Die Wälder: Thriller

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Wälder: Thriller' von Melanie Raabe
4
4 von 5 (2 Bewertungen)

Als Nina die Nachricht erhält, dass Tim, ihr bester Freund aus Kindertagen, unerwartet gestorben ist, bricht eine Welt für sie zusammen. Vor allem, als sie erfährt, dass er sie noch kurz vor seinem Tod fast manisch versucht hat, zu erreichen. Und sie ist nicht die Einzige, bei der er sich gemeldet hat. Tim hat ihr nicht nur eine geheimnisvolle letzte Nachricht hinterlassen, sondern auch einen Auftrag: Sie soll seine Schwester finden, die in den schier endlosen Wäldern verschwunden ist, die das Dorf, in dem sie alle aufgewachsen sind, umgeben. Doch will Nina das wirklich? In das Dorf und die Wälder zurückkehren, die sie nie wieder betreten wollte ...

Format:Broschiert
Seiten:432
Verlag: btb Verlag
EAN:9783442757534

Rezensionen zu "Die Wälder: Thriller"

  1. Was damals wirklich geschah...

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 29. Jan 2020 

    Die düstere Aufmachung und der Klappentext sprachen mich sehr an, so dass ich mich an mein erstes Buch der Autorin wagte.

    In der Geschichte geht es um Nina, die eine mysteriöse Nachricht von ihrem ehemaligen Freund aus Kindertagen bekommt. Tim ist tot und Nina konnte vor seinem Ableben nicht nochmal mit ihm sprechen. Wird sie seine Wünsche aus dem Brief erfüllen? Und was bedeutet das für ihr weiteres Leben?

    Mir hat vor allem gefallen, dass der Thriller auf zwei Zeitebenen spielt. Zum Einen begleiten wir Nina und ihre Freunde in der Gegenwart, zum Anderen eine Gruppe Kinder. Im Verlauf der Geschichte wird dann bald deutlich wie die Kinder von damals mit den Erwachsenen von heute zusammenhängen.

    Nina ist die Hauptfigur und auf ihr liegt der Fokus. Sie ist ein sehr unsicherer Charakter. Ich mochte, dass sie sich so viele Gedanken macht und sich kümmert. Etwas schade fand ich ihr mangelndes Selbstbewusstsein, denn das hat sie gar nicht nötig.

    Wolff als Antagonist war gut dargestellt. Ich mochte ihn bereits nach den ersten Seiten absolut gar nicht und konnte ihn mir sehr gut vorstellen. Ich konnte nachvollziehen warum die Kinder solche Angst vor ihm hatten. Da ich auch auf dem Land aufgewachsen bin, weiß ich, dass es in jedem Ort so einen angsteinflößenden Erwachsenen gibt, dem man als Kind nicht über den Weg traut.

    Interessant fand ich die Schreibe der Autorin, da bei ihr vieles wie in einem Roman und nicht typisch Thriller bzw. Krimi ist. Sie beschreibt bildlich die Umgebung, was ich anfänglich nicht so richtig mochte, weil es einfach sehr ungewohnt war. Mit der Zeit habe ich mich daran gewöhnt und fand es eigentlich ganz gut.

    Die Stärke des Buches ist ganz klar, dass es von der ersten bis zur letzten Seite sehr spannend ist. Lange Zeit habe ich mich an der Nase herumführen lassen.

    Den Wald als Setting zu wählen, mochte ich, da er wirklich viele mysteriöse Plätze bietet und mit seiner Dunkelheit Menschen Angst einjagen kann. Ich würde mich niemals nachts alleine im Wald aufhalten.

    Das Ende ist überraschend und schlüssig. Keine Frage bleibt offen. Die letzten hundert Seiten habe ich in einem Rutsch gelesen, da ich unbedingt wissen wollte wie das Ganze nun ausgeht.

    Fazit: Wer Spannung braucht und Gänsehaut sucht, der sollte zu diesem Thriller greifen. Gern spreche ich eine Leseempfehlung aus. Gelungen!

  1. Der beste Freund

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 01. Jan 2020 

    Nina ist Ärztin und sie arbeitet unermüdlich. Ihr bester Freund Tim, der als Fotograph viel unterwegs ist, muss manchmal warten. Völlig entsetzt ist Nina als die erfährt, dass Tim gestorben ist, angeblich an einer Überdosis. Dabei war er doch seit langem clean. Und eigentlich hatte er einen Plan. Er wollte seine seit Jahren verschwundene Schwester Gloria finden. Und nun glaubte er, die Lösung gefunden zu haben. Nur wenige Tage nach seinem Tod erhält Nina einen Brief, in dem Tim ihr seinen Plan erklärt. Den Plan, den er nun nicht mehr ausüben konnte.

    Bleibt die Verbindung aus Kindertagen, auch wenn das Leben sich für jeden anders entwickelt hat? Nina denkt zurück an die vergangene Zeit als sie und Tim noch mehr miteinander zu tun hatten. Je länger sie nachdenkt, desto mehr begreift sie die Suche nach Gloria als Tims letzten Wunsch. Sie entschließt sich zurückzukehren in das kleine Dorf im tiefen Wald, wo sie eine glückliche, abenteuerliche, aber auch von durchlittenen Tagen geprägte Zeit verbrachte. Dazu jedoch muss sie den unheimlich dunklen Wald durchqueren, der den Ort umgibt. Nina nimmt all ihren Mut zusammen und mit ihrem Hund Billy macht sie sich auf den Weg.

    Zeigen uns die Erinnerungen der Kindheit die Wahrheit oder gaukeln sie uns eine Mischung aus Wahrheit, Erzählungen und selbst dazugedachtem vor. Nina macht sich nicht nur auf die Suche nach Gloria und deren Schicksal, sie begibt sich auch auf die Suche nach ihrer eigenen Kindheit. Dass sie sich nicht nur in der Erinnerung auf den Weg macht, sondern auch buchstäblich, gibt dem Roman eine besondere Note. In der Dunkelheit des Waldes scheint einiges verborgen.

    Förmlich spürt man das unaufgeklärte Schicksal der jungen Gloria, die nie vergessenen Gedanken, die Nina immer beschäftigten. Dieses Spiel zwischen Phantasie der Kindheit und der Wirklichkeit der erwachsenen Nina. Auch wenn man zunächst rätselt wieso die einzelnen Teile der Geschichte so zusammengefügt wurden, gewinnt dieser Thriller mit jeder Seite an Spannung und schließlich hat jedes Teil seinen Platz. Ein Buch, das man atemlos durchfliegt und dessen letzte Seite man, nachdem man einige Überraschungen erlebt hat, ausgesprochen zufrieden umblättert.