Ein Festtag: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Ein Festtag: Roman' von Graham Swift
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5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Ein Festtag: Roman"

Gebundenes Buch
Sich dem Stoff des Lebens in die Arme zu werfen, das war der Sinn ...

Jane, das junge Dienstmädchen von Beechwood, und Paul, der Spross aus begütertem Haus, haben ein Verhältnis. Heimliche Botschaften, verschwiegene Treffen, doch heute, an diesem sonnigen Märzsonntag 1924, darf Jane - Familie und Dienerschaft sind ausgeflogen - ihr Fahrrad einfach an die Hausmauer des Anwesens lehnen, durchs Hauptportal herein und ins Bett ihres Geliebten kommen. Ein erstes und ein letztes Mal, denn Paul wird bald - standesgemäß - heiraten. Später, gegen Mittag, wird sie leichtfüßig und nackt durch das weitläufige Haus streifen, beseelt von der rauschhaften Innigkeit dieses herausgehobenen Morgens und nicht ahnend, dass ihr Leben am Ende dieses Tages zu zerbrechen droht.

Viele Jahrzehnte später blickt sie zurück und erzählt: von einer Tragödie und zugleich einer wundersamen Entfaltung. Schwebend verschränkt Swift Gegenwart und Vergangenheit, erzählt fein und makellos von einem Leben, in dem alle Grenzen bedeutungslos wurden. Schillernd, unerhört und sinnlich.

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:144
EAN:9783423281102

Rezensionen zu "Ein Festtag: Roman"

  1. Ein ruhiges, kleines Buch über einen besonderen Tag

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 03. Sep 2017 

    Dieses Buch hat eine ganz eigene, feine Sprache, die mich sofort in ihren Bann gezogen hat.
    Ziemlich schnell ist klar, dass die Erzählerin eine sehr alte Dame jenseits der 90 ist. Sie erzählt im wesentlichen von einem einzigen Tag ihres Lebens, der aber sehr einschneidend war und in Folge auch ihrem Leben eine neue Richtung gegeben hat. Es ist der Muttertag 1924, von dem sie erzählt, weshalb das Buch im Original auch "Mothering Sunday" heißt und ich mich über den deutschen Titel schon geärgert habe....

    Die Erzählerin Jane war eine Waise und Hausmädchen bei den Nivens, wo sie die Bücher des Hausherrn lesen darf und über eine überdurchschnittliche Bildung verfügt. Jane unterhält seit Jahren ein Verhältnis mit Paul Sheringham, der in Kürze standesgemäß Emma Hobday heiraten wird. Der Großteil des Buches behandelt das letzte Stelldichein eben an diesem Muttertag. Zwischendurch berichtet die Erzählerin in Abschnitten von anderen Erlebnissen in ihrem Leben: Sie wurde Buchhändlerin, schließlich Schriftstellerin, hatte einen Ehemann....

    Doch dieser Muttertag bewegt sie noch immer...
    Es war die Art Buch, die ich liebe: Eindringlich, ruhig, aber spannend mit interessanten Charakteren. So dass man sich am Ende fragt: "Was wäre gewesen, wenn..."

    Wer "Spannung" im eigentlichen Sinne sucht, ist hier falsch beraten. Wer sich aber an schöner Sprache erfreuen kann, die ein besonderes Ereignis schildert und dabei interessante Figuren vorstellt, wird dieses Buch lieben!