Die stille Kammer: Psychothriller

Buchseite und Rezensionen zu 'Die stille Kammer: Psychothriller' von Jenny Blackhurst
4
4 von 5 (2 Bewertungen)

Susan Webster hat keinerlei Erinnerung an den schrecklichsten Abend ihres Lebens: Sie soll ihren eigenen Sohn erstickt haben. Jahre später entdeckt sie Fotos, die die Hoffnung schüren, dass ihr geliebter Sohn noch lebt.

Auf eigene Faust versucht Susan, den rätselhaften Bildern und ihrer eigenen Erinnerung auf den Grund zu gehen - und kommt dabei einem anderen grauenvollen Verbrechen auf die Spur, das sich vor zwanzig Jahren an einem Elite-College im Norden Englands ereignete ...

Format:Taschenbuch
Seiten:448
EAN:9783404172191

Rezensionen zu "Die stille Kammer: Psychothriller"

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 25. Okt 2017 

    Wenn man niemandem trauen kann

    Fast drei Jahre hat Susan Webster in der forensischen Psychiatrie zugebracht. Ihr wird vorgeworfen, ihren damals nur zwölf Wochen alten Sohn Dylan getötet zu haben. Doch Susan, die sich in Emma Cartwright umbenannt hat, kann sich an die Tat nicht mehr erinnern. In einer anderen englischen Kleinstadt, in der sie niemand kennt, will sie ein neues Leben beginnen. Da taucht plötzlich ein Brief auf mit dem Foto eines etwa dreijährigen Jungen, der den Namen ihres Kindes trägt. Kann es etwa sein, dass ihr Sohn doch noch lebt? Oder erlaubt sich nur jemand einen üblen Scherz mit ihr?

    „Die stille Kammer“ ist das gelungene Thriller-Debüt der Autorin Jenny Blackhurst.

    Meine Meinung:
    Erzählt wird in der Ich-Perspektive aus Sicht von Susan. Dadurch konnte ich die Innenwelt der Protagonistin gut nachvollziehen und war schnell in der Geschichte drin. Diese Kapitel wechseln sich ab mit anderen, die in der Vergangenheit spielen, beginnend im Jahr 1987. Die Verknüpfung mehrerer Erzählstränge ist nicht nur wichtig für den Verlauf der Handlung, sondern auch sehr geschickt gemacht. Immer wieder erhält der Leser aber auch Andeutungen, die später ins Leere führen. Mehrere Personen wirken verdächtig. Dadurch und durch mehrere Überraschungen wird die Spannung bis zum Ende aufrechterhalten, sodass ich bis zum Schluss gespannt die Auflösung des Ganzen verfolgt habe. Durch die Komplexität der Geschichte war es interessant zu erfahren, wie alles miteinander zusammenhängt.

    Positiv fand ich auch die Kürze der Kapitel, die ebenfalls zum Spannungsaufbau beigetragen und für ein hohes Tempo gesorgt haben. Hinzu kommt der flüssige, angenehme Schreibstil, sodass ich das Buch nur schwer beiseitelegen konnte.

    Die Figuren des Thrillers sind glaubwürdig gezeichnet. Die Handlung wirkte auf mich stimmig, auch das Ende schlüssig.

    Ein Pluspunkt waren für mich auch die hübsche Optik des Taschenbuchs und das sehr sympathische Nachwort. Leider sagt mir der deutsche Titel nicht so zu. Das englische Original „How I Lost You“ klingt für mich nicht nur ansprechender, sondern ist meiner Meinung nach auch thematisch passender.

    Mein Fazit:
    Jenny Blackhurst ist ein spannender und komplexer Psychothriller gelungen. Er macht mir Lust, weitere Bücher der Autorin zur Hand zu nehmen.

  1. bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 03. Jun 2015 

    Konnte mich nicht ganz überzeugen

    Susan Webster saß 3 Jahre in der Forensischen Psychiatrie, weil sie ihren 12 Wochen alten Sohn Dylan umgebracht haben soll. Aber sie kann sich weder an die Nacht, noch an die Tat erinnern. Nach ihrer Entlassung nimmt sie einen neuen Namen an und zieht in eine fremde Stadt. Nur ihre Freundin Cassie, die sie in der Psychiatrie kennen lernte, hält zu ihr und unterstützt sie. Susan versucht trotz allem ihr Leben zu leben, doch dann bekommt sie einen Brief, in dem sie das Foto eines kleinen Jungen findet. Auf der Rückseite steht Dylan Januar 2013. Und dann wird sie auch noch bedroht. Susan versteht gar nichts mehr. Warum tut man ihr das an? Wer steckt dahinter?

    Psychothriller finde ich ja richtig gut und der Klappentext zu "Die stille Kammer" hat sich auch sehr interessant gelesen. Die ersten Seiten waren auch richtig spannend. Besonders auch der zweite Handlungsstrang hat mich richtig fasziniert. Aber die Geschichte allgemein ließ sich ziemlich lange Zeit bis sie in Fahrt kam.

    Am Anfang wusste ich absolut nicht, wie ich Susan einschätzen soll, aber ziemlich schnell dachte ich, dass ich sie mir nicht als Mörderin vorstellen kann. Ich meine, wer ermordet sein Baby und kann sich dann an gar nichts mehr erinnern? Das ist doch mehr als seltsam. Ihre Freundin Cassie war mir sofort sympathisch, auch oder vielleicht gerade weil sie niemandem vertraut außer Susan. Mit Nick hatte ich am Anfang auch so meine Probleme und hoffte einfach, dass Susan nicht von ihm verarscht wird.

    Die ersten Kapitel waren unglaublich interessant, aber dann flaut die Geschichte für meinen Geschmack zu sehr ab und braucht viel zu lange bis sie wieder richtig an Fahrt aufnimmt. Dann konnte ich das Buch allerdings nicht mehr aus der Hand legen. Zum Ende hin wirkte die Geschichte dann sehr konstruiert und von viel zu vielen Zufällen abhängig. So was mag ich gar nicht, auch wenn es im wahren Leben auch genügend Zufälle gibt, war mir das im Buch einfach zu viel und zu unglaubwürdig.

    Da die Geschichte wirklich sehr gute Ansätze hatte und mich über weite Strecken faszinieren und fesseln konnte, vergebe ich 3 von 5 Punkten. Ich weiß, dass ich mit dieser Bewertung von der breiten Masse abweiche, aber die Geschmäcker sind eben verschieden.

    © Beate Senft