Fantasyland

Buchseite und Rezensionen zu 'Fantasyland' von Kurt Andersen
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5 von 5 (1 Bewertungen)

500 Jahre Realitätsverlust - Die Geschichte Amerikas neu erzählt
Broschiertes Buch
"Das postfaktische Zeitalter ist kein unerklärliches und verrücktes neues Phänomen. Im Gegenteil: Was wir jetzt sehen, ist nur die Spitze des Eisberges", schreibt Kurt Andersen in seinem aufsehenerregenden Buch Fantasyland. Der Hang zum Magischen und Fantastischen, so der preisgekrönte Kulturjournalist, ist tief in die kollektive DNA der Amerikaner eingeschrieben. Er entstand, als europäische Siedler erstmals den Boden der "Neuen Welt" betraten, im Gepäck vor allem eins: ausgeprägten Individualismus und Lebensträume und Fantasien von epischem Ausmaß. Mitreißend und eloquent erzählt Andersen vom großen amerikanischen Experiment - und warum es so spektakulär scheiterte. Wer verstehen will, wie die Grenze zwischen Realität und Illusion derart verrutschen und ein Mann wie Donald Trump es ins Weiße Haus schaffen konnte, muss dieses Buch lesen.

Format:Broschiert
Seiten:736
EAN:9783442159680

Rezensionen zu "Fantasyland"

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 14. Feb 2019 

    Das Buch lesen und die USA verstehen !

    Das Buch ist keine eintönige Polemik gegen die USA, sondern es ist ein Bericht über die Merkwürdigkeiten in der Geschichte im Land der Freiheit. Eine Freiheit, jede Idee gut zu heißen, solange man sich dabei kurz gut fühlt oder damit an Geld kommt.

    So erfahre ich von den Siedlern, denen das gelobte Land versprochen wurde, über die Eroberung des Landes nach Westen, den Goldrausch, die Industrialisierung, Ausbreitung der Werbung und die Lügen der Wirtschaft.

    Wie die 60ziger mit der Hippie Zeit die Selbstverwirklichung und Selbsttäuschung antrieb und wie in den 80zigern der Trend anfängt in den neuen privaten Medien keine Qualität von Informationen mehr zu liefern, sondern die Fantasiewelt an Bedeutung gewinnt. Hauptsache Gewinne machen.

    Durch Internet und Medien glauben die Amis immer schneller daran, was sie glauben sollen, in der Politik, bei fake news, bei Verschwörungstheorien und beim Einkaufen (zum Beispiel: Immobilienblase).

    Einzig die Presse wirkt noch als mahnendes Organ in der Gesellschaft. Politik, Staat und Religionen sind mit merkwürdigen Ideen, Entscheidungen genauso verseucht wie der normale Mensch in den USA.

    Natürlich betrachtet dieses Buch die USA aus einem sehr kritischen Blickwinkel, natürlich gibt aufgeklärte, kritisch denkende, intellektuell gut ausgebildete Amerikaner, aber das Buch hilft ungemein die Merkwürdigkeiten der Amerikaner zu verstehen.