Drachenreiter -Die Feder eines Greifs

Buchseite und Rezensionen zu 'Drachenreiter -Die Feder eines Greifs' von Cornelia Funke
4.5
4.5 von 5 (4 Bewertungen)

Der Drachenreiter kehrt zurück: Fortsetzung von Cornelia Funkes erfolgreichstem Kinderroman! Zwei Jahre nach ihrem Sieg über Nesselbrand erwartet Ben, Barnabas und Fliegenbein ein neues Abenteuer: Der Nachwuchs des letzten Pegasus ist bedroht! Nur die Sonnenfeder eines Greifs kann ihre Art noch retten. Gemeinsam mit einer fliegenden Ratte, einem Fjordtroll und einer nervösen Papageiin reisen die Gefährten nach Indonesien. Auf der Suche nach dem gefährlichsten aller Fabelwesen merken sie schnell: sie brauchen die Hilfe eines Drachens und seines Kobolds.

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:400
Verlag: Dressler
EAN:9783791500119

Rezensionen zu "Drachenreiter -Die Feder eines Greifs"

  1. bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 04. Mär 2017 

    Ganz schön überladen

    Zugegeben, ich entspreche nicht gerade der Zielgruppe, die dieses Buch im Auge hat. Aber ich lese mit Begeisterung Kinderbücher, auch Fantasy, wobei mir Eragon zum Beispiel richtig gut gefallen hat.
    Bei Cornelia Funkes neuem Buch fällt mein Urteil nicht so klar aus. Keine Frage, das Ganze ist durchweg spannend und sehr sehr bildhaft geschrieben, sodass ich die ganze Farbenpracht und Vielfältigkeit, die die Fabelwelt zu bieten hat, stets vor Augen hatte. Auch die Geschichte ist genau so, wie Kinder es wohl lieben: Zwei Menschen und viele Fabelwesen brechen auf, um drei noch ungeborene Pegasus-Pferde zu retten, die an Niedlichkeit sicher kaum zu überbieten sind. Natürlich ist diese Rettungsaktion gespickt mit Abenteuer, Ungewissheit und viel viel Gefahr, aber das gehört zu einer guten Geschichte schließlich dazu.
    Was mich störte, war diese Masse, die schiere Masse der unterschiedlichsten 'Dinge':
    Fabelwesen noch und nöcher, sodass sogar ein 12seitiges Glossar (am Endes des Buches) notwendig ist, um zumindest halbwegs den Überblick zu behalten. Irgendwann war es mir dann gleichgültig, worin sich die Senfwichtel von den Sumpfwichtel oder die Steinzwerge von den Odinszwergen unterscheiden, denn es war nur noch nervend, ständig vor- und zurückzublättern.
    Dazu mindestens genauso viele Zeichnungen von Cornelia Funke (vermutlich aber eher mehr), die seit jeher ihre Bücher selbst illustriert. Im Gegensatz zu den Tintenbüchern (ich habe sie mir extra nochmal angeschaut) findet sich hier praktisch auf jeder Seite mindestens ein Bild, häufig auch zwei oder drei. Immer sehr düster gezeichnet, in schwarz-weiß gehalten, was in völligem Gegensatz zu der sonst so farbenprächtigen und irgendwie auch fröhlichen Geschichte steht (Freundschaft und Liebe sind die übergeordneten Hauptthemen des Buches, zumindest wirkte es so auf mich). Ab ca. Seite 150 achtete ich dann nicht mehr darauf, da sie sich zudem immer öfter wiederholten. Ganz im Gegensatz dazu gefielen mir die jedem Kapitel vorangestellten Aphorismen, Sinnsprüche oder was auch immern gut, denn entweder treffen sie sehr genau ins Schwarze und/oder machen sie Lust auf die AutorInnen, von denen sie stammen.
    Ebenso begann der ständig indirekt erhobene Zeigefinger irgendwann zu nerven. Ja, wir Menschen sind (größtenteils) böse Geschöpfe, die die Tiere und die Natur ausrotten und zerstören. Und ja, es ist durchaus wichtig, darauf hinzuweisen. Aber nicht immer wieder und wieder auf's Neue. Ich bin sehr zuversichtlich, dass auch Kinder es bereits nach dem 3. oder 4. Mal verstanden haben.
    Zuguterletzt regte mich etwas auf, was ich vermutlich nicht beachtet hätte, wenn ich nicht so viel zu mäkeln gefunden hätte ;-) So klischeehaft, wie die Jungen- und Mädchenrollen in diesem Buch dargestellt wurden, habe ich schon lange nichts mehr gelesen. Bens Schwester und seine Mutter kümmern sich um den Nachwuchs daheim, während Ben und sein Vater die Welt retten - ok, die Pegasus-Fohlen, die ungeborenen. Ein neuer zweiter Drachenreiter: ein Junge. Die wenigen weiblichen Wesen, die in der Ferne eine Rolle spielen, sind eine 'durchgeknallte' Ratte, die sich im entscheidenden Moment (unverschuldet) selbst ausschaltet und eine Papageiin, die schrill krächzend immer zu viel redet. Willkommen zurück in der Welt der Siebziger!
    So habe ich das Buch mit gemischten Gefühlen zugeschlagen: Eine durchaus schöne und spannende Geschichte, die aber sooo viel besser hätte sein können. Vielleicht im dritten Teil?

