Die Unsterblichen: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Unsterblichen: Roman' von Chloe Benjamin
4.75
4.8 von 5 (4 Bewertungen)

Gebundenes Buch
Wie würdest du leben, wenn du wüsstest, an welchem Tag du stirbst? Sommer 1969: Wie ein Lauffeuer spricht sich in der New Yorker Lower East Side herum, dass eine Wahrsagerin im Viertel eingetroffen ist, die jedem Menschen den Tag seines Todes vorhersagen kann. Neugierig machen sich die vier Geschwister Gold auf den Weg. Nichtsahnend, dass dieses Wissen für jeden von ihnen auf unterschiedliche Weise zum Verhängnis wird. Simon, den Jüngsten, zieht es Anfang der 1980-er Jahre nach San Francisco, wo er nach Liebe sucht und alle Vorsicht über Bord wirft. Klara, verwundbar und träumerisch, wird als Zauberkünstlerin zur Grenzgängerin zwischen Realität und Illusion. Daniel findet nach 9/11 Sicherheit als Arzt bei der Army. Varya wiederum widmet sich der Altersforschung und lotet die Grenzen des Lebens aus. Doch um welchen Preis?

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:480
Verlag: btb Verlag
EAN:9783442758197

Rezensionen zu "Die Unsterblichen: Roman"

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 09. Feb 2019 

    Das Leben genießen

    Wow, hier haben wir wieder mal so ein Buch, das man getrost als Jahreshighlight bezeichnen kann. Ein Buch mit einem Sog, ein Wahnsinn, man kann es einfach nicht weglegen. Ich habe es gestern Abend begonnen und war heute 17:00 Uhr durch, noch Fragen. :) Ein wundervolles Thema und wunderbar menschlich gezeichnete Charaktere, die einem beim Lesen ans Herz wachsen.

    Vielen Dank und ein dicker Kuss an meine beste Freundin für diesen Tipp und dieses Geschenk! :)

    Zum Inhalt: Prolog: Es ist Sommer 1969 und die vier Geschwister Gold gehen als Kinderabenteuer zu einer Wahrsagerin; Varya ist zu diesem Zeitpunkt 13 Jahre alt, Daniel ist 11, Klara ist 9 und Simon ist 7. Die Wahrsagerin nennt den Kindern ihren Todestag und nimmt damit Einfluss auf deren Leben. Oder doch nicht? In den dem Prolog folgenden 4 verschiedenen Handlungssträngen werden die Lebenswege der vier Geschwister gezeichnet. Dabei ist das Besondere in dem Roman von Chloe Benjamin in meinen Augen genau diese Charakterzeichnung. Die Menschen werden ungemein warmherzig beschrieben, die Autorin schafft damit eine großer Nähe zu den Protagonisten, für meine Begriffe sind diese Charaktere auch vollkommen nachvollziehbar/authentisch und man brennt für diese Akteure. Und das ist etwas, was nur wenige Autoren können. Man kann jede der Hauptpersonen verstehen, versteht warum sie tut was sie tun muss. Man wird nicht alles gutheißen, aber man versteht warum es geschieht. Es ist ein Roman zum Sinnieren. Was bringt es den eigenen Todestag zu wissen? Lebt man dann anders/intensiver? Wissen wir nicht alle um unsere Sterblichkeit. Leben wir deswegen intensiver? Manchmal ja und manchmal nein, je nach Situation würde ich sagen. Würde es etwas bringen, dass eigene Todesdatum zu wissen oder schürt das nur Ängste? Und verändert das das eigene Leben? In diesem Buch haben wir vier verschiedene Menschen/vier verschiedene Charaktere und damit vier verschiedene Arten zu leben. Welches ist die Richtige? Gibt es darauf eine Antwort? Was ist der Sinn im Leben? Keine Angst, das Buch bringt darauf keine direkte Antwort. Aber man kann sich über das Leben der Protagonisten so seine Gedanken machen und schweift darüber sicher auch zu anderen Gefilden. Einfach nur eine wunderschöne Lektüre!

    Fazit: Eine überwältigend schöne Geschichte mit hervorragend gezeichneten Charakteren und einem gigantischen Sog, die mir uneingeschränkt gefallen und mich mitgerissen hat. Bitte unbedingt Lesen!!!

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 08. Jan 2019 

    Die Bedeutung des Todes

    New York im Sommer 1969: Die Geschwister Simon (7), Klara (9), Daniel (11) und Varya (13) Gold werden zum Opfer ihrer Neugier. Sie lassen sich von einer Wahrsagerin, die sich gerade in der Stadt aufhält, den exakten Tag ihres Todes voraussagen. Die Älteste wird demnach mit einem langen Leben rechnen können, dem Jüngsten wird ein früher Tod prophezeit. Die vorhergesagten Sterbedaten wirken sich auf die Biografien der vier Geschwister aus. Während Simon und Klara versuchen, das Leben in vollen Zügen zu genießen, gehen es Daniel und Varya ruhiger an.

    „Die Unsterblichen“ von Chloe Benjamin ist ein ungewöhnlicher Roman.

    Meine Meinung:
    Der Roman beginnt mit einem Prolog, der ins Jahr 1969 entführt. Anschließend folgen vier Teile, wovon jeder einem der vier Geschwister gewidmet ist und mehrere Jahre umfasst. Sie sind chronologisch angeordnet und fügen sich nahtlos aneinander. Die einzelnen Teile sind wiederum in mehrere Kapitel untergliedert. Dieser Aufbau funktioniert sehr gut.

