Die Terranauten: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Terranauten: Roman' von T.C. Boyle
3
3 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Die Terranauten: Roman"

In einem geschlossenen Ökosystem unternehmen Wissenschaftler in den neunziger Jahren in den USA den Versuch, das Leben nachzubilden. Zwei Jahre lang darf keiner der acht Bewohner die Glaskuppel von „Ecosphere 2“ verlassen. Egal, was passiert. Touristen drängen sich um das Megaterrarium, Fernsehteams filmen, als sei es eine Reality-Show. Eitelkeit, Missgunst, Rivalität – auch in der schönen neuen Welt bleibt der Mensch schließlich doch, was er ist. Und es kommt, wie es kommen muss: Der smarte Ramsay verliebt sich in die hübsche Dawn – und sie wird schwanger. Kann sie das Kind austragen? T.C. Boyles prophetisches und irre komisches Buch, basierend auf einer wahren Geschichte, berührt die großen Fragen der Menschheit.

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:608
EAN:9783446253865

Rezensionen zu "Die Terranauten: Roman"

  1. Biosphäre

    bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 23. Nov 2018 

    Nach einem ersten Experiment, dass wegen gesundheitlicher Probleme einer Teilnehmerin nicht so durchgeführt werden konnte wie geplant, starten Anfang der 1990er acht junge Wissenschaftler, vier Frauen und vier Männer, erneut den Versuch, in einer autarken von der Umwelt abgeschlossenen Biosphäre zu überleben. Mit der Bekanntgabe der aus sechzehn Probanden ausgewählten Teilnehmer des Experiments beginnen die Aufzeichnungen von Dawn, einer hübschen jungen Wissenschaftlerin, von Ramsay, der einen Ruf als Frauenheld zu verteidigen hat und Linda, die meint, wegen ihres Äußeren sei sie nicht ausgewählt worden und dazu verdammt, für Mission Control zu arbeiten und auf das nächste Experiment zu hoffen.

    Basierend auf dem tatsächlich durchgeführten Experiment der Biosphäre 2, bei der es sich um einen Gebäudekomplex in Arizona, USA, handelt, der von einem Milliardär aufgebaut wurde, um erforschen, ob es wirklich möglich ist, in einer in sich geschlossenen Umgebung zu überleben, wird hier zwar von fiktiven Ereignissen berichtet. Diese bekommen durch den Hintergrund jedoch einen sehr realistischen Touch. Dawn wirkt dabei, wie eine Identifikationsfigur einer hübschen intelligenten jungen Frau, während Linda so rüberkommt als ob sie immer zweite Siegerin bleiben wird, obwohl ihre Qualifikationen keinesfalls schlechter sind. Ramsay dagegen bietet ein Abbild eines sorglosen Taugenichts, der keine Gelegenheit vorbeigehen lässt. Aus Sicht dieser drei Personen wird der Fortgang des Experiments geschildert, die anfängliche Euphorie, der Presserummel, die beginnenden Probleme, die Abgeschnittenheit von Eltern und Freunden, der Neid derer, die draußen bleiben mussten. Mit Fortschreiten der Zeit wird aus der anfänglich enthusiastischen und idealistischen Gruppe ein Konglomerat aus Einzelkämpfern, die sich nicht mehr so grün sind.

    Interessant wird dieser Roman durch den Hintergrund aus tatsächlichen Ereignissen, über die man im Internet recherchieren kann. Ob die Schilderungen aus den Perspektiven der drei Erzähler zu einem wachsenden Interesse an den Personen führt oder die Personen es nur in gewissem Umfang oder in gewissen Momenten schaffen, Sympathie zu wecken, wird jeder Leser für sich empfinden. Schließlich weiß man nicht, ob andere Teilnehmer es besser gemacht hätten oder ob man es selbst besser machen würde. Es steht zu vermuten, dem ist nicht so. Denn immer wieder würden trotz aller Sorgfalt bei der Vorauswahl Persönlichkeiten aufeinander treffen, die sehr unterschiedlich sind. Und so sind in der Gruppe Probleme vorprogrammiert.

    Ein Roman mit einem realen Hintergrund, deren handelnde Personen nicht immer sympathisch sind, dass aber dennoch Interesse und Neugier weckt.
    3,5 Sterne
    Ich habe die englischsprachige Version gelesen.