Dunkles Lavandou: Leon Ritters sechster Fall

Rezensionen zu "Dunkles Lavandou: Leon Ritters sechster Fall"

  1. Hat mir gut gefallen

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 14. Jun 2020 

    In Le Lavandou steht eine perfekte Sommersaison an. Doch dann wird unter einer Brücke die Leiche einer Frau gefunden. Der Rechtsmediziner Leon Ritter stellt fest, dass die Frau nicht freiwillig in den Tod gesprungen ist. Die Polizei lässt den Fall jedoch schleifen, bis eines Tages die Tochter des französischen Kultusministers samt einer Freundin verschwindet. 

    Dies war mein zweites Buch um den Rechtsmediziner Leon Ritter und ich war gespannt, ob mir dieser Krimi genauso gut gefällt. 
    Das Buch ließ sich sehr gut und flüssig lesen und ich kam schnell ins Geschehen hinein und konnte problemlos folgen. Die Beschreibungen waren bildhaft und anschaulich und gefielen mir sehr gut. 
    Leon Ritter hat mir wieder gut gefallen. Er war sehr sympathisch und wirkte äußerst kompetent und überlegt. 
    Der Fall hat mir gut gefallen. Ich hatte viele Fragen im Kopf und konnte miträtseln und überlegen, was bzw. wer dahintersteckt. Die Spannung wurde gut aufgebaut und gehalten, wo auch die Perspektivwechsel in der Erzählung zu beitrugen. Dass ich den Täter schon recht früh erahnt habe, hat allerdings etwas an Spannung eingebüßt. 

    Ein spannender und unterhaltsamer französischer Krimi. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

  1. Rituelle Morde in Lavandou

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 12. Jun 2020 

    Es handelt sich mittlerweile um den 6. Band mit dem Rechtsmediziner Dr. Leon Ritter als Protagonisten.

    Er lebt seit nunmehr 5 Jahren in der Provence und hat in der stellvertretenden Polizeichefin von Le Lavendou - Isabelle Morell - eine passende Lebensgefährtin gefunden. Sehr gerne hält er sich auf dem Bouleplatz neben der Bar Chez Miou auf und ist dort bei den Einheimischen voll integriert.

    Aktuell hat es die örtliche Polizei mit zwei Todesfällen zu tun, die zunächst auf Suizid schließen lassen, aber Dr. Ritter kommt zu einem anderen Ergebnis. Er schließt wegen diverser Anzeichen rituelle Morde nicht aus. Es geraten etliche Personen als Verdächtige ins Visier der Polizei. Doch es bleibt nicht bei diesen Leichen und als Höhepunkt verschwindet die Tochter eines angesehenen Politikers zusammen mit ihrer Freundin. Und nun kommt unbeliebte Verstärkung aus Toulon und Paris und aus Gründen der Medienaufmerksamkeit reist auch noch der Kultusminister persönlich an.

    Der Autor hat für mich auch in diesem 6. Band nicht nachgelassen. Der Schreibstil des Autors läßt sich von der ersten Seite an flüssig und spannend lesen. Remy Eyssen nimmt seine Leser mit in die Provence, die er so farbenprächtig und authentisch beschreibt, man merkt, daß diese Gegend eine Herzensangelegenheit von ihm ist. Das Privatleben von Dr. Ritter und Isabelle wird wohl dosiert eingestreut, als Leser aller Bände ist man mittlerweile gut informiert und lebt quasi mit ihnen. Dieses Mal haben sie außerdem noch ein gesundheitliches Problem zu bewältigen, das an den Nerven zehrt. Auch an seinen Einkaufstouren über den Markt und bei den Bauern läßt Leon Ritter die Leserschaft teilhaben und man möchte eigentlich sofort mit ihm zum Olivenöl- und Käsetesten aufbrechen. Der Fall selbst wird fesselnd und stellenweise auch brutal beschrieben und er geht unter die Haut, so daß das sommerliche Urlaubsfeeling in Le Lavandou durchaus gestört wird. Der Autor hat zwar einige falsche Spuren gelegt, aber die Aufklärung des Falles habe ich aus dem Bauch heraus teilweise vermutet, aber es blieb bis zum Ende spannend WER, WIE und aus welchem Motiv gehandelt hat.

    Ich freue mich auf den nächsten Band und empfehle diesen Krimi gerne weiter!

  1. Schöner Südfrankreich-Krimi

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 09. Jun 2020 

    Mit „Dunkles Lavandou“ habe ich bereits den 6. Band von Remy Eyssens Provence Krimis gelesen. Warum ich dieser Reihe treu bin? Weil es perfekte Urlaubskrimis sind!
    Hier stimmt die Mischung aus anregenden Landschaftsbeschreibungen, das ist wie ein Kurzurlaub, zumal ich die Provence und die beschriebenen Orte aus eigener Anschauung kenne. Wenn Leon Ritter in seiner Freizeit über den Wochenmarkt schlendert oder einen Ausflug mit Lebensgefährtin Isabelle unternimmt, habe ich sofort die passenden Bilder vor Augen.

    Dazu kommt die Kombination von Polizeiarbeit und unkonventionellen Ermittlungen. Für die Polizei ist Isabelle zuständig, die als Capitaine der Gendarmerie Nationale arbeitet und Leon Ritter, der als Gerichtsmediziner tätig ist und bei Todesfällen seinen eigenen Blick entwickelt hat. Er gibt sich nicht mit einfachen Erklärungen zufrieden und ermittelt schon mal selbst.

    Eine junge Frau stürzt von einer Brücke und wird von einem LKW überrollt. Das sieht nach Selbstmord aus, doch Leon Ritter findet Spuren, die etwas ganz anderes erzählen. Von Misshandlungen und einem Martyrium vor dem Tod. Auch einige seltsame Hinweise, denen die Polizei keine Aufmerksamkeit schenkt, sind Indizien für ihn.

    Es bleibt nicht bei einem Todesfall und als die Tochter eines Ministers zusammen mit einer Freundin vermisst wird, bekommen die Ermittlungen eine besondere Brisanz.
    Le Lavandou, ein in der Saison turbulenter Ferienort mit vielen Touristen und auf der anderen Seite ein typisch südfranzösisches Kleinstädtchen in dem man sich dem Boulespiel zu einem Glas Rosé oder einem Pastis in der Bar trifft und doch gibt es Abgründe und dunkle Stimmungen, denen Leon Ritter auf die Spur kommt.

    Remy Eyssen hat mich auch dieses Mal wieder bestens unterhalten. Ich fand den Krimi spannend und die Mischung aus Privatleben, Landschaft und Verbrechen war auch sehr stimmig. Wenn man dieses Jahr nicht den echten Urlaub in der Provence genießen kann, ist das Buch vielleicht ein Trostpflaster.