Ein Gentleman in Arles – Gefährliche Geschäfte: Ein Provence-Krimi (Peter-Smith-Reihe, Band 2)

Buchseite und Rezensionen zu 'Ein Gentleman in Arles – Gefährliche Geschäfte: Ein Provence-Krimi (Peter-Smith-Reihe, Band 2)' von Anthony Coles
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3 von 5 (1 Bewertungen)

Spaziergänge mit Windhund Arthur in der idyllischen Camargue, genussvolle Speisen in pittoresk gelegenen Restaurants - so hat sich Peter Smith seinen Ruhestand vorgestellt. Aber die Provence ist mörderisch: Ein junger Polizist wird bei einer Observierung erschossen. Angeblich war es ein Unfall bei einer Übung, doch der Großvater des Getöteten glaubt diese Version nicht. Er bittet den ehemaligen Geheimdienstler Peter Smith um Hilfe. Verdächtig erscheint dem Agenten im Ruhestand sofort, dass der Leichnam eingeäschert wurde. Und warum hat sogar der französische Präsident Interesse an dem Fall? Schneller als ihm lieb ist, findet sich Smith in einem Durcheinander verschiedenster Interessen wieder und entdeckt eine provenzalische Verschwörung.

Format:Broschiert
Seiten:368
Verlag: Pendo
EAN:9783866124554

Rezensionen zu "Ein Gentleman in Arles – Gefährliche Geschäfte: Ein Provence-Krimi (Peter-Smith-Reihe, Band 2)"

  1. bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 20. Mai 2019 

    Agenten kennen kein Alter

    David Gentry und Peter Smith verleben ihren (Un-) Ruhestand in Arles. Beide Freunde waren im Berufsleben Kollegen, sie waren erfolgreiche Mitarbeiter des britischen Geheimdienstes. Aber auch im Alter können sie es nicht lassen, ab und an ihre Deckung als erfolgreiche pensionierte Geschäftsleute zu verlassen. Als Gentrys einheimischer Damepartner den Verlust seines Enkels beklagt, der angeblich bei einer Übung seiner Polizeitruppe ums Leben gekommen ist, ist Gentrys Misstrauen geweckt. Smith, schon immer der aktivere Part, beginnt zu arbeiten. Sie wollen den Tod des jungen Beamten aufklären.

    Erstaunlich, die beiden Rentner verfügen offensichtlich über ein unerschöpfliches Reservoir an Beziehungen und Geld. So können Waffen, abhörsichere Satellitentelefone, gepanzerte Wagen und natürlich kampferprobte Manpower in kürzester Zeit und ausreichender Zahl rekrutiert werden.

    Smith, für den Loyalität und Ehre ganz groß geschrieben wird, hat eine desillusionierte Sicht auf seinen ehemaligen Beruf. Was er im Dienste Ihrer Majestät sauber, leise und effizient erledigte, ist nichts anderes als sein Freund Alexej tut, nur dass der damit sein Imperium an Drogen-Waffengeschäften und Prostitution leitet. Als die Nachforschungen ergeben, dass die Beteiligung an dieser schiefgelaufenen Aktion bis in die Spitzen der französischen Politik und des Militär reicht, wird er in seiner Sicht bestätigt. Deshalb nutzt er Gangsterboss Alexejs Ressourcen hemmungslos und Leichen pflastern Smith und Gentrys Suche nach den Schuldigen am Tod des jungen Jean-Claude.

    Mich störte an diesem Rentner-Agenten-Märchen die abwechselnd exzessiv geschilderte Gewalt und dazwischen wieder die überhöhten Loyalitäts-und Ehrbegriffe, die für Smith anscheinend jede Aktion legitimieren. Außerdem gab es dann wieder zur Entspannung ausführliche Exkursionen in die Sphären der wahren provenzalischen Küche, einschließlich minutiös geschilderter Zubereitungen und in die Landschaft der Provence und Camargue kommt auch nicht zu kurz. Die ist nun wirklich schön und wird ebenso kenntnisreich wie poetisch beschrieben.

    Ach ja, natürlich gehört auch noch eine Liebesgeschichte in einen in Frankreich angesiedelten Krimi und deshalb darf Smith auch noch mit Martine ein spätes, aber zärtliches Glück genießen. Auch dieses Klischee dürfen wir also abhaken.

    Das Buch hat seine guten Momente, die Landschaft und der ebenfalls schon ältere Windhund Arthur gehören dazu, aber zu mehr als drei wohlwollend aufgerundeten Sternen kann ich mich nicht durchringen.