Eiskalter Süden: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Eiskalter Süden: Roman' von Nicola Lagioia
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Eiskalter Süden: Roman"

Diskussionen zu "Eiskalter Süden: Roman"

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:525
Verlag:
EAN:

Rezensionen zu "Eiskalter Süden: Roman"

  1. Eiskalte Meisterschaft

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 27. Okt 2020 

    Bei "Bella Italia Noir" könnte man dieses Buch einordnen. Eine CRIME NOVEL, eine Gesellschaftsstudie, eine Kampfansage - der junge italienische Autor Nicola Lagioia ist hierzulande noch eher unbekannt, in seinem Heimatland bekam er für dieses Buch den wichtigsten Literaturpreis Italiens, den PREMIO STREGA.

    Aber das Buch ist nicht nur sehr wichtig und wertvoll, es ist auch verdammt spannend und atemberaubend rasant geschrieben. Allein die Passage am Anfang mit der Ratte ist sensationell...

    Das Buch gefällt auch anderen - hier ein kleiner Rundumschlag der Kritiken bei Perlentaucher:
    https://www.perlentaucher.de/buch/nicola-lagoia/eiskalter-sueden.html

    Daher: Wer italienische Literatur auch jenseits von Dolde-Vita-Seligkeit schätzt, liest dieses Buch. Fünf Sterne!

    Hier auch noch das sehr lesenswerte Blog des Autors (auf Italienisch): http://www.minimaetmoralia.it/wp/author/nicola-lagioia/

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    Und hier noch der Klappentext:

    Nackt und bleich und blutüberströmt durchstreift eine junge Frau barfüßig die vom Mond nur schwach beleuchtete süditalienische Landschaft Apuliens. Längs ihrer Beine sind Striemen zu erkennen, Blutergüsse an den Hüften, das Gesicht geschwollen. Als sie endlich die Straße erreicht, sind die Scheinwerfer eines Lastwagens das letzte, was sie sieht.

    Ein vom Vater selbst, dem aus dem Nichts zu Reichtum gelangten Bauunternehmer Vittorio Salvemini, als Selbstmord verschleierter Mord an seiner eigenen Tochter wird zum Kulminationspunkt einer aus Gier, Gewalt, Korruption und Erpressung aufgebauten Karriere. Es ist am Ende der Bruder, der seine Schwester rächen und den Vater vernichten wird.

    Nicola Lagioia seziert in EISKALTER SÜDEN mit wuchtiger und immer wieder auch behutsamer Sprache die dunkelsten Seiten der menschlichen Natur, die bei der unaufhaltsamen Jagd nach Macht, Ansehen, Geltung und Reichtum vor keinen Auswüchsen und Perversionen zurückschreckt. Indem er in diesem Meisterwerk Familienroman – mit all den verqueren gegenseitigen Abhängigkeiten der Figuren – und spannungsgeladenen Thriller miteinander verschränkt, liefert er ein erschreckend aktuelles und gleichzeitig fast mythisches Bild der italienischen Gegenwartsgesellschaft.

    Lagioias Roman ist auch Teil eines literarischen Aufschreis einer jungen Generation italienischer Autoren, gegen eine Generation, die das Land und seine Bewohner mit Spekulation und Korruption unterwandert und damit das Gemeinwesen zerstört hat. Trotz aller Gewalt, Niederträchtigkeit und Ignoranz schimmert in seinem Roman immer auch ein literarischer Humanismus als verlorene Gegenwelt durch.