Du bist das Böse: Thriller

Rezensionen zu "Du bist das Böse: Thriller"

  1. 4
    (4 von 5 *)
     - 31. Mai 2015 

    Roberto Costantini - Du bist das Böse

    Rom, 11. Juli 1982: Während ganz Italien im Fernsehen das WM-Endspiel Italien-Deutschland verfolgt, verschwindet eine junge Angestellte des Vatikan. Auch Michele Balistreri, ein gut aussehender, draufgängerischer Polizeikommissar mit zwielichtiger Vergangenheit, würde den grandiosen Sieg lieber die ganze Nacht lang feiern. Doch sein bester Freund Angelo ist beruflich in den Fall involviert und Balistreri der Leiter des zuständigen Polizeireviers. Aus Unlust und einer gewissen Arroganz heraus nimmt er den Fall auf die leichte Schulter. Ohne zu ahnen, dass diese Entscheidung sein Leben für immer verändern wird …
    (Quelle: C.Bertelsmann)

    Sommer 1982. Michele Balistreri, ein Kommissar aus Rom genießt das Leben in vollen Zügen: Frauen, Partys und Poker spielen mit seinen Freunden. So soll es auch am 11.Juli sein, während Italien im Endspiel gegen Deutschland steht. Folglich ist Michele nicht sonderlich erbaut als er sich um das Verschwinden einer Mitarbeiterin seines Freundes Angelo kümmern soll. Schnell fertigt er die Betroffenen ab und erklärt, dass das Mädchen sicher nur den Sieg der Italienischen Mannschaft feiert, um zurück zur Feier zu kommen. Doch das Mädchen wird tot aufgefunden.

    2005. Balistreri ist mittlerweile über Fünfzig. Sein Lebensstil ein anderer. Keine Partys mehr und auch keine Abenteuer mit dem weiblichen Geschlecht. Wieder findet man Frauenleichen. Doch will man seitens der Politik so wenig wie möglich Aufsehen erregen. Auf Grund der Spuren wird dem Kommissar klar, dass diese Morde in irgendeiner Weise mit dem Mord im Jahre 1982 in Zusammenhang stehen müssen.

    Roberto Costantini ist mit „Du bist das Böse“ ein gutes Debüt und ein toller Auftakt zur Trilogie gelungen. Die Story um Kommissar Balistreri hat mich gefesselt. Immer wieder zeigt Costantini, dass - wie auch im echten Leben - nicht alles so ist wie es auf den ersten Blick scheint. Dies führt dazu, dass die Ermittlungen im Jahre 2005 ein völlig neues Licht auf den Fall von 1982 werfen. So bleibt die Geschichte spannend bis zur letzten Seite. Ich freue mich schon jetzt auf die
    Fortsetzung der Reihe.
    (manfredsbuecherregal.blogspot.de)

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 31. Mai 2015 

    Die ewige Erinnerung

    Italien steht im WM-Finale 1982 und der junge Kommissar Michele Balistreri hat Besseres vor als sich um seine Arbeit zu kümmern. Mit Freunden will er das Finale sehen und die Feier beginnt schon früh. Deshalb tut er die Sorgen des Ehepaars Sorti als übertrieben ab, als diese ihre Tochter Elisa als vermisst melden. Sicher sieht sich sich irgendwo das Finale an. Nur wenige Tage später wird Elisa tot aufgefunden und es stellt sich die Frage, ob das Verbrechen hätte verhindert werden können, hätte Balistreri die Sorgen der Eltern ernst genommen. Mit nunmehr verspätetem Eifer macht sich Balistreri an die Ermittlungen.

    Ist es eine lässliche Sünde, wenn auch einmal einem Kommissar etwas anderes wichtiger ist? Bei einem WM-Finale könnte man doch mal ein Auge zudrücken. Doch an den katastrophalen Folgen seiner nachlässigen Arbeit leidet der Kommissar genau genommen für den Rest seines Berufslebens. Beginnend während der WM 1982 führt der Autor seine Leser ins Jahr 2005, in dem es zu neuen Todesfällen kommt. Inzwischen neigt sich das Berufsleben des Kommissars eher dem Ende entgegen, desillusioniert und abgeklärt beginnt er mit den Ermittlungen.

    Vor der Kulisse des erfolgreichen italienischen Fußballs erfreut der Autor mit einem ausgesprochen komplexen Fall, in dem so mancher Schein trügt. Der Fall Elisa Sorti hat Balistreris gesamte Karriere beeinflusst. Aus dem jungen Haudegen wurde ein abgehalfterter und einsamer alter Ermittler. Langsam nur entschlüsselt man mit dem Kommissar ein Rätsel nach dem anderen. Was zunächst als oberflächliche Nachforschung beginnt, bohrt sich schließlich mit Vermutungen und Grübeleien ins Hirn des Lesers und lässt diesen so schnell nicht los. Schließlich erlebt der Leser ein rasantes und fulminantes Finale, in dem Roberto Costantini mit einigen Überraschungen aufwartet. Zwar weniger ein Thriller, aber ein herausragender intelligenter Kriminalroman, bei dem es sich um den ersten Band einer Trilogie handelt.
    4,5 Sterne