Die Zerstörung Amerikas: Wie Donald Trump sein Land und die Welt für immer verändert

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Zerstörung Amerikas: Wie Donald Trump sein Land und die Welt für immer verändert' von Elmar Theveßen
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4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Die Zerstörung Amerikas: Wie Donald Trump sein Land und die Welt für immer verändert"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:320
EAN:9783492070584

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Rezensionen zu "Die Zerstörung Amerikas: Wie Donald Trump sein Land und die Welt für immer verändert"

  1. Und jetzt haben wir den Salat!

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 21. Nov 2020 

    In einer komplexen Welt sehnen sich viele Menschen nach einfachen, klaren Strukturen. Und nach einfachen Wahrheiten. Dies ist weiß, dies ist schwarz. Punktum. Und je mehr man sich mit einer Partei identifiziert, desto weniger muss man sich mit seinen Repräsentanten auseinandersetzen. Oder es ist einem sowie so egal. Aus Politikverdrossenheit. Das politische Establishment hatte allerdings wirklich einen Denkzettel verdient, do you hear me now? Sagten die Amerikaner.

    In dem ansprechend gestalteten und geschriebenen Sachbuch Elmar Theveßens versucht der Autor nicht nur, dahinter zu kommen, warum der Trumpismus die Amerikaner nicht zum Erbrechen bringt. Warum sie nicht nur hinnehmen, dass ihr gewählter Präsident, Fakenews verbreitet, sexistisch ist, rassistisch und Feindbilder zementiert, sondern warum sie ihren Präsidenten fast als Gott bejubeln. Alles dies, aber nicht nur. Theveßen beschreibt auch, wie sehr die kenntnis- und richtungslose Regierung Trumps das Land in eine schwere Krise gestürzt hat und die Staatsschulden ins Unermessliche haben ansteigen lassen.

    enn Trump hat dem Land mehr geschadet als genutzt. Seine Steuersenkungen kamen vor allem den großen Konzernen zugute, die ihren Reichtum keineswegs weitergeben.

    Zitat:

    „Insgesamt 91 Großkonzerne unter den genannten Unternehmen, zum Beispiel Amazon, IBM, General Motors und Netflix, zahlten überhaupt keine Bundessteuern in den USA oder bekamen sogar noch Erstattungen von der amerikanischen Steuerbehörde zurück.“

    Und selbst wenn den kleinen Haushalten unterm Strich kurzzeitig ein wenig mehr im Geldbeutel bleibt, werden sie langfristig ärmer, weil das Einkommen der oberen Schichten signifikanter ansteigt.

    Zitat:

    „Amerikas Bruttoinlandsprodukt ist seit 1980 um 79 Prozent gestiegen. … Im gleichen Zeitraum wuchs das Einkommen der unteren Hälfte der arbeitenden Bevölkerung … nur um 40 Prozent. Für die Gruppe der mittleren Einkommen betrug die Steigerung 50 Prozent. Gleichzeitig schoss das Einkommen der Reichsten 0,01 Prozent der arbeitenden Bevölkerung um 420 Prozent in die Höhe.“

    Diesen Trend befeuerte Trump mit seiner Politik.

    Der menschengemachte, von Trump geleugnete Klimawandel trifft auch die Staaten hart. Küstennahe Landstriche versalzen, viele kleine Betriebe, die im Gegensatz zu großen nicht gefördert werden, müssen schließen. Die Regierung tut nichts dagegen. Im Landesinneren vertrocknet das Land.

    Theveßen zählt des weiteren auf, wie die republikanischen Bundesstaaten ihre Wahlkreise neu zuschneiden, so dass benachteiligte Minderheiten keine Chance haben, für ihre (demokratischen) Vertreter eine Mehrheit zu finden;

    wie Trump Gelder für die Erhaltung von Nationalsparks zusammenstreicht,

    er führt den Handelskrieg mit China ins Feld, der die Waren für die Kleinverdiener verteuert und die kleinen Betriebe benachteiligt,

    er zeigt auf, wie sehr Trump ein Feindbild braucht, um seine Misswirtschaft zu verschleiern

    und nicht zuletzt widmet er einen Großteil des Buches dem Missmangement in der Coronakrise.

    Aber alle diese doch zu Buche schlagenden Fakten scheinen dem Trumpismus egal zu sein. Die Leute sind blind geworden. Emotionen zählen mehr als Fakten. Die Journalisten haben das ihre dazugetan, muss man ehrlicherweise sagen, um ihn zu befördern, weil man trefflich Schlagzeilen mit dem Rüpel Trump machen kann.

    Und jetzt haben wir den Salat.

    Theveßens Buch kommt knapp vor den Wahlen 2020 heraus, aber der Autor sieht das Festkrallen des Autokraten Trump am Thron voraus!

    Fazit. Ein mit persönlichem Zungenschlag geschriebenes Sachbuch, das informativ ist und leicht zu lesen. Allerdings arbeiten Sachbücher mit Fakten und Zahlen. Das dürfte klar sein oder? Für meinen Geschmack ist die Coronakrise zu ausgewalzt dargestellt und auch das Impeachment hätte ich nicht ganz so detailliert gebraucht, aber trotzdem ist „Die Zerstörung Amerikas“ ein Buch, das betroffen macht. So schnell wird der Trumpismus nicht vom Tisch sein.

    Kategorie: Sachbuch. Politik.
    Verlag: Piper. 2020