Die Saubermacherin

Rezensionen zu "Die Saubermacherin"

  1. Millie macht sauber!

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 21. Apr 2021 

    Millie ist Putzfrau. Tagein tagaus macht sie anderer Leute Haus, Wohnung oder Büro sauber. Doch was ihre Klienten nicht wissen: Millie gehört einem internationalen Spionagenetzwerk von Reinigungskräften an. Ihr derzeitiger Auftrag: eine globale Verschwörung, um manipulierte Lebensmittel aufzudecken.

    Die österreichische Schriftstellerin und Kabarettistin Sabine Kunz hat mit ihrem Buch „Die Saubermacherin“ etwas zustande gebracht, was nicht viele können: mich schallend zum Lachen gebracht. Ihre Agenten Persiflage ist derart abgedreht skurril überzeichnet und lustig. Dabei spart die Autorin nicht mit bösen Seitenhieben in alle möglichen Richtungen.

    Die Protagonistin Millie ist einfach Zucker. Als Kind von den Gräueln den Balkankrieges nicht verschont hat sie sich zur Topagentin in der Putzfrauen Spy Agency gemausert. Millie ist klug, mutig, und temperamentvoll. Sie macht sich hässlich, sie macht sich naiv, sie macht auf „nix verstehen“.

    „Haben gerufen, Frau?« Mein Radebrech hat mir schon das ein oder andere komplizierte Gespräch mit Kunden erspart.“

    Denn als Reinigungskraft, noch dazu mit Migrationshintergrund, gehört sie zu den Unsichtbaren, deren Anwesenheit nicht auffällt, vor denen ungeniert sprichwörtlich schmutzige Wäsche ausgebreitet wird und deren Abwesenheit nur dann auffällt, wenn der Bügelkorb voll ist. Millie ist gut in ihrem Job. Als sie bei dem aktuellen Fall von Lebensmittelmanipulation – eine Verschwörung globaler Konzerne und Lobbyisten - ihren heißgeliebten Gugelhupf in Gefahr sieht, kennt sie kein Halten. Doch dann wird verliebt sie sich, und alles wird noch komplizierter.

    Millies traumatische Familiengeschichte erschreckt zunächst, fügt sich aber mit seinem ernsten Hintergrund gut in die Geschichte. Denn Sabine Kunz ist hier wirklich ein absurd komischer Plot gelungen, der neben der originellen Protagonistin mit durchaus ernsthafter, scharfer und pointierter Gesellschaftskritik punktet.

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  1. Ein unterhaltsamer Krimi-Lesespaß

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 17. Aug 2020 

    Millie ist 35 , Single und wohnhaft in Wien . Sie putzt für eine Agentur die gleichzeitig eine internationale Geheimorganisation ist . Praktisch ist sie eine Putzagentin . Während des putzens wird schon mal das eine oder andere Bild von Dokumenten gemacht , emails gelesen , Wanzen montiert oder etwas auf einen USB - Stick kopiert . Bei ihrem neuesten Auftrag scheint aber einiges nicht zu stimmen ...

    Die Geschichte wird aus Sicht Millie's erzählt . Sie erzählt witzig , frech und eigentlich immer gut gelaunt . Der Schreib - und Erzählstil ist flüssig und leicht geschrieben ich würde sagen auch mit coolen Einschlägen . So ist auch Millie : Cool , gut drauf um keine Antwort verlegen . Die Charaktere sind sympathisch , da gefällt mir Millie's schwuler Freund Zladko sehr gut . Die Kapitel sind jeweils ziemlich kurz gehalten . So kommt keine Langeweile auf , im Gegenteil , es wird immer spannender der Leser weiß nie was als nächstes kommt .

    Fazit : Es ist ein recht skurriler Regionalkrimi im James Bond Manier . Witzig und unterhaltsam geschrieben . Das Cover passt hervorragend zum Inhalt . Auch hier wird geputzt was die Putzmittel hergeben . Es ist doch mal ein ganz anderer Krimi der mich überzeugt hat .

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