Die Richterin und die Tote vom Pont du Gard

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Richterin und die Tote vom Pont du Gard' von Liliane Fontaine
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4 von 5 (2 Bewertungen)

Languedoc, Südfrankeich: Eine französische Untersuchungsrichterin, ein deutscher Reiseschriftsteller - ein Verbrechen in der Gegenwart, eines in der Vergangenheit: der erste aufwühlende Fall für Mathilde de Boncourt mit jeder Menge südfranzösischem Flair! Vor dem Palais de Justice in Nîmes wird auf die Untersuchungsrichterin Mathilde de Boncourt nach einem Strafprozess ein Attentat verübt. Mathilde überlebt schwerverletzt und ist sich sicher, dass hinter diesem Anschlag ein Pädophilen-Zirkel steckt, dessen Mitglieder aus den höchsten Kreisen der Gesellschaft stammen. Um sich von ihren Verletzungen zu erholen, zieht sich Mathilde auf das Weingut ihres Großvaters im Languedoc zurück. Von dort ermittelt sie gemeinsam mit Rachid Bouraada, Commandant der Police judicaire mit algerischen Wurzeln, und sagt den Tätern den Kampf an. Während die beiden das Netz um die Verdächtigen immer enger ziehen, ist der deutsche Reiseschriftsteller Martin Endress in Südfrankreich auf der Suche nach einer Antwort auf die Frage, was mit seiner jüdischen Großmutter geschah, die 1941 nach einem Fluchtversuch durch einen vermeintlichen Unfall ums Leben kam. Die Wege von Mathilde de Boncourt und Martin Endress kreuzen sich auf schicksalhafte Weise, und Rémy de Boncourt, Mathildes Großvater, und seine Freunde wissen mehr über das Schicksal von Martins Großmutter, als sie zugeben wollen…

Format:Taschenbuch
Seiten:308
EAN:9783492501781

Rezensionen zu "Die Richterin und die Tote vom Pont du Gard"

  1. bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 28. Nov 2018 

    EIn Krimi mit sehr viel Südfrankreichcharme

    Mathilde de Boncourt ist Untersuchungsrichterin in Nimes. Mit ihren Ermittlungen gegen einen Mädchenhändlerring sticht sie in ein Wespennest. Nur knapp überlebt sie ein Attentat. Zur Erholung zieht sie sich auf das Weingut ihres Großvaters zurück. Dort begegnet sie Martin, einem Deutschen Reisebuchautor, der auf der Suche nach Antworten zum Tod seiner jüdischen Großmutter ist.

    Mit dem Schicksal der unzähligen Mädchen, ja fast noch Kindern, aus Osteuropa oder Nordafrika, die von privilegierten Machtmenschen ausgenützt und missbraucht werden greift die Autorin Liliane Fontaine ein aktuelles und wichtiges Thema auf. Auch Martins Vordringen in die Vergangenheit soll uns vor allem daran erinnern, niemals zu vergessen. Diese beiden Handlungsstränge fügt die Autorin sehr geschickt zusammen. Daneben verliert sie sich aber auch manchmal in Nebenhandlungen und –figuren.

    Was Liliane Fontaine allerdings hervorragend vermittelt ist ihre große Liebe zu Südfrankreich und ihre kunsthistorische Affinität. Das Buch bringt das Languedoc atmosphärisch und animierend nahe. Manchmal meint man eher einen Reisebericht als einen Kriminalroman zu lesen.

    Damit es aber spannend bleibt, hinterlässt sie den Leser mit einem offenen Ende. Fortsetzung folgt?

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 17. Okt 2018 

    Mathildes erster Fall

    Es war für die Untersuchungsrichterin Mathilde de Boncourt eine Herzenssache das Ehepaar Jalabert hinter Gittern zu bringen. Seit Jahren habe sie ein junges Mädchen in ihrem Haus wie eine Sklavin gehalten, jederzeit für Jalabert und seine Kumpane verfügbar. Doch dem jungen nordafrikanischen Mädchen gelang die Flucht und Aussage war der entscheidende Schlag. Doch lange kann sich Mathilde nicht an ihrem Erfolg erfreuen, kurz nach dem Prozess wird sie noch auf der Treppe des Gerichts niedergeschossen und schwer verletzt,auch Aminata überlebte trotz Zeugenschutzprogramm nicht.

    Noch während ihrer Rekonvaleszenz arbeitet Mathilde weiter, sie will diesen Mädchenhändlerring unbedingt auffliegen lassen. Immer an ihrer Seite, ihr Mitarbeiter Rachid Bouraada.

    Gleichzeitig reist Martin Endress ins Languedoc. Er ist Reiseschriftsteller und will an seinem neuen Buch arbeiten. Aber auch etwas anderes treibt ihn um. Er hat erfahren, dass seine Großeltern während der Besatzung fliehen mussten und Hilfe von einem Arzt bekamen. Trotzdem überlebte seine Großmutter Sarah die Flucht nicht. Auch diesen Spuren möchte er auf den Grund gehen.
    Seine Recherchen führen in nach St.Gilles und auch zu Mathilde. Ihr Großvater kannte noch den alten Arzt und erzählt einiges aus der Zeit.

    Eine sehr interessante Kombination hat sich die Autorin für ihren Südfrankreich Krimi einfallen lassen. Da ist es einerseits das Problem der Ausbeutung von jungen Illegalen und den kriminellen Machenschaften der Mädchenhändler. Das ist sehr aktuell und realistisch geschildert. Nicht minder spannend gestaltet sich die Spurensuche von Martin, der nicht ahnen kann, in welches Wespennest er mit seinen Fragen sticht.

    Frankreich Krimis legen oft Wert auf Landschaft und Kulinarik. Ich mag das, wenn es sich dem Krimithema unterordnet, sehr gern. Das ist hier sehr gut gelungen. Ich habe die Landschaftsschilderung sehr genossen und da es sich aus Martins Recherchen gehörte, wirkten sie absolut passend und authentisch und machten mir richtig Lust die beschriebenen Orte wieder einmal aufzusuchen.

    Gelungen fand ich auch die beiden Handlungsstränge. Martins und Mathildes Wege kreuzen sich immer mal wieder. Die Charaktere gefielen mir, jede Figur war pointiert geschildert und ich hatte sofort ein Bild vor Augen. Lediglich das Ende kam ein wenig schnell und mir blieben noch einige Fragen. Da der Untertitel des Krimis aber „Mathildes erster Fall“ heißt, werden sie sicher im Folgeband geklärt.

    Der Stil der Autorin hat mir sehr gut gefallen, kein Wunder, denn als ich die Autorin recherchierte, erfuhr ich, dass es ein Pseudonym von Lilian Skalecki ist, einer Autorin die ich sehr gern lese.