstaunlich gut mit dem Thema der Elfen vertraut ist. Bei den Elfen ist nicht klar, wer von ihnen wirklich vertrauenswürdig und verlässlich ist, was die Spannung - auch hinsichtlich der noch folgenden Bände - aufrecht hält.

    Was die beiden Welten verbindet, ist das Theaterspiel. Für den Theaterkurs in der Schule hat Eliza das Textbuch zu einer Aufführung von 'Tristan und Isolde' geschrieben und ist dort intensiv in die Proben eingebunden. Zufällig lieben auch die Elfen das Theaterspielen, und als sie Elizas Text entdecken, steht die Entscheidung rasch fest - auch sie wollen dieses Stück aufführen.
    Nur eine Nebenhandlung, so scheint es, aber ich fand diese Passagen und die eingeschobenen Auszüge aus dem Text wirklich bezaubernd. Und zumindest diese Leidenschaft teilen Eliza und Cassian, auch wenn sie ansonsten überzeugt sind, eher keine Gemeinsamkeiten zu haben.

    Insgesamt ist das Buch für mich ein vielversprechender Auftakt zu einer neuen Fantasy-Saga, die ich gerne weiter verfolgen werde.

    © Parden