DRAUSSEN: Thriller

Rezensionen zu "DRAUSSEN: Thriller"

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 29. Nov 2019 

    Thriller mit viel Action

    ist Cayenne und ihr 15-jähriger Bruder Joshua leben gemeinsam mit ihrem Stiefvater Stephen im Wald - sie sind auf der Flucht, haben jedoch keine Ahnung vor was oder wem eigentlich... bis Cayenne nur knapp einem Angreifer entkommt. Sie ist so etwas wie die Heldin der Geschichte - eine tolle Figur.
    Ein weiterer Erzählstrang des Buches handelt von Jürgen Wagner. Er ist ein Lobbyist der Energiewirtschaft.

    „Draußen“ ist der erste Thriller des Bestsellerduos Volker Klüpfel und Michael Kobr - die beiden sind bereits für ihre Krimis und insbesondere Krimifiguren bekannt. Thriller ist ein recht neues Gebiet - welches sie aber ganz gut gemeistert haben. Es gäbe noch etwas Potential für Verbesserung, aber im Großen und Ganzen ist der Thriller mit viel Spannung gelungen.

    Der Schreibstil war flüssig und ließ sich gut lesen. Teilweise ist der Schreibstil oder die Wortwahl etwas brutal.

  1. bewertet:
    2
    (2 von 5 *)
     - 27. Nov 2019 

    Schablonenhafter Rambo.

    Wer nicht weiß, wo er hin soll, geht zur Fremdenlegion. Das tut auch Stephan und wird ein ganzer Kerl. Sein erster Auslandseinsatz ist Französisch-Guyana. In der Outdoorschule „Camouflage“ kann er nach der Fremdenlegionärszeit seine Kenntnisse anwenden und seine Brötchen verdienen. Er hat zwei Kids im Schlepptau und allerhand zu verbergen.

    Das Autorenduo nähert sich seinem Sujet von mehreren Seiten. Da wird die Prepperbewegung aufs Korn genommen, da liefern sich Politiker um die Deutungshoheit der Engergieknappheit/Energiewende korrupte Schlachten, da spielen Tagebuchaufzeichnungen eine Rolle und das Leben im Wald einer kleinen Gruppe wird zu einem brutalen Überlebenskampf. Schließlich muss auch das digital/elektronische Blackout noch herhalten. Sich verzetteln, nennt man das.

    Die Hauptfigur, die der jungen Cayenne, die mit ihrem Bruder Joshua und ihrem Beschützer Stephan im Wald leben, wird genau so wenig lebendig wie alle anderen Figuren. Sie sind hölzerne Schablonen von A bis Z ohne Persönlichkeit. Die Handlungsstränge laufen holprig und ungeschmeidig nebeneinander her. Die Perspektivwechsel reißen einen dann auch ohne erkennbaren Grund hart aus dem Lesefluss. Das muss besser aneineinander gesetzt werden und besser passen. Die Idee, dass die bösen Taten der Fremdenlegionäre auch das Heute beeinflussen ist dann auch nicht mal neu … !

    Das Waldleben hätte zwar interessant sein können und hat auch interessante Ansätze (der zweite Stern), aber die Beziehungen innerhalb der Kleingruppe werden zu wenig ausgeschrieben, ihr Potenzial verschenkt. Die zweite Hauptfigur, Stephan, ist auf der einen Seite eine Rambomaschine, auf der anderen ein zartbesaitetes, verführtes Knäblein. Überzeugen kann das nicht. Es kommen sprachliche und logische Mängel dazu. Warum zwei kleine Kinder so gefährlich sein sollten, dass sie unbedingt eliminiert werden müssten, erschließt sich nie.

    Fazit: Nichts, was über Trivialliteratur hinausgeht. Viele Floskeln. Ein Haufen Brutalität. Der Roman überzeugt an keiner Stelle.

    Kategorie: Krimi/Thriller
    Ullsteinverlag, 2019

  1. bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 19. Nov 2019 

    Gute Unterhaltung, spannend aber nicht außergewöhnlich

    Klüpfel/Kobr ohne Kluftinger, das ist für das Autorenduo wohl ein Meilenstein, der Leser ist gespannt. Es ist verständlich, dass man nach 16 Jahren Kluftinger mal etwas anderes schreiben möchte, gibt es doch sogar schon das Kluftinger-Kochbuch. Hier also ein Thriller:

    Das Personal ist ausgesucht originell. Ein Mann lebt mit zwei Kindern im Wald bei Berlin. Sie sind echte Survival-Profis, zu Kämpfern und zum Überleben geschult, denn sie werden verfolgt. Seit Jahren leben sie im Verborgenen, immer auf der Flucht.
    In der Hauptstadt selbst landet man dann mitten in einer Bundestagssitzung und ist dabei, wie Wirtschaftsbonzen Fäden ziehen.

    Dazwischen liest man das Tagebuch eines Fremdenlegionärs, der frisch rekrutiert wurde und nun zum Kämpfer gedrillt wird.

    Bis zum Schluss rätselt man, wie wohl alles zusammenhängt. Wie hat sich diese seltsame Patchworkfamilie von Outlaws gefunden? Wer verfolgt sie und was haben die totlangweiligen Ausflüge in die Politik mit ihnen zu tun? Es gibt einen Haufen Geheimnisse, die den Leser bei der Stange halten, gleichzeitig aber auch verhindern, dass man den Figuren nahekommt. Hier agieren Superhelden, die erst ganz am Ende Menschen werden.

    Es geht actionreich zu und wird sogar fast dystopisch, als tatsächlich noch ein großflächiges Blackout dazu kommt, was für meinen Geschmack die Spur übertrieben und unnötig ist. Man hat es eh schon mit Randexistenzen zu tun, deren Überlebenskampf ausreichend Spannung und Exotik bietet.

    Stilistisch steht der Text etwas blank da. So ganz ohne den Humor, den man von Kluftinger gewohnt ist, wirkt die Sprache geradeaus und schnörkellos, was neuen Lesern vielleicht nicht negativ auffällt, Fans aber durchaus enttäuschen kann. Verträgt Spannungslektüre keinen Humor?

    Die Autoren haben mit diesem Buch einen neuen Weg beschritten, aber dabei auf ihre stärkste Waffe und ihr Alleinstellungsmerkmal verzichtet, was es dann leicht lesbar aber auch beliebig macht.

    „Draußen“ ist ein spannender Triller mit ungewöhnlicher Idee, der unterhaltsam ist und ganz sicher bald ein guter Film wird. Große Literatur ist es nicht, aber gute Unterhaltung allemal.