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 02. Nov 2016 

    Funke hat wieder eine bezaubernde Welt erschaffen

    Funke hat wieder eine bezaubernde Welt erschaffen

    Der 14 jährige Ben, den die meisten sicherlich aus dem ersten Band Drachenreiter kennen, lebt bei den Wiesengrunds in Norwegen. Dort haben sie ein wundervolles und magisches Areal geschaffen für die Fabelwesen. Als Ànemos, ein Pegasus, um Hilfe bittet, macht sich ein Team um Ben auf den Weg nach Indonesien. Dort müssen sie an eine Sonnenfeder eines Greifen gelangen, um dem Pegasusnachwuchs helfen zu können. Sollte es ihnen nicht gelingen, werden diese wundervollen Geschöpfe aussterben. Da die Greifen sehr gefährlich sind und keine Drachen mögen, darf Lung, der Drache nicht mit. Doch auch die Fans des Drachen werden in diesem Buch noch auf ihre Kosten kommen, versprochen. Und auch der Jungdrache Tatoo wird euch begeistern, aber mehr werde ich an dieser Stelle nicht verraten.

    Es gibt in diesem fantastischen Buch ein Wiedersehen mit den meisten Gestalten aus dem ersten. Darauf habe ich mich am meisten gefreut. Als abendliche Bettlektüre durfte ich vor nun fast 20 Jahren meine Kinder mit Lung, Ben, Schwefelfell und dem kleinen Humunkulus Fliegenbein begeistern, und auch mir sind Sie ans Herz gewachsen. Und ich habe noch viele neue Geschöpfe begrüßen dürfen. Feen, Drachen und Kraken und natürlich Kobolde. Aber auch in diesem Teil gibt es nicht nur gute Lebewesen. Es bleibt aber zu hoffen, dass Ben und seine Freunde gemeinsam den Pegasusfohlen helfen können.

    Die Geschichte ist sehr unterhaltsam, hat mich als Erwachsene restlos begeistern können. Sie stellt aber auch einige Lebensweisheiten zur Seite, genau richtig für Kinder! Größere Kinder werden dieses Buch sicherlich verschlingen, kleiner werden gebannt an den Lippen des Vorlesers hängen. Die Passagen zu Beginn der Kapitel sind liebevoll ausgewählt, genauso liebevoll wie die Zeichnungen die dieses Buch zieren. Wichtig ist das: Wer ist wer am Ende des Buches. Bei den vielen Neulingen und exotischen Namen fiel es mir manchmal schwer den Überblick zu behalten, aber so kann man ganz entspannt noch einmal nachlesen.

    Dieses fantastische Buch aus dem Hause Dressler bekommt von mir absolute Leseempfehlung. Und zwar empfohlen für Jung und alt! Wünsche mir ein weiteres Abenteuer der Rasselbande!

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 15. Okt 2016 

    Kampf um das Leben der Fohlen

    Klappentext:
    Der Drachenreiter kehrt zurück!
    In der Abgeschiedenheit Norwegens erreicht Ben eine schreckliche Nachricht: Die letzten drei Pegasusfohlen werden vermutlich nie schlüpfen und mit ihnen werden die geflügelten Pferde für alle Zeit aus dieser Welt verschwinden. Um sie zu retten, machen sich Ben und Barnabas mit einem äußerst ungewöhnlichen Expeditionsteam auf den weiten Weg nach Indonesien, um dort eines der gefährlichsten Fabelwesen der Welt zu finden. Denn nur die Sonnenfeder eines Greifs kann die Fohlen vielleicht noch vor dem Tode bewahren. Doch Greife hassen Pferde, und das Wesen, das sie als ihren ärgsten feind betrachten, ist Bens bester Freund – ein Drache.
    Ein neue fantastisches Abenteuer mit Ben und seinem Silberdrachen Lung.

