Doggerland. Tiefer Fall: Kriminalroman (Ein Doggerland-Krimi, Band 2)

Buchseite und Rezensionen zu 'Doggerland. Tiefer Fall: Kriminalroman (Ein Doggerland-Krimi, Band 2)' von Maria Adolfsson
4.5
4.5 von 5 (2 Bewertungen)

Es ist Weihnachten, als ein Toter auf Noorö, der nördlichsten Insel von Doggerland, gefunden wird. Karen Eiken Hornby stürzt sich in die Ermittlungen - erleichtert, auf Weihnachten verzichten zu können. Ein weiterer Mord zeigt eine Verbindung zu einer örtlichen Whiskydestillerie, aber am meisten beunruhigt Karen, dass ihre eigene Familie in den Fall verwickelt zu sein scheinen. Der Fall wird mehr und mehr zu einem Balanceakt zwischen Karens Privatleben und ihrer Rolle als Polizistin.

Format:Broschiert
Seiten:416
EAN:9783471351833

Rezensionen zu "Doggerland. Tiefer Fall: Kriminalroman (Ein Doggerland-Krimi, Band 2)"

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 12. Mär 2020 

    Unkonventionelle Ermittlerin

    Weihnachten stellt für Karen Eiken Hornby eine besondere Herausforderung dar. Nach dem letzten Fall ist sie noch nicht wieder ganz auf der Höhe und noch immer krank geschrieben. Zu den Festtagen hat sie das Haus voller Leute, neben einigen guten Freunden auch ihre anstrengende Mutter und deren neuer Partner, außerdem Sigrid Smeed, die schwierige Tochter ihres Chefs, die sich Karen nach dem letzten Fall als eine Art Ersatzmutter ausgesucht hat, und den früher wohnsitzlosen Leo. ,,Wann wurde aus meinem Zuhause ein Zufluchtsort für alle Heimatlosen?", fragt sich Karen entnervt. Doch dabei erkennt man schon ihr gutes Herz für schwierige oder unangepasste Menschen, aber auch ihr eigenes Problem, Menschen nah an sich heranzulassen.
    Als dann ihr Chef, Jounas Smeed, sie zu einem Fall auf Noorö, der nördlichsten Insel von Doggerland, ruft, da fast alle anderen Kollegen erkrankt sind, ist Karen sehr erleichtert und froh, dem Weihnachtsrummel bei sich zu Hause entkommen zu können.
    Auf Noorö wurde der ehemalige Lehrer Fredrik Stuub tot aufgefunden und bald wird deutlich, dass es kein Unfall war. Für Karen bedeuten die Ermittlungen auf Noorö auch eine Reise in die Vergangenheit, da sie als Kind sehr häufig die Ferien bei der Verwandtschaft ihres Vaters verbracht hat. Doch auch Tante Ingeborg und ihre Söhne scheinen in den Fall verwickelt zu sein, sodass Karen zwischen privaten und polizeilichen Entscheidungen abwägen muss.
    Als ein weiterer Mord geschieht, wird deutlich, dass es eine Verbindung zur örtlichen Whiskydestillerie gibt, die gerade dabei ist, kräftig zu expandieren.

    Neben dem originellen Schauplatz, den fiktiven Doggerlands, die englisch-skandinavisch-niederländisch geprägt sind und durch den Inselstatus einen besonderen Charakter aufweisen, ist Karen Eiken Hornby in ihrer teils etwas harschen, coolen, aber immer auch sympathischen Art das große Plus dieser Reihe. Durch ihre tragische Vergangenheit wird ihr teils unsoziales Verhalten nur allzu verständlich. Karens Ungeduld und Sarkasmus spiegeln sich in den, wie ich finde, sehr unterhaltsamen Dialogen wider. Der Fall ist gut konstruiert, Spannung und Dynamik werden zwar langsam, zum actionreichen Ende hin aber deutlich aufgebaut.
    Unbedingt empfehlenswert!

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 08. Feb 2020 

    Heimatinsel

    Weihnachten - die Familie ist da. Es ist schön, aber eigentlich wird es langsam zu viel. Karen Eiken Hornby ist froh als sie zu einem Einsatz gerufen wird. Eigentlich ist sie nach der Verletzung noch krankgeschrieben, aber viele Kollegen haben sich mit Grippe krank gemeldet. Auf Karens Heimatinsel ist ein alter Lehrer zu Tode gekommen. Und die Umstände sind zumindest nicht eindeutig. Karen macht sich über die winterlichen Straßen auf den Weg, um die örtlichen Kollegen zu unterstützen. Erinnerungen kommen auf, sie war doch schon lange nicht mehr hier. Auch die Überlegungen, wer etwas vom Tod des Pensionärs gehabt haben könnte, reißen nicht ab.

    In ihrem zweiten Fall ist Karen Eiken Hornby zwar in der Bewegung noch ein wenig eingeschränkt, aber ihr Arbeitswille ist da. Mit Eifer stürzt sie sich in die Untersuchung. Mit den Kollegen vor Ort muss sie sich erst zurechtfinden. Nicht immer ist es angenehm, wenn die Kripo von der übernimmt. Zum Glück erweisen sich die Kollegen als weitgehend umgänglich. Knurrig sind eher die üblichen Verdächtigen, wie der Gerichtsmediziner. Zunächst wird das familiäre Umfeld untersucht, allerdings ergibt sich hier kein eindeutiger Hinweis. Der Enkel des Opfers hätte vielleicht ein Motiv. Aber diese Lösung erscheint doch zu einfach.

    Man muss den ersten Band nicht kennen, um die Ermittlungen um den Tod des Lehrers zu verstehen. Der Fall selbst vermittelt zunächst den Eindruck, es könne sich um eine Sache handeln, die sich schnell aufklären lässt. Doch es ergeben sich mehr und mehr Hinweise, die klar machen, so einfach ist es nicht. Und auch privat macht sich Karen um verschiedene Themen Gedanken. Diese gelungene Mischung aus sich langsam steigernden Schwierigkeiten und Spannungen bei der Ermittlung und den privaten Ansätzen macht diesen Kriminalroman sehr lesenswert und unterhaltsam. Langsam führen die Spuren zu einem fulminanten Finale, das für den etwas behäbigen Beginn bestens entschädigt.

    Diese Krimireihe bietet eine kleine Flucht aus einem manchmal allzu vollgepackten Alltag, einfach gute Unterhaltung.