Die Teerose: Roman (Rosen-Trilogie 1)

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Teerose: Roman (Rosen-Trilogie 1)' von Jennifer Donnelly
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4 von 5 (1 Bewertungen)

London 1888, eine Stadt im Aufbruch: Während in den Gassen von Whitechapel das Laster blüht, träumt die 17-jährige Fiona von einer besseren Zukunft. Als Packerin in einer Teefabrik beweist die junge Irin ihr Gespür für die köstlichsten Sorten und exotischsten Mischungen. Doch dann muss Fiona ihren Verlobten Joe verlassen und sich im New York der Jahrhundertwende eine Existenz aufbauen … Spannend und voller Sinnlichkeit erzählt dieser Roman die Geschichte der Fiona Finnegan und einer großen Liebe zwischen Sühne, Mut und Leidenschaft.

Format:Kindle Edition
Seiten:705
Verlag: Piper ebooks
EAN:

Rezensionen zu "Die Teerose: Roman (Rosen-Trilogie 1)"

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 14. Nov 2018 

    Fabrikarbeiterin lebt den amerikanischen Traum

    Worum es geht
    Die 17-jährige Fiona Finnegan arbeitet als Teepackerin in einer Fabrik in London, hat aber bereits sehr konkrete Zukunftspläne. Mit ihrem Freund Joe will sie einen eigenen Laden eröffnen, um der drückenden Armut im Arbeiterviertel, in dem sie aufgewachsen ist, zu entfliehen.
    Doch bald überschatten tragische Ereignisse das junge Glück, und die beiden Liebenden müssen ihren eigenen Weg finden.

    Wie es mir gefallen hat
    Mit diesem Roman hat die Autorin ein wunderbares Buch vorgelegt, das den Leser auf eine Zeitreise mitnimmt, die im ausgehenden 19. Jahrhundert in einem Arbeiterviertel in London beginnt. Beeindruckend beschreibt sie den harten Existenzkampf der Fabrikarbeiter, das Bestreben, sich in Gewerkschaften zu formieren, und die oft kriminelle Gegenwehr der Arbeitgeber.
    Die Protagonisten sind außergewöhnliche, charakterlich sehr starke Persönlichkeiten. Vor allem mit der sympathischen Fiona hat die Autorin eine Figur geschaffen, die geradezu dafür prädestiniert ist, den amerikanischen Traum zu leben. Sie verfolgt ihre Ziele mit bewundernswerter Konsequenz, lässt sich auch von Rückschlägen nicht entmutigen.
    Fionas Freund Joe fand ich mit allen seinen Stärken und Schwächen ebenfalls sehr glaubwürdig dargestellt, aber auch die übrigen Figuren haben durchaus Profil, und passen gut in ihr jeweiliges Umfeld.
    Besonders gut hat mir gefallen, dass Jennifer Donnelly in ihrem Roman alle Gesellschaftsschichten, vom einfachen Dockarbeiter bis zum Multimillionär, vereinigt. Eindrucksvoll führt sie ihren Lesern die ungeheuren Kontraste zwischen arm und reich vor Augen, und versteht die Elendsviertel genauso anschaulich zu beschreiben wie den Luxus in den Kauftempeln. Reporter, Anwälte, Banker und Kriminelle ziehen ihre Fäden und vermitteln ein facettenreiches Bild jener interessanten Epoche. Liebe, Hass und Leidenschaft, Untreue und Loyalität, Rachsucht, aber auch der Traum von Erfolg und Glück sind die Zutaten, die hier zu einer mitreißenden Geschichte verwoben wurden. Das Buch ist zwar nie langatmig, doch versteht die Autorin die Spannung durch unerwartete Wendungen immer wieder zu steigern.
    Stilistisch gesehen hat mir der Roman ebenfalls gut gefallen. Durch den flüssigen Stil ist er leicht lesbar, allerdings sind mir neben sehr eindrucksvoller Schilderungen sprachlich auch recht einfach konstruierte Abschnitte aufgefallen. Dieser kleine Kritikpunkt kann meine Begeisterung aber nicht schmälern, hat mir die Geschichte doch äußerst unterhaltsame Lesestunden beschert.

    © Sylli