Die Spiegelreisende: Band 4 - Im Sturm der Echos

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Spiegelreisende: Band 4 - Im Sturm der Echos' von Christelle Dabos
3.65
3.7 von 5 (3 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Die Spiegelreisende: Band 4 - Im Sturm der Echos"

Risse überziehen die Welt der Archen. Einer jagt den nächsten, die Abgründe werden immer größer. Babel, Pol, Anima – keine der Archen bleibt verschont. Die Bewohner müssen ungläubig mitansehen, wie ihre Welt nach und nach auseinanderbricht. Um die unwiederbringliche Zerstörung der Archen zu stoppen, muss so schnell wie möglich der Schuldige gefunden werden. Muss »der Andere« gefunden werden. Aber wie? Wo doch niemand auch nur weiß, wie er aussieht?

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:613
Verlag:
EAN:

Rezensionen zu "Die Spiegelreisende: Band 4 - Im Sturm der Echos"

  1. Stürmisches Finale

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 08. Jul 2020 

    Auf den nun letzten Teil der Reihe um Ophelia musste ich nicht lange warten, da ich die vier Bücher fast direkt nacheinander gelesen habe. Das war nun also das große Finale und ich war sehr gespannt, wie Ophelias Suche nach dem Anderen in Babel weitergeht und ob sie und Thorn letzten Endes etwas tun können, um die Welt zu retten.

    Der Schreibstil von Christelle Dabos hat mir in allen Bänden durchweg gut gefallen. So gut, dass ich sagen möchte, dass ich gerne alles von ihr lesen werde, was da vielleicht irgendwann noch kommt. Während ich allerdings durch die ersten drei Bände hindurchgerast bin und nie genug bekommen konnte, war der letzte Band nun gefühlt keine leichte Kost und ich war am Ende froh, als sich endlich alles – zumindest etwas – aufgelöst hat. Sagen wir mal so: Es wird etwas kompliziert. Wer ist wer – und ist er/sie das auch wirklich? Was ist Illusion und was ist Realität, das muss man sich in diesem Band fast durchweg fragen.

    Die Charaktere sind nach wie vor alle ganz toll herausgearbeitet und es macht sehr viel Spaß, mit diesen Figuren noch ein bisschen Zeit zu verbringen – allen voran Ophelia selbst. Hatte sie es schon im letzten Band nicht leicht, wird dem hier noch die Krone aufgesetzt. Man möchte wirklich nicht in ihren Schuhen stecken. Andere Nebenfiguren kommen leider ein bisschen kurz, wie etwa Archibald, was ich doch ein bisschen schade fand.

    Das Ende kommt, wie bereits angemerkt, gewaltig und kompliziert daher, ist aber stimmig und passt zu der Gesamtgeschichte aller vier Bände, wie ich finde. Ein kleines bisschen weniger chaotisch und klitzekleines bisschen mehr Happy End hätte ich mir vielleicht gewünscht – aber eigentlich finde ich es doch gelungen so wie es ist.

  1. Ein Alptraum

    bewertet:
    2
    (2 von 5 *)
     - 03. Jul 2020 

    Ich habe die ersten drei Bände dieser Reihe geliebt und genossen, die eine zauberhaft frische Fantasygeschichte erzählen, mit Herz und Humor. In diesem letzten Band geht all das furios unter. Sowas erlebt man wirklich nicht oft.

    Zunächst hatte ich mit Orientierungsschwierigkeiten zu kämpfen.
    Christelle Dabos erzählt wunderschön, fantasievoll und plastisch. In diesem Buch entgleiten ihr sehr oft die Bilder und Vergleiche. Immer wieder liest man Stellen, die man auch bei mehrmaligem Lesen einfach nicht versteht.

