Dünenkind: Nordseethriller

Buchseite und Rezensionen zu 'Dünenkind: Nordseethriller' von Leonie Haubrich
4.5
4.5 von 5 (2 Bewertungen)

Nach Jahren kehrt Marissa wieder in ihre Heimat auf die Hallig zurück. Aber wird sie sie auch wieder lebend verlassen? - Zum absoluten Einführungspreis nur für kurze Zeit!
Eine Landschaft, in der Wasser und Land verschwimmen, rätselhafte Nebelformationen – Marissa hat dem Leben auf der Hallig den Rücken gekehrt und ist nach Italien ausgewandert.
Als sie erfährt, dass ihr Vater nur noch wenige Monate zu leben hat, kehrt sie nach dreißig Jahren in die Heimat zurück, um Abschied zu nehmen. Aber dann verschwindet ihre 12-jährige Halbschwester Mia und Marissa stößt auf eine Mauer des Schweigens.
Ihr wird klar, dass sie sich ihrem größten Trauma stellen muss: Einst haben ihre Freunde sie bei einem Initiationsritus an der Bake Blauortsand festgebunden, um eine Nacht allein bei Flut auf dem Hochsand zu überstehen.
Holt ihre Vergangenheit sie wieder ein?
Sie begreift, dass die Gefahr auch für sie längst nicht gebannt ist.

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:206
Verlag:
EAN:

Rezensionen zu "Dünenkind: Nordseethriller"

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 13. Jun 2019 

    Fast wie ein Albtraum!

    Wie lebt es sich auf einer Hallig? Wo befinden die sich eigentlich? Kann man dort überhaupt leben? All das kann man erfahren, wenn man sich auf den Nordseethriller von Leonie Haubrich einlässt.

    Sie erzählt die Geschichte von Marissa. Marissa ist im besten Alter, lebt ihr Leben in Italien und kommt gut zurecht. Ihr gutes Lebensgefühl bekommt einen Riss, als sie einen Brief ihres Vaters erhält, der ihr mitteilt, dass er aufgrund einer Krebserkrankung nur noch kurze Zeit zu leben hat. Vor dreißig Jahren verließ Marissa die Hallig Hulhan nach einem für sie traumatischen Initiationsritual. Seitdem hat sie ihren Vater nicht mehr wieder gesehen.

    Der Empfang auf der Hallig ist merkwürdig. Alle sind distanziert. Dann trifft sie auf ein 12jähriges Mädchen, das große Ähnlichkeit mit ihr hat und erfährt, dass es sich um Mia, ihre Halbschwester, handelt. Als diese kurze Zeit später verschwindet, befürchtet Marissa das Schlimmste und will Mia einfach nur retten. Sie ahnt nicht, dass sie sich dabei selbst in Gefahr bringt.

    Leonie Haubrich gelingt es auch in diesem Thriller erneut mit den Ängsten der Leser zu spielen. Ihre anschaulichen Beschreibungen und die Art und Weise, wie sie uns an den Sorgen von Marissa teilhaben lässt; es ist geradezu verstörend. Ihr gelingt es die Naturgewalten in Worte zu fassen und dadurch dem Leser sehr zu veranschaulichen. Die Gedanken und Ängste von Marissa, die in mit einer Intensität beschrieben werden, waren für mich durchaus nachvollziehbar und daher auch sehr beängstigend.

    Ich habe das Buch geradezu aufgesogen und bin jetzt am Ende sogar froh, dass ich es "überstanden" habe. Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung und verdiente fünf Lesesterne.

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 02. Jun 2019 

    gelungener Thriller, nicht nur für Nordsee-Fans

    Seit Generationen herrscht auf der Hallig Hulhan der Aberglaube vom Dikjendülmann, einem Dünengeist. Zu Lebzeiten starb er bei einem Schiffbruch.

    Seit langer Zeit treffen sich Jugendliche, um einen Ritus zu vollziehen, der die Verbundenheit miteinander verstärken soll, die dem Dikjendülmann wohl nicht vergönnt war.

    Dieser Ritus führt dazu, dass niemand die gebildete Gemeinschaft ohne Erlaubnis des „Hohen Rates“ verlassen darf, und jedes Mitglied der Gemeinschaft für ein bestimmtes anderes Mitglied verantwortlich ist.

    Diese Hallig-Gemeinschaft weist schon starke Sektenzüge auf.

    In diese Gemeinschaft kehrt Marissa zurück, um ihren Frieden mit ihrem Vater zu machen. Doch recht schnell merkt sie, dass sie auf der Hallig nicht willkommen ist. Dieses zeigen ihr nicht nur ihr Vater und ihre Stiefmutter, sondern auch ihre alte Clique.

    Näher möchte ich auf den Inhalt nun nicht eingehen, um nicht zu viel zu verraten.

    Grundsätzlich habe ich als aufgeklärter Mensch Probleme damit, mich für eine solch archaische Denkstruktur der Halligbewohner zu öffnen. Aber Leonie Haubrich hat es durch ihren plastischen Schreibstil geschafft, mich quasi als Beobachter auf der Hallig wiederzufinden.

    Was zunächst wie ein Familiendrama beginnt, entwickelt sich im Laufe der Geschichte zu einem Thriller, dessen Entwicklung im Vorhinein kaum absehbar ist.

    Die ein ums andere Mal eingestreuten Rückblicke entblättern allmählich die Geschehnisse, die sich um Marissas Abkehr von der Hallig ranken. Diese Rückblicke sind aus meiner Sicht jeweils zum richtigen Zeitpunkt der Geschichte gesetzt und verstärken die Charaktere, die eh schon recht ausgereift sind, mit einer zusätzlichen Portion Tiefe.

    Der Spannungsbogen baut sich kontinuierlich auf und wird dann auch bis zum Showdown gehalten.

    Insofern lässt sich festhalten, dass Leonie Haubrich einen gelungenen Thriller geschrieben hat, der sicherlich nicht nur Fans der Nordsee ansprechen dürfte.