Die Rückkehr des Lemming (Privatdetektiv Lemming ermittelt, Band 5)

Rezensionen zu "Die Rückkehr des Lemming (Privatdetektiv Lemming ermittelt, Band 5)"

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 22. Jan 2020 

    Lemming ist Kult, Auftritt Lemming!

    Theo Ptak ist Tramwayfahrer in Wien. Jeden Tag lenkt er den D-Wagen vom Hauptbahnhof nach Nussdorf und wieder zurück. Doch plötzlich ändert sich der alltägliche Trott. Denn die junge Frau, die jeden Morgen bei der Augasse einsteigt, die scheinbar Unscheinbare, wie Theo sie nennt, hat ihn komplett verzaubert. Völlig von den Schienen ist Theo, als er eines Morgens beobachtet, wie die heimlich Angebetete gegen ihren Willen in ein Auto gezerrt wird. Theo besinnt sich an den angeheirateten weitschichtigen Onkel Leopold, der ja einmal bei der Kripo Wien war. So macht er sich auf, zum Onkel Poldi, der kein geringerer ist als Leopold Wallisch, Ex-Kieberer, nun Nachtwächter im Tiergarten Schönbrunn, der Lemming.
    Er ist wieder zurück der Lemming. Nur ungern und sehr zögerlich lässt er sich auf eine Rückkehr ins alte Metier ein. Gemeinsam mit Chefexperten, hoppla, Chefinspektor Polivka begibt er sich auf die Suche nach den Entführern und stoßen auf einen Toten. Als die Opfer immer mehr und die Verdächtigen immer weniger mehr werden, begeben sich der Lemming und Polivka auf einen Roadtrip der besonderen Art.
    „Die Rückkehr des Lemming“ ist der fünfte Band um den schrägen Leopold Wallisch, bekannt als der Lemming. Der Wiener Autor und Musiker Stefan Slupetzky hat da schon einen besonderen Kultcharakter entworfen. Der Kriminalfall wird fast zur Nebensache, wenn Slupetzky mit Worten spielt, Reime schüttelt, das Image des morbiden Wien pflegt. Dass Slupetzky aber auch ein begnadeter Geschichtenerzähler ist, beweist er mit dem Nebenstrang, der uns in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges führt.
    Der Wiener Krimi lebt von seinen herrlich skurrilen Figuren, dem wunderbaren Wortgeplänkel. Unter der Oberfläche des bisweilen brachialen Witzes schlummern aber oft ganz kleine feine Spitzen.
    Vielleicht muss man WienerIn sein, um dieses Buch zu verstehen. Ich jedenfalls liebe es von Herzen.