    Der Schreibstil ist angenehm und wirkt durch viel wörtliche Rede recht lebhaft. Erzählt wird im Präsens. Obwohl der Roman recht unaufgeregt ist, konnte er mich fesseln. Der Einstieg in die Geschichte fiel mir leicht.

    Die vier Protagonisten sind recht unterschiedliche, aber reizvolle Charaktere. Sie werden detailliert und authentisch dargestellt. Ich habe gerne ihre Lebenswege verfolgt.

    Die Stärke des Romans sind seine inhaltliche Tiefe und seine Komplexität. Er wirft interessante Fragen auf: Beeinflusst das Wissen über den eigenen Todestag das Leben? Führen solche Vorhersagen zu selbsterfüllenden Prophezeiungen? Und was macht überhaupt ein erfülltes Leben aus? Die Geschichte regt zum Nachdenken an und bereitet diese Thematik sehr gut auf. Die Grundidee des Romans ist sehr kreativ, die Umsetzung überzeugend.

    Trotz der eher hohen Seitenzahl kommt beim Lesen keine Langeweile auf. Das liegt daran, dass diese Familiengeschichte mich emotional bewegen konnte. Ein Pluspunkt ist darüber hinaus, dass immer wieder interessante geschichtliche Fakten mit der fiktiven Handlung verwoben sind.

    Das Cover, das sich an der amerikanischen Originalausgabe orientiert, hat keine starke Aussagekraft, gefällt mir jedoch sehr. Der prägnante Titel ist ebenfalls von der Vorlage („The immortalists“) übernommen. Er ist inhaltlich natürlich nicht korrekt, passt aber dennoch ganz gut.

    Mein Fazit:
    „Die Unsterblichen“ von Chloe Benjamin ist ein kreativer Roman. Eine empfehlenswerte Geschichte, die nachdenklich macht und berührt.

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 31. Dez 2018 

    mitreißendes Buch

    Der Tod unausweichlich ist. Jeder von uns weiß, dass er irgendwann sterben muss. Aber wenn es eine Möglichkeit gäbe ganz genau zu erfahren, wann dieser Tag gekommen ist, würdest du es wissen wollen?
    Der Schreibstil von Chloe Benjamin ist wahnsinnig intensiv und man spürt die große Zuneigung, die sie ihren Figuren hat zukommen lassen. Allesamt erstrahlen in den unterschiedlichsten Facetten und jeden liebt man auf seine eigene Art und Weise.
    Die Unsterblichen ist eine zutiefst menschliche Geschichte voller Höhen und Tiefen, Liebe, Träumen, Verlust, Trauer und Ängsten.
    Ein berührendes, eher leises Buch, das einen mit vielen Fragen zurücklässt. Wer eine Geschichte mit Tiefgang sucht ist hier genau richtig. Das Buch verdient es auf jeden Fall gelesen zu werden!

    Der Tod unausweichlich ist. Jeder von uns weiß, dass er irgendwann sterben muss. Aber wenn es eine Möglichkeit gäbe ganz genau zu erfahren, wann dieser Tag gekommen ist, würdest du es wissen wollen?
    Der Schreibstil von Chloe Benjamin ist wahnsinnig intensiv und man spürt die große Zuneigung, die sie ihren Figuren hat zukommen lassen. Allesamt erstrahlen in den unterschiedlichsten Facetten und jeden liebt man auf seine eigene Art und Weise.
    Die Unsterblichen ist eine zutiefst menschliche Geschichte voller Höhen und Tiefen, Liebe, Träumen, Verlust, Trauer und Ängsten.
    Ein berührendes, eher leises Buch, das einen mit vielen Fragen zurücklässt. Wer eine Geschichte mit Tiefgang sucht ist hier genau richtig. Das Buch verdient es auf jeden Fall gelesen zu werden!

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 29. Nov 2018 

    Carpe vitam!

    Es ist Sommer 1969 in der New Yorker Eastside, das Jahr von Woodstock, der Mondlandung, der Verurteilung der Mörder von Martin Luther King und Robert Kennedy. Doch das Spannendste, was den Geschwistern Gold passiert, ist die Katze gelegentlich aus dem Ofenrohr zu befreien. Doch dann spricht sich herum, dass in der Nachbarschaft eine Hellseherin eingezogen ist, die jedem Menschen den Tag seines Todes nennen kann. Varya, Daniel, Klara und der kleine Simon Gold machen sich auf, sich diese Information zu holen, unbedarft und nicht ahnend, welche Konsequenzen dies für jeden einzelnen von ihnen haben wird.
    Der Tod ist unausweichlich. Jeder von uns weiß, dass er einmal sterben wird. Aber wollen wir wirklich wissen, wann genau? Inwieweit könnte dieses Wissen unser Leben beeinflussen, verändern? Zufall, Schicksal oder selbsterfüllende Prophezeiung? Diese Fragen wirft die Autorin Chloe Benjamin in ihrem Roman Die Unsterblichen auf. Es ist eine zutiefst menschliche Geschichte, an der sie uns teilnehmen lässt, voll mit allen Höhen und Tiefen des Lebens, Liebe Begierde, Träume, Verlust, Trauer und Neubeginn. Mit großer Zuneigung zu ihren Figuren und viel Erzählfreude lässt uns die Autorin das Leben und Sterben der Geschwister Gold verfolgen. Es ist ein Buch, das ein bisschen traurig stimmt über die Vergeudung junger Leben und nachdenklich macht über die eigene Endlichkeit.