    „Auf der einen Seite ist da der schwerelose Erdball des Sekretariums, in dem ein zweiter Globus schwebt, in dem wiederum Eulalia Gorts geheimes Zimmer eingemauert ist. Auf der anderen Seite verschlungene Wendeltreppen. Die beiden Bereiche überlappen einander so vollkommen, dass die Wände der Globen und die Treppenstufen transparent sind wie Pauspapier.“

    Bei so einer Beschreibung hat man zwar eine Idee davon, was gemeint ist, nur stolpert man über die Formulierung und stellt dann fest, dass nicht wirklich gesagt wurde, was wohl gemeint war. Solche Stellen häufen sich, bis man genervt die Sinnsuche aufgibt.

    Von den stilistischen Problemen abgesehen, ist auch der Inhalt fragwürdig. Der Charme und die Leichtigkeit der ersten Bücher ist verschwunden, hier geht es direkt zur Sache. Man begibt sich in einen grausamen Alptraum mit lockerem roten Faden, aber ohne schlüssige Logik.
    Ophelia landet im Beobachungsinstitut für Abweichungen, wo sie den Anderen sucht und wohin sich mal wieder Thorn zurückgezogen hat. Die ehemals anrührende Liebesgeschichte verpufft, weil der Liebste ständig verschwunden ist und nervtötend oft gesucht werden muss.

    Ansonsten besteht die Handlung aus einem Wirrwar von absonderlicher Physik, Menschen mit absonderlichen Beeinträchtigungen und absonderlichen Theorien zu Gott und der Entstehung dieser Welt. Es müssen Echos durch Kristallisation in Materie verwandelt werden, Schatten werden abgespalten und es ist wichtig, das Füllhorn zu finden. Warum eigentlich?

    Vermutlich ist es ein Fehler, hier alles verstehen zu wollen, aber ich mag es, wenn ich verstehe was ich lese. Dieses Buch strotzt vor Ideenreichtum und erschlägt dem Leser mit wüstesten Theorien, denen man einfach nicht folgen kann. Später wird es auch noch actionreich und ekelhaft, wenn immer wieder Menschen durch Spiegel, Füllhörner oder Andere verdreht, gewendet und verstümmelt werden.

    Diese Reihe fing an als märchenhafte Fantasy mit originell dystopischem Einschlag. Sie endet als krude Zombie-Apokalypse. Ein Jammer.

  1. ein tolle Ende für eine sehr besondere Reihe!

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 28. Jun 2020 

    Ophelia und Thorn versuchen auf Babel herauszufinden, was es mit Gott und dem Anderen auf sich hat. Viel Zeit bleibt ihnen nicht, immer wieder verschwinden Teile der Archen und die ihnen bekannte Welt wird immer kleiner.

    Wow, was für ein Ende der Saga um die Spiegelreisende Ophelia und Thorn, ihren Mann. Die beiden geben wirklich alles um das Phänomen der zerbrechenden Archen aufzuklären. Zeitweise erinnerte mich das Buch an die Bilder von Hieronymus Bosch, farbgewaltig und verstörend. Ophelias Reise und Verwandlung ist wirklich einzigartig und verlangt ihr unglaublich viel ab. Der Schreibstil ist sehr besonders und verlangt nach Aufmerksamkeit. Ein schnelles Lesen ist hier nicht möglich.

    Das Buch schließt die aufgenommenen Erzählstränge der vorherigen Bände ab und führt am Ende alles zusammen. Die Autorin macht es dem Leser dabei nicht unbedingt leicht. Das Prinzip der Echos und deren Auswirkungen auf die Archen wird zwar erklärt, wer hier ab er nicht aufmerksam liest wird dem Ganzen nicht folgen können. Mich hat diese Art der Erzählung aber sehr fasziniert und für mich die ganze Reihe zu etwas wirklich besonderem gemacht. Das ist definitiv eine Reihe die man ein zweites oder auch drittes Mal lesen sollte, um alle Einzelheiten auch mitzubekommen.

    Von mir daher eine dicke Leseempfehlung für dieses Buch und für die ganze Reihe, die wirklich etwas Besonderes auf dem Fantasy Markt ist.