Die Rache der Polly McClusky: Roman

Rezensionen zu "Die Rache der Polly McClusky: Roman"

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 13. Feb 2019 

    Ihr Grinsen machte ihm Angst

    Es handelt sich bei diesem Buch um einen spannenden Roadtrip, mit einem Hauch "Tarantino" und einer Prise "Leon, der Profi". Es geht um Nate McClusky, der sich im Gefängnis eine einflussreiche Gang, die Aryan Steel, zum Feind gemacht hat. Dies mündet in einem Hinrichtungsbefehl gegen seine gesamte Familie. Seine Exfrau und ihren Mann kann er nicht mehr retten, aber er holt seine Tochter Polly McClusky von der Schule ab, und eine rasante/extreme/brutale Fahrt/Jagd durch Kalifornien beginnt und Nate versucht mit all seinem kriminellen Geschick seine Tochter zu schützen und den Hinrichtungsbefehl rückgängig zu machen. Gleichzeitig nähern sich Vater und Tochter auch an/lernen sich kennen. Die Tochter entwickelt sich vom kleinen grauen Mäuschen zu einem Amazonen ähnlichen Wesen. Und der Vater entwickelt sehr vielfältige Gefühle für seine Tochter. Alles in allem ein sehr spannendes, rasantes, actionreiches Buch, mit interessant gestalteten, etwas skurrilen Charakteren und einem schönen sehr amerikanischen, auch teils etwas brutalem Handlungsstrang, der einen merkbaren Sog entwickelt. Der Schreibstil ist kurz, trocken und sehr prägnant. Ich habe das Lesen sehr genießen dürfen und habe viele Bilder vor meinem geistigen Auge gesehen/war drin in der Geschichte. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt, die Geschichte hatte einen gewissen Reiz/einen gewissen Charme, das Lesen hat Spaß gemacht.

    Ein toller spannender Roadtrip.

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 07. Mär 2018 

    Wenn Vater und Tochter auf der Flucht sind

    Polly McClusky ist elf Jahre alt und hat ihren Vater seit Jahren nicht mehr gesehen, weil dieser im Gefängnis einsitzt. Doch eines Tages steht Nate McClusky überraschend vor ihr, um sie aus der Schule abzuholen. Im Knast hat er sich die Gang Aryan Steel zum Feind gemacht, die nun ein Kopfgeld auf ihn und seine Familie ausgesetzt wird. Pollys Mutter, seine Exfrau, konnte er nicht mehr retten. Nun soll auch das Mädchen getötet werden. Und das will Nate auf jeden Fall verhindern. Auf der Flucht durch Kalifornien vor den Mördern und der Polizei werden Vater und Tochter bei ihrem gefährlichen Roadtrip zu einem starken Team. Dabei ist Nate jedes Mittel recht, damit Polly wieder ein Leben ohne Angst führen kann.

    „Die Rache der Polly McClusky“ ist der Debütroman von Jordan Harper.

    Meine Meinung:
    Das Buch besteht aus vier Teilen, die jeweils in mehrere Kapitel untergliedert sind. Erzählt wird aus unterschiedlichen Perspektiven, die sich kapitelweise abwechseln: aus der Sicht von Polly, Nate und anderen Personen.

    Der Schreibstil ist recht nüchtern und rau, liest sich aber sehr angenehm und flüssig. Zudem passt er gut zum Inhalt. Einige tolle Sprachbilder werden verwendet. Mir fiel der Einstieg in die Geschichte nicht schwer.

    Neben der Grundidee haben mir auch die Charaktere des Romans gut gefallen. Polly und Nate sind zwei reizvolle Hauptprotagonisten. Vor allem der Vater ist durch seine Vergangenheit mit Sicherheit kein typischer Romanheld. Dennoch gelang es mir ganz gut, mich in beide einzufühlen und mit ihnen mitzufiebern. Lediglich die Entwicklung von Polly empfand ich als übertrieben. Dagegen wirken Nate und die sonstigen Figuren recht authentisch.

    Durch die wechselnden Perspektiven, aber auch den Inhalt ist der Roman fesselnd. Die Handlung ist schlüssig, an einigen Stellen allerdings überspitzt und daher etwas realitätsfern. Auch waren mir manche Szenen ein wenig zu brutal. Dennoch fühlte ich mich insgesamt gut unterhalten.

    Das Cover finde ich sehr gelungen. Der deutsche Titel weicht zwar stark vom amerikanischen Original („She Rides Shotgun“) ab, passt aber auch durchaus.

    Mein Fazit:
    „Die Rache der Polly McClusky“ von Jordan Harper ist ein spannender Roman mit nur kleineren Schwächen, der mir unterhaltsame Lesestunden bereitet hat.