Fataler Wahn: Ein Keller und Beck-Thriller

Buchseite und Rezensionen zu 'Fataler Wahn: Ein Keller und Beck-Thriller' von Stefan Zeh
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Inhaltsangabe zu "Fataler Wahn: Ein Keller und Beck-Thriller"

Nachdem eine junge Frau grausam ermordet in ihrer Stuttgarter Wohnung aufgefunden wird, muss Kriminalhauptkommissar Martin Keller sich mit seiner neuen Kollegin Julia Beck zusammenraufen, um dem Täter auf die Spur zu kommen. Ist die Tote Opfer einer Beziehungstat geworden? Die Nachforschungen zu dem kontrollsüchtigen Exfreund über ein Datingportal laufen zunächst ins Leere. Als sie den Stalker endlich finden, ist bereits die nächste Frau zur Zielscheibe seiner fanatischen Besessenheit geworden. Können Keller und Beck ihn stoppen, bevor sich die Schlinge um sein nächstes Opfer zuzieht?

Diskussionen zu "Fataler Wahn: Ein Keller und Beck-Thriller"

Autor:
Format:Kindle Ausgabe
Seiten:351
Verlag: dp Verlag
EAN:

Rezensionen zu "Fataler Wahn: Ein Keller und Beck-Thriller"

  1. Albträume nicht ausgeschlossen

    Rezept

    Man nehme:

    1 Triebtäter,

    3 Opfer, jung, weiblich, Single,

    4 Ermittler, die unterschiedlicher kaum sein könnten.

    Nacheinander gönne man den Zutaten einzelne Kapitel, dem Triebtäter die seinen als Ich-Erzähler, die der Opfer und der blutjungen Kriminalbeamtin Julia Beck in der dritten Person und alle in der Vergangenheit. Das Gericht genießt man am besten ans Kopfende seines Bettes gelehnt, nur mit einer dünnen Decke, das kühle Schlafzimmer unzureichend durch die Nachttischlampe ausgeleuchtet, und schon ist eine schlaflose Nacht oder eine mit Albträumen garantiert.

    Inhalt

    Als die frischgebackene Kriminalkommissarin Julia ihren Dienst in der Stuttgarter Dienststelle antritt, wird sie sogleich zu einem Leichenfund gerufen. Eigentlich wäre das eine willkommene Möglichkeit, sich von ihrem sarkastischen und frauenfeindlichen Vorgesetzten zu lösen, doch kritisiert er sie weiterhin und lässt ihre Schlüsse zum Tod der jungen Irina Heff nicht gelten. Durch ihre Ermittlungen deckt Julia Parallelen zu einem früheren Mord auf und erkennt Anhaltspunkte für einen weiteren, unmittelbar bevorstehenden Mord …

    Schreibstil

    In seinem Roman »Fataler Wahn« spielt Stefan Zeh nicht nur mit den Wohlbefinden der Opfer, sondern auch mit dem seiner Leser und vor allem seiner Leserinnen. Die Kapitel, die sich mit der Ermittlung beschäftigen, sind zumeist aus der Sicht Julias geschrieben sind und kreisen neben der kriminalistischen Arbeit um ihre Probleme. Diese sind ihre wütende Absicht, sich ihrem zynischen, ständig nörgelnden Vorgesetzten zu beweisen, und die Bemühung, endlich ihre Trauer über den Tod ihrer Mutter zu verarbeiten. Schriftstellerisch ist die konfliktreiche Zusammensetzung des Ermittlerteams äußerst gelungen: Julia, ohne Erfahrung und auf ihre Intelligenz und Eingebung angewiesen, Hauptkommissar Martin Keller, den sein langjähriger Dienst und der Tod eines Kollegen in den Zynismus getrieben haben, Kriminalkommissar Li – von in diesem Genre ungewohnter asiatischer Herkunft –, von Keller als »Wing-Wing« verspottet, und als Stereotyp des Beamten im höheren Dienst der steife, fordernde Kriminalrat Preiß. Diese Kapitel entbehren nicht der Emotionen, befassen sich aber im Grunde mit nüchternen Sachverhalten. Anders die Schilderungen aus der Sicht der Opfer, deren Angst, Unsicherheit und Hoffnung Zeh auf den Leser überträgt. Noch stärker wühlen die detailliert beschriebenen krankhaften Vorstellungen des Mörders auf durch den sich von Kapitel zu Kapitel steigernden Sadismus. Zehs Sprache wechselt, ist den Erzählperspektiven angemessen und so authentisch, dass der Leser sich leicht in die jeweilige Person hineinversetzen kann. Dazu kommen falsche Spuren, die allerding nicht verhindern, schon vor den letzten Kapiteln auf den wahren Täter zu schließen.

    Fazit

    Mit »Fataler Wahn« liegt mir ein Buch vor, das sich stark von meinen eigenen Kriminalromanen unterscheidet. Die von mir gepflegte Leichtigkeit fehlt gänzlich, und den von mir geliebten Humor begrenzt Zeh auf die bissige Ironie Kellers im Umgang mit Julia Beck, nur die Spannung ist gleich. Wobei es Zeh auf die Übertragung der Unruhe von Opfern und Ermittlern auf seine Leser ankommt. Das ist ihm gelungen, sein Roman löst sich durch die Perspektive des erzählenden Täters vom leichter verdaulichen Genre des Detektivkrimis und wird durch die dem Opfer bewusste Gefahr mehr zum Thriller. Ein guter Roman, den ich jedem Krimiliebhaber empfehle, der ein reichliches Maß an Aufregung verträgt.