Die vierzig Geheimnisse der Liebe

Buchseite und Rezensionen zu 'Die vierzig Geheimnisse der Liebe' von Elif Shafak
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4 von 5 (1 Bewertungen)

Ella ist vierzig Jahre alt, hat einen Ehemann, drei Kinder im Teenageralter und ein schönes Zuhause in einer amerikanischen Kleinstadt. Eigentlich sollte sie glücklich sein, in ihrem Herzen breitet sich aber eine Leere aus, die früher von Liebe gefüllt war. Als Gutachterin für eine Literaturagentur taucht sie tief in einen Roman über den Sufi-Dichter und Mystiker Rumi und die vierzig ewigen, geheimnisvollen Regeln der Liebe ein. Trotz der Ansiedlung im 13. Jahrhundert scheint ihr der Roman immer mehr eine Spiegelung ihrer eigenen Geschichte zu sein. Zusehends distanziert von ihrem Ehemann, beginnt Ella, ihr bisheriges Leben zu hinterfragen. Sie besucht den Verfasser des Buches, Aziz Zahara, mit dem sie sich schriftlich schon rege und sehr persönlich ausgetauscht hat - und erfährt eine derart grundlegende persönliche Veränderung, wie sie es sich nie hätte ausmalen können.

Autor:
Format:Kindle Edition
Seiten:393
Verlag:
EAN:

Rezensionen zu "Die vierzig Geheimnisse der Liebe"

  1. Gegenwart und Orient des 13. Jahrhunderts

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 17. Sep 2014 

    Kurzbeschreibung:
    Ella ist vierzig Jahre alt, hat einen Ehemann, drei Kinder im Teenageralter und ein schönes Zuhause in einer amerikanischen Kleinstadt. Eigentlich sollte sie glücklich sein, in ihrem Herzen breitet sich aber eine Leere aus, die früher von Liebe gefüllt war. Als Gutachterin für eine Literaturagentur taucht sie tief in einen Roman über den Sufi-Dichter und Mystiker Rumi und die vierzig ewigen, geheimnisvollen Regeln der Liebe ein. Trotz der Ansiedlung im 13. Jahrhundert scheint ihr der Roman immer mehr eine Spiegelung ihrer eigenen Geschichte zu sein. Zusehends distanziert von ihrem Ehemann, beginnt Ella, ihr bisheriges Leben zu hinterfragen…..

    Dieses Buch ist für mich eine Mischung aus Gegenwartsliteratur und Märchen aus 1001 Nacht.

    Zum Einen haben wir Ella, der ihr bisheriges Leben nicht mehr ausreicht, um glücklich zu sein, wobei ich mir nicht sicher bin, ob sie jemals glücklich war. Sie ist ein Kontrollfreak und mischt sich gern in das Leben ihrer fast erwachsenen Kinder ein. Ihr Ehemann betrügt sie, was sie schon seit einiger Zeit weiß, aber stur zu ignorieren versucht. Schließlich wollte sie bisher ihre heile Welt nicht gefährden.

    „…. dass ihre Ruhe an Abgestumpftheit grenze, dass darunter aber ein ersticktes Ich mit einer starken Unterströmung aus Wut und Auflehnung existiere. Wenn sie so weitermache, …., werde sie irgendwann explodieren.“

    Ein erster Schritt ihr Leben zu ändern besteht darin, sich einen Job zu suchen. Sie fängt eine Stelle als Gutachterin für eine Literaturagentur an. Dadurch gerät sie an das Manuskript eines Romanes des Schriftstellers Aziz Zahara. Der Roman beschreibt das Leben des Sufi-Dichters Rumi, auch Shams genannt.
    (Ich wusste nicht genau, was ein Sufi ist und habe mir von Wikipedia auf die Sprünge helfen lassen: Der Sufismus beschreibt eine Strömung des Islams, die asketische Tendenzen und eine spirituelle Orientierung prägen; einen Anhänger des Sufismus nennt man Sufi oder auch Derwisch)

    Und jetzt wird es interessant: Als Leser liest man mit Ella diesen Roman über das Leben des Sufi-Dichters Rumi, der im 13. Jahrhundert gelebt hat. Man taucht ein in eine orientalische Welt und erfährt gleichzeitig einiges über den Islam.
    Zwischendurch wird man immer wieder in die Welt von Ella zurück geholt, die sich mehr und mehr von dem Roman und den darin vermittelten Lehren inspirieren lässt. Sie verändert sich mit der Lektüre und bricht aus ihrem Leben aus.

    Fazit:
    Wer sich – wie ich - im Vorfeld die amazon-Kurzbeschreibung durchgelesen hat, geht mit falschen Erwartungen an dieses Buch heran. Es ist kein Roman, bei dem das Schicksal und die Entwicklung einer unzufriedenen Hausfrau mittleren Alters im Vordergrund stehen. Dafür nimmt die Geschichte über den Sufi-Dichter zu viel Raum ein. Am Anfang fand ich diese Aufteilung gewöhnungsbedürftig. Doch dank des flüssigen Schreibstils von Elif Shafak, ist es mir dann doch leicht gefallen, in beide Welten (Ella und Sufi) einzutauchen. Zum Ende landet man dann doch wieder bei Ella in der Gegenwart und wundert sich darüber, wie weit ein einziges Buch ihr Leben dermaßen verändern konnte.