In eisiger Nacht

Buchseite und Rezensionen zu 'In eisiger Nacht' von Tony Parsons
3.5
3.5 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "In eisiger Nacht"

Autor:
Format:Broschiert
Seiten:336
EAN:9783404176212

Rezensionen zu "In eisiger Nacht"

  1. Aktuell aber zu forciert

    bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 25. Sep 2019 

    In einem Kühllaster, aufgefunden im Londoner Chinatown, liegen zwölf Frauen, elf davon erfroren, eine so gut wie tot. 13 Pässe werden gefunden. Es beginnt eine fieberhafte Suche nach der einzigen Überlebenden.
    Tony Parsons lässt „In eisiger Nacht“ DC Max Wolfe zum vierten Mal ermitteln. Und wieder ist es ein hochaktuelles Thema, das der britische Autor bei diesem Kriminalroman angeht. Illegaler Menschenhandel, moderne Sklaverei mit all seiner brutalen Härte. Die Ermittlungen führen die Londoner Polizei zu alteingesessenen Verbrecherclans, der chinesischen Mafia und osteuropäischen Schleppern. Es ist ein dreckiges Geschäft mit dreckigen Mitteln. Auch für den Boxer Max Wolfe sind das sehr harte Bandagen.
    Ich mochte die ersten drei Bücher aus dieser Reihe recht gerne, hatte aber bei diesem Band ein wenig das Gefühl, dass die Handlung zu forciert war. Gewalt ist in dem Milieu, in dem der Krimi angesiedelt ist, leider alltäglich. Das kann man auch als Leser aushalten. Aber manche Szenen, wie Aufruhr und Massenschlägereien mündeten oft in einem erzählerischen Durcheinander, dass ich nicht mehr wusste wo oben und unten ist. Dann wiederum hält sehr Privatleben der Ermittler die Handlung auf. So bleibt mir zwar der Charakter des Max Wolfe als sympathisch und menschlich , das Gesamtbild des Kriminalromans aber nur mittelmäßig in Erinnerung.

  1. Schlepper

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 25. Jan 2018 

    Ein Kühllaster mit mehreren jungen Frauen trifft in London ein. Der Fahrer war nicht in der Lage, den Thermostat richtig einzustellen. Die Frauen auf der Ladefläche sterben an Unterkühlung. Als Detective Max Wolfe an dem Fahrzeug ankommt, ist eine Frau, die wohl im Führerhaus saß geflohen, eine gerade noch am Leben und elf weitere bereits verstorben. Niemand möchte in so eine Situation gelangen. Doch Max hält der jungen Frau die Hand. Leider schafft auch Hana es nicht, doch sie ist die Einzige, die identifiziert werden kann, weil ihr Paß echt war. Sie wollte Krankenschwester werden.

    In seinem vierten Auftritt ermittelt Detective Max Wolfe im Milieu der Menschenschleuser. Junge Frauen werden aus ihren Heimatländern gelockt, um in die Prostitution getrieben zu werden. Ein grausames Geschäft, in dem ein Menschenleben nichts zählt. Die Ware muss ihre Arbeitskraft in welcher Form auch immer liefern und Verluste werden in Kauf genommen. Wolfe ist entsetzt über das, was er in Erfahrung bringt. Letztlich kann der Staat nicht viel tun. Wie soll verhindert werden, dass die Schönsten der Dörfer den Lügen und leeren Versprechungen der Gangster aufsitzen. Da scheint es kaum eine reelle Chance zu geben.

    Zu Beginn fühlt man sich an den Fall der Flüchtlinge erinnert, die tot in einem LKW aufgefunden worden. Auch wenn es sich nur um einen Roman handelt packt einen doch das Grauen. Sehr schlimm muss es sein, wenn man merkt, dass man nicht aus der Kälte entkommen kann. Das gelobte Land wird zu einem kalten Sarg. Die großen Hoffnungen, die strahlenden Augen zu Beginn der Reise, zerstört, erloschen. Man kann verstehen, dass Wolfe mit großer Verbissenheit versucht die Hintergründe zu ermitteln. Solche üblen Täter möchte man hinter Gittern wissen, auch wenn klar ist, dass ein gelöster Fall lediglich ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Doch man denkt auch, steter Tropfen höhlt den Stein. Und so kann jede Verhaftung helfen, einem Menschen das Leben zu retten. Der düsteren Stimmung, die über dem Fall hängt, kann man sich kaum entziehen. Je tiefer Max vordringt, desto schlimmer werden seine Entdeckungen.

    Auch wenn Tochter und Hund Licht und Lebendigkeit in Max Wolfes Leben bringen, fordert dieser harte Krimi dem Leser ab, sich mit einem Thema auseinander zu setzen, von dem einem am Liebsten wäre, es würde nicht existieren, weil es Mensch einfach nicht nötig haben sollten, sich in die Hände solch perfider Menschenhändler begeben zu müssen.