Engelsschuld

Buchseite und Rezensionen zu 'Engelsschuld' von Emelie Schepp
4.5
4.5 von 5 (2 Bewertungen)

Broschiertes Buch
Ein Fehler, den du nicht wiedergutmachen kannst. Und ein Mörder, der nie vergessen hat ...

Grausame Morde erschüttern die schwedische Stadt Norrköping. Dreimal wird der Sanitäter Philip Engström zu den Tatorten gerufen, dreimal kann er nichts mehr für die entsetzlich entstellten Opfer tun. Er erkennt, dass er den Ermordeten schon einmal begegnet ist - und er selbst das nächste Opfer sein könnte. Doch eine schwere Schuld in seiner Vergangenheit lässt ihn schweigen. Staatsanwältin Jana Berzelius nimmt sich des Falls an. Erst spät merkt sie, dass Privates und Berufliches in dieser Mordserie eng miteinander verknüpft sind. Denn Jana hat ihre ganz eigene Rechnung mit dem Mörder offen.

Format:Taschenbuch
Seiten:448
EAN:9783734104695

Rezensionen zu "Engelsschuld"

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 30. Sep 2017 

    Die Staatsanwältin

    Die Rettungssanitäter Sandra und Philip sind ein gutes Team. Doch in letzter Zeit hat sich Philip verändert. Er wirkt fahrig und beginnt Fehler zu machen. Während eines Einsatzes stirbt eine Herzinfarktpatientin und es scheint so als hätte sie eigentlich gerettet werden können. Nur wenige Zeit nach diesem Ereignis werden Philip und Sandra zu einer Verletzten gerufen. Ihnen bietet sich ein fürchterliches Bild. Der Frau wurden beide Hände abgehackt und sie ist kurz vor dem verbluten. Fieberhaft beginnt die Polizei mit den Untersuchungen. Verantwortliche Staatsanwältin ist Jana Berzelius, die unnahbare Schöne mit einer Wohnung für Solisten.

    Dies ist bereits der dritte Fall für die Staatsanwältin mit der kühlen Persönlichkeit, die mehr in petto hat als man nach den ersten Sätzen vermuten würde. Zwar gibt es etliche Bezüge zu den vorigen Fällen und die Handlung scheint ziemlich nahtlos an Band zwei anzuschließen, aber zwingend ist die Kenntnis der Vorbände für das Verständnis zu diesem dritten Band nicht. Allerdings erwischt man sich schon hin und wieder bei dem Gedanken, es wäre vielleicht doch besser.

    Unabhängig davon fasziniert Jana Berzelius mit ihrem ungewöhnlichen Charakter und ihrem Hintergrund, der sich so schnell mit nichts vergleichen lässt. Die Handlung wird aus der Perspektive verschiedener Personen, der Ermittler, der Sanitäter, der Staatsanwältin geschildert. Die Szenenwechsel erfolgen dabei manchmal recht schnell, was der Handlung Drive vermittelt und was zu mehreren fiesen Cliffhangern führt, die man unbedingt aufgelöst haben muss.

    Die Taten sind an Grausamkeit kaum zu überbieten und man kann sich weder ein Motiv vorstellen noch wie überhaupt jemand auf diese Art handeln kann. Wo ist das Verbindungsstück, der Hinweis, der schließlich alles an seinen Platz fallen lässt. Gemeinsam mit den Beamten tappt man im Dunkeln. Gemeinsam mit der Staatsanwältin geht man eigene Wege, gerät man auf Abwege. Gegen Gemeinsamkeiten mit dem Killer sträubt man sich, auch wenn man vielleicht verstehen kann, dass dessen Kindheit auch nicht so leicht war. Insgesamt packt es einen und man wundert sich wie schnell die Zeit beim Auffinden einer Lösung zu diesem Fall vergeht. Hier kann man eintauchen und sich gruseln ob der menschlichen Abgründe, die sich auftun, Abgründe, in die man keinesfalls allzu intensiv schauen möchte, die einen aber den Alltag vergessen lassen. Man will am Ball bleiben bis der Gerechtigkeit zum Sieg verholfen wurde. Grundsätzlich tritt das schon ein, gäbe es da nicht den einen oder anderen Punkt, der an an den Ermittlern nagt und darauf hindeutet, dass noch Stoff für einen sicher ebenso empfehlenswerten vierten Fall für die toughe Staatsanwältin im Köcher der Autorin steckt.
    4,5 Sterne

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 25. Sep 2017 

    Ein harter Job

    Die Staatsanwältin Jana Berzelius hatte zwar den Selbstmord ihres Vaters noch in allerletzter Sekunde verhindern können, doch hat er nur schwerverletzt überleben können. Langsam kämpft er sich mühselig zurück ins Leben und muss alles neu erlernen; kommunizieren kann er noch nicht mit seiner Umwelt. Für Jana zählt es jedoch lediglich, den Ort ausfindig zu machen, an dem er ihre privaten Dokumente versteckt hält. Sie sind es, die ihr Geheimnis bewahren, der einzige Beweis ihrer Vergangenheit. Nicht ganz, es gibt da noch den Straftäter Danilo, auch er weiß Bescheid. Jana und er kennen sich bereits seit Kindertagen. Und Danilo ist gerade aus dem Vrinnevi Krankenhaus in Norrköping entkommen … Zudem erschüttern gerade grausame Morde die beschauliche Stadt. Hier scheint jemand eine Rechnung begleichen zu wollen. Es benötigt einige Zeit, bis Jana die Zusammenhänge erkennt.

    Die Autorin Emelie Schepp versteht es wirklich, ihre Figuren anzulegen. Die Staatsanwältin Jana Berzelius, die nach außen hin die kühle, leicht arrogante Karrierefrau gibt, arbeitet schwer daran, ihr Geheimnis zu wahren. Ich kann vom ersten Moment an sehr gut mit ihr mitfiebern. Die anderen Charaktere sind ebenfalls authentisch und haben alle Ecken und Kanten, das hebt die Spannung und das Lesevergnügen noch einmal mehr an. Der Spannungsbogen wird hoch gehalten von Emelie Schepp und ihr Tempo ist durchaus zügig. Der Schreibstil der Autorin ist faszinierend und mitreißend. Die Lektüre ist Unterhaltung pur und an Dramatik fast nicht zu überbieten. Die Geschichte selbst lässt mir sozusagen das Blut in den Adern gefrieren und beeindruckt mich zutiefst.

    Von Herzen gerne vergebe ich diesem Buch seine wohlverdienten fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es absolut weiter. Die Reihe um die Staatsanwältin Jana Berzelius steht für kühle, schwedische Crime Noir. Die Übergänge von Gut und Böse sind zuweilen fließend, Gänsehaut und fröstelnde Schauer sind auf jeden Fall garantiert. Nun warte ich ganz gespannt auf den nächsten Teil der Reihe, der in Schweden bereits in diesem August erschienen ist.