    Rezension:
    Ben, der am Ende seiner Abenteuer in „Drachenreiter“ von den Wiesengrunds adoptiert wurde, lebt seither mit diesen in einem verborgenen Fjord in Norwegen, wo sich alle zusammen um bedrohte Fabelwesen kümmern und diesen eine ungestörte Heimat bieten. Mittlerweile sind 2 Jahre vergangen. Kurz nachdem auf einer Forschungsreise in Griechenland das letzte überlebende Pegasuspaar gefunden wird, stirbt die Stute. Zum Glück hat sie kurz zuvor noch 3 Eier gelegt. Diese auszubrüten, dürfte ohne die Mutter jedoch äußerst kompliziert werden. Die einzige Hoffnung besteht darin, die Sonnenfeder eines Greifs zu besorgen. Doch Greife sind fast so selten wie Pegasi und noch dazu als extrem unfreundlich bekannt. Trotzdem machen sich Ben und sein Adoptivvater Barnabas auf den Weg, eine Sonnenfeder zu besorgen.
    Dass volle 19 Jahre nach Erscheinen eines Buches eine Fortsetzung veröffentlicht wird, ist sicher außergewöhnlich. Wieso sich Cornelia Funke (erst) nach dieser langen Zeit entschlossen hat, ihren erfolgreichen „Drachenreiter“ weiterzuführen, könnte sie wohl nur selbst beantworten. Das Ergebnis kann jedoch überzeugen, kann man es doch als sogar noch besser als das Original bezeichnen. Gleich zu Beginn werden sogar einige damals offengebliebene Fragen beantwortet. So erfährt der Leser beispielsweise, dass Ben jetzt 14 ist, bei seinem damaligen Abenteuer also 12 war. Auch wie Ben damals ohne Eltern in das Lagerhaus in der Hamburger Speicherstadt kam, wird endlich enthüllt. In „Die Feder eines Greifs“ lernt der Leser noch erheblich mehr Fabelwesen kennen als im 1. Teil.
    Dieses Buch ist in einer mitreisenden Art geschrieben, die auch erwachsene ‚Kinder‘ begeistern kann. Der Text ist mit zahlreichen Zeichnungen illustriert. Etwas eigenartig erscheint lediglich, dass die Heimat der Wiesengrunds in Norwegen, MÍMAMEIÐR, konsequent in Großbuchstaben geschrieben ist.

    Fazit:
    Allen Fans des „Drachenreiter“ - auch wenn sie mittlerweile erwachsen sind – kann diese Fortsetzung ausdrücklich empfohlen werden!

    Alle meine Rezensionen auch zentral im Eisenacher Rezi-Center: rezicenter.wordpress.com

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 13. Okt 2016 

    Abenteuer mit Ben, dem Drachenreiter 2.0

    Der inzwischen 14-jährige Ben Wiesengrund lebt mit seinen adoptierten Eltern, Barnabas und Vita, sowie seiner adoptierten Schwester Guinever an einem geheimen Ort in Norwegen. Die Familie betreibt dort sozusagen eine Auffangstation für die fabelhaften Geschöpfe dieser Welt. Ihre Aufgabe sehen sie darin, diese Wesen zu erforschen und zu schützen. Einige wenige Eingeweihte unterstützen die Wiesengrunds bei ihrer zum Teil sehr schwierigen Arbeit. Ein Anruf von Vita und Guineva aus Griechenland schreckt Ben und Barnabas auf. Das Pegasuspaar, eine Spezies, die eigentlich als ausgestorben galt, ist in fast ausweglosen Schwierigkeiten geraten. Die Stute kam zu Tode. Nun sind auch ihre drei ungeschlüpften Fohlen in großer Gefahr. Denn nur der Speichel der Mutter kann das Wachstum der Eier bewirken. Der Homunkulus Fliegenbein findet jedoch in der Bibliothek einen Hinweis darauf, was in dieser schlimmen Situation helfen könnte: die Feder eines Greifs. Wird es Ben und Barnabas gelingen, eine solche Feder aufzutreiben? Haben doch die Greife einen äußerst schlechten Ruf in der Fabelwelt. Erschwerend kommt hinzu, dass sie Drachen als ihre allergrößten Feinde betrachten. So muss Ben ihre Suche auch vor Lung, seinem Silberdrachen, dessen Reiter er ist, verheimlichen …

    Cornelia Funke schreibt erneut in wunderbarer Sprache und entführt uns Leser mit Leichtigkeit in ihre Fabelwelt rund um die Familie Wiesengrund und derer Schützlinge. Gleich mit den ersten Zeilen kann mich die Autorin fesseln und mitnehmen durch ihre wunderbare Geschichte. Zudem hat Cornelia Funke das Buch selbst mit einzigartigen, herrlichen Illustrationen versehen, die wirklich allerliebst anzuschauen sind. Ihre Charaktere hat die Autorin brillant angelegt, die menschlichen wie die vielen Fabelwesen aus aller Herren Länder. Das Tempo und der Schreibstil Cornelia Funkes sind bemerkenswert gut.

    Von Herzen gern vergebe ich diesem Buch seine wohlverdienten fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es absolut weiter. Das Buch ist das zweite in der Drachenreiter Reihe, kann aber auch gut allein gelesen werden, ohne Kenntnisse des ersten Bandes. Das empfohlene Lesealter ist mit 10 – 12 Jahren angegeben, doch auch ich hatte großen Spaß bei der Lektüre des Buches und fühle mich erstklassig unterhalten.